Auch die Limburger Blechwarenfabrik ist auf der Suche nach Talenten.
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Auch die Limburger Blechwarenfabrik ist auf der Suche nach Talenten.

"Tag der Ausbildung"

Limburg: Betriebe und junge Leute zusammengebracht

  • VonRobin Klöppel
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400 Schüler beim "Tag der Ausbildung" - 25 Aussteller präsentieren sich

Limburg -Unter dem Motto "Tag der Ausbildung#DeineChance2021" haben sich am Freitag bereits 400 Schüler bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg über Karrierechancen informiert. Außer fünf Limburger Schulen nutzten auch die Westerwaldschule Waldernbach, die Erlenbachschule aus Elz sowie die Freiherr-vom-Stein-Schule Dauborn das Angebot. Auch am Samstag noch können sich Schüler kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben von 9 bis 16 Uhr bei 25 Ausstellern über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in den IHK-Räumen in der Limburger Walderdorffstraße umfassend informieren.

IHK-Ausbildungsleiterin Jutta Golinski findet, dass gerade der Samstag immer viele gute Gespräche bringe. Denn da kämen die Jugendliche, die sich ernsthaft interessierten. Oft seien auch die Eltern dabei - und dann könne man sich in Ruhe austauschen. Die Fahrt nach Limburg kann sich lohnen, denn wie Golinski berichtet, gibt es noch viele Betriebe, die gute Auszubildende suchen - beispielsweise nach Ende des Lockdowns im Handel und in der Gastronomie.

Iris Groll, Lehrerin an der Erlenbachschule, bereut es auch nicht, mit der neunten und zehnten Jahrgangsstufe am Freitag nach Limburg gefahren zu sein. Denn beim "Tag der Ausbildung" könnten sich die Schüler in Gesprächen mit den einzelnen Firmen auseinandersetzen, sehen, welche beruflichen Möglichkeiten die Region biete. "Da kommt sicher dem einen oder anderen die Idee, was er nach der Schule machen kann", glaubt Groll. Ein Praktikum könne dann ein guter Einstieg sein.

Persönlicher Kontakt ist effektiver

Monika Sommer, Hauptgeschäftsführerin der IHK, findet es wichtig, dass Anbieter und Schüler in den direkten Kontakt kommen. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass der persönliche Austausch effektiver als Online- und Telefonangebote sei. Da würden Eltern auch sehen, dass es durchaus Sinn ergebe, zunächst eine duale Ausbildung als Grundlage für die spätere Karriere durchzuziehen. Die vergangenen Jahre habe dieses Format, so Sommer, gut funktioniert. Es seien beim "Tag der Ausbildung" konkret Praktika und auch Lehrstellen vermittelt worden.

Und wie kommt man an eine Ausbildungsstelle? Frank Tengler-Marx, Geschäftsführer der Limburger Versicherungsagentur Pro Consult, ist es wichtiger als die Noten, dass die jungen Menschen Interesse an einem Unternehmen und Beruf zeigten. "Schreibt keine 08/15-Bewerbungen", rät er den Schülern. "Befasst euch mit dem Unternehmen, bei dem ihr euch bewerben wollt im Netz und lasst das in das Schreiben einfließen." Tengler-Marx interessiert, warum jemand gerade in die Versicherungsbranche will, wenn er sich doch laut Lebenslauf vorher mit völlig anderen Dingen befasst hat. Ehrlichkeit zahlt sich bei ihm aus.

"Ich bin froh, dass endlich mal wieder eine Messe stattfindet und ich mit den Schülern ins Gespräch kommen kann", sagt Pia Stöckl, beim Landkreis für die Ausbildung zuständig. Die jungen Menschen, die ernsthaftes Interesse hätten und die Bewerbungskriterien erfüllten, lade sie auch zu einer Vorstellung ein. Und vergangenes Jahr seien auf diesem Weg mehrere Lehrstellen in der Verwaltung vergeben worden.

Schnuppern ist hilfreich

Und wie finden die Schüler die IHK-Aktion? Der Limburger Erik Catevoisan braucht keine Beratung mehr, denn er wusste schon als Kind: "Irgendwann will ich mal diesem Land dienen." Er möchte für die Bundeswehr interessante Auslandseinsätze erleben. Hat der Aktive des Box-Clubs "Condor" keine Angst, was ihn in Krisengebieten erwarten könnte? "Nein", sagt er selbstbewusst: "Irgendwann landen wir alle mal unter der Erde, ob in Limburg oder Afghanistan." Alina Seibt findet die Idee der IHK gut, weil es hilfreich sei, mal in verschiedenen Berufen zu schnuppern. Sie selbst wolle Justizfachwirtin werden. Sie habe da mal ein Praktikum gemacht und finde es spannend, sich mit Rechtsgrundlagen zu befassen.

Chiara Ebel weiß auch genau, was sie machen will. Sie hat einen behinderten Onkel betreut und möchte sich künftig beruflich ebenfalls behinderten Menschen annehmen. Sie plant, Psychologie zu studieren, um sich besser in andere hineinversetzen zu können. Ihre Freundin Olivia David dagegen möchte Kriminologin werden. Das Thema habe sie schon immer fasziniert und sie habe viel darüber gelesen. Sie wolle Täter ermitteln. Sie könne sich auch vorstellen, Gerichtsmedizinerin zu werden und Leichen zu obduzieren.

Dominik Füll sagt: "Ich koche daheim gerne und will Koch werden." Er habe ein Praktikum gemacht und das sei hilfreich gewesen, um sich klar zu machen, dass genau das seine Berufung sei. Mara Wissenbach ist dagegen heiß, Bürokauffrau zu werden. Sie will anderen Menschen zuhören und ihnen bei ihren Anliegen helfen.

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