So sah der Neumarkt beim bisher letzten Limburger Christkindlmarkt 2019 aus. Die innere Fläche des Neumarkts wird beim Weihnachtsmarkt 2021 aber abgesperrt, damit eine Zugangskontrolle möglich ist.
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So sah der Neumarkt beim bisher letzten Limburger Christkindlmarkt 2019 aus. Die innere Fläche des Neumarkts wird beim Weihnachtsmarkt 2021 aber abgesperrt, damit eine Zugangskontrolle möglich ist.

Planungen kurzfristig verändert

Limburg: Christkindlmarkt findet etwas anders statt

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Speisen und Getränke gibt es nur am Neumarkt in einem abgezäunten Areal und mit Zugangskontrolle.

Limburg – Findet der Weihnachts- oder Christkindlmarkt statt? Die Frage beschäftigt zwischen Nordsee und Alpen die Republik. Täglich gibt es neue Absagen, zuletzt gestern aus München, auf der anderen Seite haben zum Beispiel in Offenbach und Darmstadt die ersten Märkte eröffnet. Und in Limburg? Der Christkindlmarkt soll stattfinden. Anders als in den Vorjahren, aber im geplanten Zeitraum vom 26. November bis 30. Dezember, mitten in der Innenstadt und täglich bis 19 Uhr, freitags und samstags bis 20 Uhr.

Selbstverständlich prägt die Corona-Pandemie aber auch den Limburger Christkindlmarkt. "Wir haben uns nach intensiven Beratungen und einem Austausch mit den Beschickern dazu entschieden, den Christkindlmarkt durchzuführen", sagt Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU). Um das zu gewährleisten, sofern die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Beschränkungen die Umsetzung dann auch zulassen, sind jedoch besondere Vorkehrungen notwendig. Im vergangenen Jahr war der Markt aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen. Auf dem Neumarkt werden alle Stände konzentriert, die mit Speisen und Getränken aufwarten. Eine Verteilung auf die verschiedenen Standorte wie Kornmarkt, Plötze wird es nicht geben. Das hat seinen Grund darin, dass dieser Bereich nur mit Kontrolle und Zugangsbeschränkungen betreten werden kann. Dabei handelt es sich um die Mitte des Platzes inklusive der ehemaligen Parkplätze.

Limburg: Corona-Regeln auf Christkindlmarkt –Ein Zaun und 2G oder 2G+

Dieses Areal soll mit einem Zaun umgeben werden und wird nur durch eine Zugangskontrolle zu erreichen sein. Derzeit ist noch in Abstimmung, ob es zu dem begrenzten Areal zwei Zu- beziehungsweise Ausgänge geben wird oder ob einer reicht.

Wer diesen Bereich betreten will, muss die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, entweder 2 G oder sogar 2 G + - also geimpft oder genesen und aktuell getestet. Dort kann es bis zur Eröffnung des Marktes noch Änderungen geben. Klar ist, dass der Zugang durch einen privaten Sicherheitsdienst übernommen wird. Die Kosten dafür trägt die Stadt. "Würden wir dies nicht machen, gebe es definitiv in diesem Jahr keinen Christkindlmarkt", sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) als zuständiger Finanzdezernent.

Nach Angaben von Christoph Leber, er ist in der Verwaltung für die Organisation des Marktes zuständig, wird der Wochenmarkt wie in den vorgegangenen Jahren im Randbereich des Neumarktes stattfinden. Die Stände des Wochenmarkts auf dem Neumarkt werden außerhalb des eingegrenzten Bereichs für den Christkindlmarkt liegen.

Christkindlmarkt in Limburg: Andere Stände werden verteilt

Alle Stände und Buden des Christkindlmarkts ohne Getränke und Speisen werden sich auf die Standorte obere, mittlere und untere Bahnhofstraße, Kornmarkt und möglicherweise Werner-Senger-Straße verteilen. Diese Stände mit weihnachtlichen Sortimenten und handwerklichen Gegenständen sind frei und ohne Kontrollen zugänglich. "Es wird in diesem Jahr so sein, dass sich die meisten Stände nicht an ihren gewohnten Standorten befinden", sagt Leber. Aber anders sei der Markt in diesem Jahr nicht zu organisieren.

Gänzlich verzichten muss der Christkindlmarkt auf das Rahmenprogramm mit der Bühne auf der Plötze, wo es nahezu täglich musikalische Beiträge gab. Ein anderes besonderes Merkmal des Limburger Christkindlmarkts will Leber jedoch anbieten, die sogenannten Hobbyhäuschen mit vielfach wechselnden Angeboten.

Die täglichen Öffnungszeiten des Limburger Christkindl-markts werden nach aktuellem Stand verkürzt. Bisher war sonntags bis donnerstags um 20 Uhr Schluss, in diesem Jahr werden die Stände um 19 Uhr schließen. Am Freitag- und Samstagabend wird bis um 20 Uhr Marktzeit sein, ebenfalls eine Stunde kürzer als in den Vorjahren. Der Markt öffnet täglich um 10 Uhr, sonntags um 12 Uhr.

Schausteller in Limburg: "Wir sitzen auf einem Pulverfass" – Beschickern fehlt Personal

Mit Hoffnung, Sorge und Skepsis schauen die Beschicker des Limburger Christkindlmarkts auf die weitere Entwicklung der Pandemie. Am Montagabend teilte die Stadt ihnen mit, der Weihnachtsmarkt werde wie geplant am Freitag kommender Woche eröffnet. Sie sind dafür dankbar, wissen aber auch: Die Pandemie kann noch dazu führen, dass Weihnachtsmärkte entweder doch nicht stattfinden dürfen, wenn das auf Bundesebene so beschlossen wird, oder mittendrin abgebrochen werden müssen. "Wir sitzen im Moment auf einem Pulverfass", sagt der Sprecher der Limburger Schausteller, Andreas von Fischke. "Wir hoffen, dass alles gut geht und wir wenigstens bis Weihnachten durchhalten, aber die Zahlen mit den Infizierten sprechen im Moment eine andere Sprache, und wir wissen auch nicht, was die Ampel-Regierung in Berlin vorhat." Für den morgigen Donnerstag seien weitere Entscheidungen auf Bundesebene zu erwarten.

Neben dem Damoklesschwert einer (späteren) Absage solcher Veranstaltungen gebe es aber noch andere Probleme für die Beschicker. "Uns fehlt teilweise das Personal", sagt von Fischke. Einer der Betroffenen ist Oliver Baccari, der mit seinem Familienbetrieb auf dem Christkindlmarkt normalerweise mit zwei Ständen vertreten ist. Die gute Nachricht: Auch dieses Jahr wird er zusammen mit seiner Mutter und einer Aushilfe auf dem Neumarkt Feuerzangenbowle verkaufen. Die schlechte Nachricht: Seinen Imbiss kann er nicht öffnen, weil das Personal fehlt. Konkret geht es um fünf Mitarbeiter, die aus Polen und Rumänien stammen, aber in diesem Jahr nicht anreisen werden "aus Angst vor Corona und weil sie teilweise nicht geimpft sind", sagt Baccari. Seine Familie arbeite mit diesen Menschen schon seit fast 20 Jahren zusammen und sei auf sie angewiesen. "Ich bin froh, dass die Stadt Limburg uns die Chance gibt, den Markt zu machen", sagt er einerseits. Andererseits fügt er hinzu. "Im Moment ist das russisches Roulette, wenn sich die Zahl der Infizierten so weiterentwickelt, glaube ich nicht, dass wir das vier Wochen lang durchhalten."

Auf ein weiteres Problem macht Andreas von Fischke aufmerksam: Nicht jede Ware, die geordert werden sollte, kann auch an die Beschicker geliefert werden. Bei Schokolade gebe es ein generelles Lieferproblem, auch Lebkuchen seien schwerer zu ordern als früher, weil mancher Hersteller auf Kurzarbeit setzen musste und nicht so viel produzieren konnte wie in normalen Jahren. Manchmal scheitere es daran, dass Pappkartons fehlten, um bestellte Ware zu liefern. Auch dies ist eine Folge der Pandemie, weil Lieferketten unterbrochen wurden und vieles nicht mehr so reibungslos läuft, wie es alle Beteiligten gewohnt waren.

Deshalb könnte es auch passieren, dass der eine oder andere Beschicker nicht den kompletten Christkindlmarkt durchhalten könne, weil nichts mehr da ist, was verkauft werden kann, befürchtet von Fischke. (Stefan Dickmann)

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