1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Limburg

Limburg: City-Arkaden: Polizei will weiter Präsenz zeigen

Erstellt:

Von: Stefan Dickmann

Kommentare

Die City- Arkaden in der Dr.-Wolff-Straße gegenüber vom Kino werden immer wieder von Dealern aufgesucht.
Die City- Arkaden in der Dr.-Wolff-Straße gegenüber vom Kino werden immer wieder von Dealern aufgesucht. © Stefan Dickmann

Stadt weist auf eigene Anstrengungen hin, sieht aber auch die Eigentümer in der Verantwortung

Limburg -Im Krisen-Gespräch über die offenbar unhaltbaren Zustände in den City-Arkaden saßen der Leiter der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Marcus Brambach, und Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) am Mittwoch eineinhalb Stunden lang mit dem Bürger zusammen, der sich als Eigentümer einer Wohnung in einem offenen Brief über die Situation in dem Gebäude-Komplex beklagt hatte. Hinterher sprachen sowohl die Stadt als auch die Polizei von "einem konstruktiven Gespräch". Übersetzt heißt das: Man hat über alles gesprochen, aber jeder hat seine Sicht auf die Dinge.

Dem Bürger sind nach Angaben von Polizei und Stadt Möglichkeiten aufgezeigt worden, wie die Eigentümer selbst aktiv werden könnten, um zu einer Verbesserung der Situation zu kommen.

Was die vom Bürger beklagte Drogenszene in den City-Arkaden betrifft, hat die Polizei eine andere Wahrnehmung. "Die Lage vor Ort wird von der Polizei etwas anders eingeschätzt, als von dem Beschwerdeführer beschrieben", teilt auf Anfrage der Sprecher der Limburger Polizei, Christian Wiepen, mit. Der Bürger hatte sich in dem offenen Brief, unter anderem an die Stadt und die Polizei, über den "offensichtlichen Drogenhandel" beklagt: "Der Innenhof (der City-Arkaden) ist ein Drogenumschlagplatz geworden", schreibt er. "Dealer bieten ihre Waren im Schichtbetrieb an."

Doch aus seiner Sicht haben die bisher von der Polizei vollzogenen Razzien und Durchsuchungen "keine wirkliche Verlagerung oder Beendigung dieser Aktivitäten gebracht". Polizei und Kriminalpolizei seien in den City-Arkaden bereits "auf verschiedene Arten" aktiv und stünden deshalb im Austausch mit dem Ordnungsamt der Stadt, erklärt der Polizei-Sprecher. "Die Polizei wird in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt weiter offensiv Präsenz zeigen und bei Verstößen konsequent einschreiten. Die Zusammenarbeit wird in diesem Fall intensiviert werden", teilt er mit.

Bürgermeister beklagt erneut Polizeimangel

Bürgermeister Hahn erklärte dieser Zeitung nach dem Gespräch, die Stadt tue, was in ihrer Macht steht, aber natürlich sei das Ordnungsamt nicht an jedem Wochentag 24 Stunden lang im Einsatz. Die vom Bürger geschilderten Probleme würden vor allem abends, nachts und an Wochenenden auftreten, und was die Drogendealer vor Ort betrifft, sei dafür die Polizei verantwortlich.

Hahn forderte in dem Gespräch nach eigenen Angaben erneut mehr Polizeikräfte für Limburg und deutlich mehr Polizeipräsenz in der Domstadt, weil es hier aufgrund der Einwohnerzahl und der zentralen Funktion als Einkaufsstadt deutlich mehr Kriminalität gebe als in den umliegenden Gemeinden. Er wolle erneut den hessischen Innenminister anschreiben und auf den aus seiner Sicht gravierenden Personalmangel der heimischen Polizei aufmerksam machen.

Die Stadt Limburg beschäftige schon jetzt 23 Hilfspolizisten - es gebe keine Stadt mit vergleichbarer Einwohnerzahl wie Limburg, die so viele Ordnungskräfte einsetze. Aber deren Aufgabe sei nun mal nicht der Kampf gegen die Drogenkriminalität.

Auf die vom Bürger im offenen Brief beklagte "desolate Parksituation" durch Kunden, Mitarbeiter und Inhaber von den in den City-Arkaden ansässigen Wettbüros, Shisha Bars und Gaststättenbetrieben habe die Stadt bereits durch häufigere Park-Kontrollen reagiert. Der Bürgermeister sieht aber auch die Eigentümer in der Verantwortung, die die Ladenflächen vermieten. Der Bürger hatte sich auch über die "Geräusch- und Geruchsbelästigung" beklagt: "Man riecht vor allem am Wochenende oft von mittags bis spät in die Nacht immer einen Mix aus Bratfett und Tabak."

Der Bürgermeister regte in dem Gespräch an, diese Probleme in der Eigentümerversammlung offen anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen mit der Hausverwaltung zu suchen. Vielleicht könne auch über einen Sicherheitsdienst nachgedacht werden.

Auch interessant

Kommentare