Freunde treffen vor dem Camper mit Corona-Abstand: Peter (von links) und Petra Butzbach mit Astrid und Thomas Petri.
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Freunde treffen vor dem Camper mit Corona-Abstand: Peter (von links) und Petra Butzbach mit Astrid und Thomas Petri.

Urlaub in der Heimat

Limburg: Von Corona ist auf dem Campingplatz wenig zu spüren

  • vonRobin Klöppel
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Viele Camper kommen aus der Nähe. Die neuen Betreiber freuen sich über erste Stammgäste.

Limburg -Der Limburger Campingplatz ist nach dem Pächterwechsel im Aufbruch. Der neue Name "Camping Resort" verrät, dass die Pächterfamilie Weiß künftig auf Qualität und nicht auf "Billigheimer" und Dauercamper als Kunden setzen will. Nächstes Jahr im April schon sollen ein neues Restaurant mit Biergarten sowie ein neuer Empfang auf dem Gelände stehen. Übernächstes Jahr soll ein neuer Sanitärtrakt folgen.

"Jetzt schon ist der Platz vollbelegt", sagt der aus Köln stammende und in Gückingen lebende Pächter Gottfried Weiß. 65 Prozent der Stellplätze dürfen in Corona-Zeiten besetzt werden, so dass sich nach Schätzung von Weiß 540 Gäste pro Tag am durch Fronleichnam verlängerten Wochenende auf dem Platz tummelten. Auch Stammkunden konnte die Familie Weiß - Gottfried und Frau Michaela, Sohn Kevin und Freundin Lisa Schog - in der kurzen Zeit seit Saisoneröffnung an Pfingsten schon gewinnen. Einige Camper waren am Wochenende schon das zweite oder gar dritte Mal 2020 in Limburg zu Besuch.

Dass es noch Corona-Einschränkungen gibt, merkt man nur im Eincheckhäuschen mit Maskenpflicht sowie im Sanitärbereich. Doch viele Camper haben ihre fahrende Dusche und Toilette in der heutigen Zeit mit dabei und fühlen sich durch Corona nicht eingeschränkt. "90 Prozent der Gäste sind aktuell Deutsche", sagt Gottfried Weiß. Und viele kommen aus der Nachbarschaft - aus Gückingen, Eppenrod, Hanau oder Neu-Anspach.

Platz hat

viel Potenzial

Die Familie Weiß hat vorher nie einen Campingplatz betrieben, doch Gottfried, Michaela und Kevin sind schon seit Jahrzehnten selbst leidenschaftliche Camper. So wissen sie, was diese wünschen und sind mit Betreibern anderer Plätze befreundet, die ihnen für die Startphase in Limburg wertvolle Tipps geben.

Obwohl Kevin Weiß in Limburg lebt, hat er nur durch Zufall erfahren, dass beim Limburger Platz ein Pächterwechsel anstand. Bürgermeister Dr. Marius Hahn ist regelmäßiger Gast im Restaurant "Grillstadl" der Familie in Offheim. Hahn sah den Camper vor dem Gebäude stehen und fragte Kevin: "Könnte der Campingplatz in Limburg nichts für euch sein?" Vater Gottfried Weiß sah sich den Platz dann näher an und findet, dass er am Lahn-Rad- und Wanderweg, mit fußläufiger Nähe zu Lahn, Freibad und Altstadt sowie Blick auf den Dom ein sehr großes Potenzial habe.

Die Familie hatte immer mal wieder drüber nachgedacht, einen eigenen Campingplatz zu betreiben. Gottfried Weiß sagt, dass die Stadt Limburg sehr von den Campern profitieren werde. Unter diesen seien viele Angehörige der Generation der über 50-Jährigen mit Vermögen. Diese ließen in den Geschäften und Restaurants der Domstadt jeden Tag einiges an Geld.

Eine kurze

Auszeit nehmen

Michael Krieger ist mit seiner Familie aus Neu-Anspach da. Sie wollten in Corona-Zeiten für ein verlängertes Wochenende nicht weit fahren. Für Limburg entschied er sich aufgrund des Ambientes des Platzes und der Nähe zum Wasser. "Wir waren unter den ersten Gästen und sind jetzt schon das zweite Mal hier, weil die Pächter sehr hilfsbereit sind", sagt Krieger. Er sei Berufssoldat, seine Frau Krankenschwester. Da seien die letzten Monate beruflich sehr anspruchsvoll gewesen. Darum sei es wichtig, auf einem Campingplatz nur eine Stunde weg vom Wohnort mal eine kurze Auszeit nehmen zu können.

Peter und Petra Butzbach aus dem rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach waren vor 15 Jahren schon einmal in Limburg und fanden den Platz damals chaotisch. Nun sei er auf einem guten Weg. In Limburg hat sich das Ehepaar mit Freunden getroffen, "weil die Altstadt immer einen Besuch wert und es schön ist, in der Sonne am Wasser zu sitzen".

Thomas Petri, Ortsbürgermeister in Gückingen, schätzt die Gastfreundschaft der Familie Weiß und erzählt, dass man nicht weit fahren müsse, um ein langes Wochenende zu genießen. "Im Alltag bleibt uns einfach wenig Zeit, mal durch Limburg zu bummeln", sagt seine Frau Astrid.

Denis Serba und seine Lebensgefährtin Nina Bicker aus Hanau haben sich dieses Jahr einen neuen Camper gekauft. Im Sommer wollen sie mit den drei Kindern in die Lüneburger Heide und haben einen Ort in der Nähe gesucht, um das Camperleben vorher zu testen. Limburg kannte Dennis Serba von früher. "Wir fahren nur eine Stunde und sind trotzdem mal aus dem Rhein-Main-Gebiet draußen", sagt er. Auf der Lahn könne man paddeln - und in der schönen Altstadt gebe es viele schöne Lädchen. "Ich werde nächstes Wochenende mit einer Männerrunde wiederkommen. Hier kann man seine Freizeit genießen", freut sich Serba.

Marco und Katja Ferdinand haben in Eppenrod einen schönen Garten, aber trotzdem wollten gerade die Kinder nach den Corona-Wochen daheim mal raus und etwas anderes sehen. Bewusst hat sich die Familie für einen Platz vor der eigenen Haustüre entschieden. Marco Ferdinand sagt: "So etwas hätte ich mir vor zwei Jahren noch gar nicht vorstellen können, aber wir genießen es an der Lahn, die Enten und Fische zu beobachten." Für Kinder und Hund sei es auf dem Platz sehr schön. Abends seien noch Freunde auf dem Campingplatz zu Besuch gewesen - und man könne auch mal kurz zwischendurch zum Blumen gießen heim nach Eppenrod fahren. (Robin Klöppel)

Wer ungestört von anderen Campern in der Natur übernachten will, muss aufpassen: Vielerorts ist wildes Camping nicht erlaubt und wird teuer.

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