Die Impfungen gegen Corona im Landkreis Limburg-Weilburg finden im Gewerbegebiet auf der Dietkircher Höhe statt. Die medizinische Leiterin des Impfzentrums erwartet die ersten Bürger im Januar.
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Die medizinische Leiterin des Impfzentrums Limburg-Weilburg, Dr. Gundi Heuschen, vor den Empfangsboxen im Impfzentrum im Gewerbegebiet auf der Dietkircher Höhe.

Auftakt vorher mit Impfteams

Corona-Impfzentrum in Limburg startet im Januar: Alles Wichtige im Überblick

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Im Januar werden in Limburg die ersten Bürger gegen das Coronavirus geimpft. Was gibt es bei einem Besuch des Impfzentrums zu beachten? Die wichtigsten Fragen zum Ablauf.

Limburg - Das zentrale Impfzentrum im Landkreis Limburg-Weilburg im Gewerbegebiet auf der Dietkircher Höhe ist eingerichtet - die ersten Bürger, die sich dort freiwillig impfen lassen können, werden von der medizinischen Leiterin des Impfzentrums, Dr. Gundi Heuschen vom Kreisgesundheitsamt, zwischen Anfang und Mitte Januar erwartet.

Die ersten Impfungen im Landkreis sollen aber schon direkt nach Weihnachten beginnen - durch mobile Impfteams, die die Alten- und Pflegeheime aufsuchen und die älteren Bürger zuerst impfen, die bei einer Corona-Erkrankung besonders gefährdet sind und die auch nicht selbst zum Impfzentrum fahren können. Trotzdem sind noch nicht alle Fragen geklärt - und es gibt immer wieder Änderungen.

Impfzentrum in Limburg: Es gibt eine Prioritätenlistung bei der Corona-Impfung

Wann und wie erfahre ich, wann ich im Zentrum geimpft werde? Neuester Stand: Jeder muss selbst aktiv werden und kann sich telefonisch an die bundesweit gültige Patientennummer 116 117 wenden. Wann genau es sinnvoll ist, dort anzurufen, steht aber noch nicht fest. Zuvor dürfte es entsprechende Aufklärungskampagnen geben. Möglicherweise wird auch noch eine Hotline-Nummer geschaffen. Aber auch eine digitale Kontaktaufnahme im Internet ist vorgesehen. Die Identifikation würde dann über die Krankenversicherungsnummer laufen.

Aber: Da es eine Prioritätenliste gibt, die festlegt, wer zuerst und wer später geimpft wird, setzt dieses Verfahren voraus, dass die einzelne Alters- und Berufsgruppen im Laufe der Monate signalisiert bekommen, dass sie jetzt auch anrufen dürfen, um sich einen telefonischen oder digitalen Termin zu holen. Ursprünglich war vorgesehen, dass alle vom Land angeschrieben werden. Dies ist nun doch nicht mehr der Plan - als der Innenminister dies im Landtag bekannt gegeben habe, sei die Überraschung sehr groß gewesen, auch bei CDU-Landtagsabgeordneten, berichtete am Donnerstag (17.12.2020) auf Anfrage der FDP-Landtagsabgeordnete Yanki Pürsün aus Frankfurt. Er plädiert dafür, zu einem späteren Zeitpunkt auch die Hausärzte beim Impfen einzubinden, weil sie ihre Patienten bestens kennen.

Corona in Limburg: Nur mit Termin zum Impfzentrum

Muss ich geimpft werden? Nein. Egal, ob man zu einer Risikogruppe gehört (hohes Alter, Vorerkrankungen, medizinisches Fachpersonal) oder nicht, das Impfen ist freiwillig. Wer also nicht geimpft werden möchte, braucht gar nichts zu unternehmen. Gleichwohl appelliert Landrat Michael Köberle (CDU) an alle Bürger, diese Möglichkeit zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen.

Kann ich spontan zum Impfzentrum fahren? Nein, auf gar keinen Fall. Nur wer vorher einen Termin vereinbart hat, wird auf das Gelände gelassen. Die Regel für Autofahrer lautet: Erst auf das Gelände fahren, (über eine eigene Zufahrt von der Straße "Auf der Heide" aus) und dann parken. An der Einfahrt soll noch im Auto eine Erstkontrolle stattfinden, ob man auf der Liste für diesen konkreten Tag und zu dieser Uhrzeit steht. Von dort geht es dann am Gebäude - eine ehemalige Druckerei vorbei - auf den Parkplatz.

Ob das in der Praxis reibungslos funktioniert, wird sich zeigen, denn vermutlich werden nicht wenige Bürger mit Termin erst am Impfzentrum parken und dann den Eingang suchen. Aber auch an Fußgänger ist am Impfzentrum gedacht: Auch sie werden vom Sicherheitspersonal kontrolliert, ob sie einen Termin haben, bevor sie das Gebäude betreten.

Corona in Limburg: Impfstoff lagert an geheimen Ort

Wo wird der Impfstoff gelagert? An einem geheimen Ort, der zudem von privaten Sicherheitsleuten bewacht wird. Das erklären Landrat Köberle und die medizinische Leiterin des Impfzentrums. Von dort wird der Impfstoff, der vor seinem Einsatz, dauerhaft gekühlt werden muss, zum Zentrum gefahren, wo er aufbereitet wird. Die geheime Lagerung gilt für alle anderen Landkreise auch. Damit sollen nicht nur mögliche Diebstähle des begehrten Impfstoffs deutlich erschwert werden - die Politik hat offenbar auch radikale Impfgegner im Blick, die den Impfstoff vernichten könnten.

Ein kurzer Besuch hilft gegen Corona: Impfzentrum in Limburg gut vorbereitet

Wie lange dauert der Impfvorgang im Zentrum? Wer direkt nach dem Impfen nicht noch für 15 bis 20 Minuten zur Beobachtung bleibt - entweder weil der Arzt dies vorher angeordnet hat oder man selbst sicher gehen möchte, alles gut vertragen zu haben -, soll im Impfzentrum inklusive des Durchlesens des Aufklärungsbogens, dem Aufklärungsgespräch mit einem Arzt und der eigentliche Impfung mit einer Spritze rund 15 Minuten einplanen.

Zwischen allen Bereichen sind sogenannte Pufferzonen eingerichtet mit Stühlen, um kurze Wartezeiten nicht im Stehen überbrücken zu müssen. Es muss auch niemand Angst haben, den falschen Weg zu gehen: Die Bürger, die geimpft werden, werden zu den einzelnen Stationen von Helfern begleitet.

Was passiert, wenn ich eine Impfreaktion zeige? Direkt nach der Impfung gibt es einen eigenen Bereich mit zwei Sanitätszelten. Wer eine Impfreaktion zeigt (vermutlich nur in sehr seltenen Fällen), zum Beispiel allergisch reagiert, wird sofort von Rettungssanitätern und Ärzten betreut und kann im Zweifel mit einem bereitstehenden Rettungswagen sofort ins Krankenhaus gebracht werden. (Stefan Dickmann)

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