Alle Lehrer und ein Teil der Schüler der Leo-Sternberg-Schule in Limburg werden auf das Coronavirus getestet.
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Alle Lehrer und ein Teil der Schüler der Leo-Sternberg-Schule in Limburg werden auf das Coronavirus getestet.

Bildung

Limburg: Corona-Tests bei allen Lehrern an der Leo-Sternberg-Schule

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Weil sich eine Lehrerin infiziert hat, werden auch alle Schüler untersucht, die mit ihr Kontakt hatten. Ergebnisse der Schulleitung liegen bereits vor.

Limburg -An der Leo-Sternberg-Schule in Limburg werden vorsorglich alle Lehrer auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus getestet; das gilt vorsorglich auch für alle Schüler, die im Unterricht Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Lehrerin hatten. Das teilte auf Anfrage der Sprecher des Kreises, Jan Kieserg, mit.

Die Lehrerin hatte typische Symptome einer Corona-Infektion bemerkt und sich daraufhin untersuchen lassen. Weil noch nicht geklärt werden konnte, bei wem sie sich mit dem Virus angesteckt hat, soll mit den umfangreichen Tests ausgeschlossen werden, dass es vielleicht ein Kollege oder ein Schüler war, der keine Symptome gezeigt hat.

Die ersten Betroffenen waren die komplette Schulleitung der Grund-, Haupt- und Realschule, die sich deshalb in Hausisolation begab. Am späten Montagabend bekam Schulleiter Attilio Forte sein Testergebnis: Es fiel negativ aus. Er ist seit gestern wieder an der Schule. Auch bei seinen drei Kollegen gab es gestern Entwarnung: Bei ihnen konnte das Virus ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

Es habe einige wenige Anrufe besorgter Eltern gegeben, erklärte Forte auf Anfrage. Die Schule halte alle Abstandsregeln und alle Hygienemaßnahmen ein, erklärte er. In der Regel würden in der Schule Masken getragen, aber in der täglichen Arbeit könne es auch mal passieren, dass man sich im Büro - unter Berücksichtigung des erforderlichen Sicherheitsabstands - ohne Maske für einige Minuten unterhalte. Aber das sei nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt kein Problem. Ihm sei nur ein Elternpaar bekannt, dass ihr Kind vorsorglich nicht in die Schule schicken wolle, bis die Situation geklärt sei. Diese Entscheidung überlasse er den jeweiligen Eltern.

Weil kurzfristig die komplette Schulleitung ausgefallen war, hatte das Staatliche Schulamt den Rektor der Theodor-Heuss-Schule in Limburg damit beauftragt, die Leitung der Sternberg-Schule kommissarisch zu übernehmen. Hintergrund sind die laufenden Abschlussprüfungen für die Haupt- und Realschüler, die am Montag begonnen haben und heute sowie am Freitag fortgesetzt werden; auch dafür ist die Anwesenheit eines Schulleiters erforderlich, wie der Sprecher des Schulamts, Dirk Fredl, erklärt. Derzeit stehe im Bereich des Schulamts jeder vierte Lehrer nicht für Präsenzunterricht unter den Corona-Bedingungen zur Verfügung, weil er oder sie zur Risikogruppe gehört - aufgrund des Alters über 60, wegen Vorerkrankungen, weil eine Lehrerin schwanger ist oder gerade stillt. In diesem Fall arbeiten die betroffenen Lehrer von zu Hause aus.

Bei der Leo-Sternberg-Schule sei der Sonderfall eingetreten, dass die komplette Schulleitung sich vorsorglich in Hausisolation begeben habe; andernfalls wäre die Schulleitung durch die jeweiligen Stellvertreter sichergestellt worden.

Grundsätzlich stelle sich für die ausreichende Versorgung von Lehrkräften an einer Schule in Corona-Zeiten die Frage, wie viele von einer möglichen Infektion betroffen seien. Zur Sicherstellung des Unterrichts ist es laut Fredl auch möglich, gegebenenfalls Lehrkräfte von Nachbarschulen anzufordern.

Sechster Fall im Landkreis

Nach Fredls Angaben ist die Sternberg-Schule der sechste Corona-Fall an einer Schule im Landkreis Limburg-Weilburg insgesamt und der zweite, bei der eine Lehrkraft betroffen ist - zuvor waren an vier Schulen jeweils Schüler mit einer Infektion konfrontiert.

Von Montag an befinden sich alle Klassen an der Leo-Sternberg-Schule wieder im (eingeschränkten) Unterricht direkt in der Schule. Bislang sind die Erst-, Zweit- und Drittklässler noch zu Hause. Nach Fortes Angaben ist von kommender Woche an für alle Jahrgangsstufen eine komplette Schulwoche (fünf Tage) im Präsenzunterricht im jeweiligen Wechsel vorgesehen, wobei jede Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt sei, die in zwei Klassenräumen getrennt unterrichtet werde. Nach einer Woche Präsenzunterricht folgt dann jeweils wieder eine Woche Unterricht zu Hause.

Von Stefan Dickmann

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