Gespräch im Flur des St.-Vincenz-Krankenhauses: Sektionsleiter Intensivmedizin und geschäftsführenden Oberarzt der Kardiologie, Mehdi Afscharian (links), und der Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Christoph Bühler. Die schwarzen Helme an der Seite gehören zur Schutzkleidung.
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Gespräch im Flur des St.-Vincenz-Krankenhauses: Sektionsleiter Intensivmedizin und geschäftsführenden Oberarzt der Kardiologie, Mehdi Afscharian (links), und der Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Christoph Bühler. Die schwarzen Helme an der Seite gehören zur Schutzkleidung.

St.-Vincenz-Krankenhaus

Corona in Limburg: Situation spitzt sich zu - Appelle aus dem Krankenhaus

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Auch in Limburg hat sich die Corona-Situation in den vergangenen Wochen verschärft. Am St.-Vincenz-Krankenhaus wendet sich der Ärztliche Direktor mit einem Appell an die Bevölkerung.

Limburg - Die Zahl der Covid-19-Patienten steigt unvermindert an. Auch im Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus habe sich "die Situation aufgrund der hohen Infektionszahlen in den vergangenen beiden Wochen deutlich verschärft", sagt der Ärztliche Direktor Dr. Michael Fries. Triage-Entscheidungen, wie sie zuletzt aus einer Klinik im sächsischen Zittau gemeldet wurden, stünden hier "glücklicherweise noch nicht zu Debatte". Bei der Triage müssen Ärzte und medizinisches Personal entscheiden, welchem Patienten im Falle eines Versorgungsengpasses lebensrettende Maßnahmen gespendet werden.

St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg: Aktuell 55 Corona-Patienten

Derzeit werden im St.-Vincenz-Krankenhaus 55 Covid-19-Patienten behandelt; acht von ihnen liegen auf Intensivstationen, vier werden beatmet. Insgesamt stehen der Klinik 24 Beatmungsplätze zur Verfügung, teilt Fries mit. "Wir betreiben aktuell zwei komplette Stationen mit bestätigten Corona-Fällen, eine Station wird als Isolierstation für Verdachtsfälle genutzt." Dass Patienten innerhalb des Versorgungsgebiets verlegt werden, "um lokale Spitzen abzudecken" sei die Regel. "In den anderen Kliniken wurden zum Teil zusätzliche Behandlungskapazitäten geschaffen." Das wäre auch für Limburg möglich. "Sollte es die Situation erfordern", könnte auch hier "zeitnah eine weitere Station eröffnet" werden.

Arzt des St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg: „Achtsamkeit, Rücksicht und Solidarität“

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, appelliert Fries: "Halten Sie sich bitte strikt an die von der Bundesregierung geforderten Maßnahmen - alles, was dem zuwider läuft, mündet in einer weiteren Belastung unserer Kliniken und unserer Mitarbeiter, die ohnehin an ihren Grenzen stehen." Bereits jetzt stünden die ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter unter einer enormen Belastung. "Wir meistern seit Wochen und ohne Pausen eine zunehmende Zahl von Kranken, die aufgrund der Isolationspflicht viel aufwendiger in der Pflege sind als normale Patienten", sagt Fries.

Ohne Ärzte und Pfleger sei diese hohe Anzahl von Corona-Patienten nicht zu versorgen. Man können die Erkrankten aber eben "nur dann adäquat behandeln, wenn eine ausreichende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesund bleibt und nicht erkrankt ist. Also sind - passend zur Jahreszeit - Achtsamkeit, Rücksicht und Solidarität das Gebot der Stunde", betont der Ärztliche Direktor. (abv)

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