Viktoria Partheil leitet das Bürgerbüro in der Limburger Stadtverwaltung. Für Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) hat sich der Service für die Bürger der Stadt dadurch deutlich verbessert.
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Viktoria Partheil leitet das Bürgerbüro in der Limburger Stadtverwaltung. Für Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) hat sich der Service für die Bürger der Stadt dadurch deutlich verbessert.

Erstes Fazit

Limburg: Das Bürgerbüro als zentrale Anlaufstelle

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Stadt zieht neun Monate nach Eröffnung eine erste Bilanz und reagiert auf Kritik

Limburg -Seit dem 1. April des vergangenen Jahres gibt es das Bürgerbüro der Stadt Limburg im Erdgeschoss des Rathausanbaus an der "Pusteblume", wo sich bis dahin das Einwohnermeldeamt befand; das ist seitdem ein wichtiger Bestandteil des Bürgerbüros. Am gleichen Tag trat Victoria Partheil ihren Dienst als Leiterin dieser neu geschaffenen Einrichtung an. Die Verwaltung sieht nun in einer Pressemitteilung "Zeit für ein erstes Fazit".

Sie reagiert damit wohl auch auf die von der Limburger CDU in ihrem Wahlprogramm formulierte Kritik an der bisherigen Umsetzung beim Bürgerbüro. Zum einen fordert die Partei darin, "einen möglichst großen Teil der Verwaltungsprozesse digital erledigen zu können". Zum anderen sieht die CDU, die bei der Bürgermeisterwahl am 14. März darauf hofft, dass der von ihr unterstützte Kandidat Stefan Laux gewinnt, die Stadt im Jahr 2021 vom Ziel, ein "moderner Dienstleister" zu sein, "weit entfernt". "Limburg muss endlich ein Bürgerbüro als erste Anlaufstelle erhalten", heißt es im CDU-Wahlprogramm.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) reagiert nun offenkundig auf diese Kritik und spricht von "Fortschritten" bei der Digitalisierung im Bürgerbüro. Ein wichtiges Datum für einen "Digitalisierungsschub" steht nach seinen Angaben inzwischen fest: Am 24. Februar werde der Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Städten Fulda, Marburg, Gießen, Wetzlar und Limburg im Bereich der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen unterzeichnet. Angestrebt werde ein "digitales Bürgerbüro" weil ein bundesweites Gesetz vorschreibe, bis Ende 2022 alle Verwaltungsdienstleistungen - auch - online anbieten zu müssen.

Das Bürgerbüro sei die zentrale Anlaufstelle der Stadtverwaltung, betont der Bürgermeister. Dessen Standort befindet sich genau dort, wo bisher das Einwohnermeldeamt war. "Dessen klassische Aufgaben bilden den Kern des neuen Bürgerbüros", sagt Walter Gläser als Leiter des Hauptamts, zu dem die Abteilung "Bürgerbüro" gehört.

Neue Aufgaben hinzugekommen

"In den zurückliegenden Monaten sind noch verschiedene neue Aufgabengebiete hinzugekommen". Zu klassischen Aufgaben wie An-, Um- und Abmeldungen sowie dem Pass- und Personalausweiswesen seien als neue Aufgaben unter anderem der Bereich Parkausweise, Fundsachen oder das Ausstellen des Limburg-Passes hinzugekommen. Der Bürgermeister betont, dass die Bürger weiterhin 90 Prozent ihrer Anliegen an die Stadtverwaltung in der Innenstadt erledigen könnten. Neben dem Bürgerbüro seien das Ordnungsamt (am Bahnhof), das Standesamt sowie das Amt für soziale Betreuung mit der Kinder- und Jugendarbeit sowie das Kulturamt mit den Kunstsammlungen, das Stadtarchiv (im Schloss), die Limburger Ehrenamtsagentur und der Ortsgerichtsvorsteher weiterhin mitten in der Innenstadt. Ein Termin in den Fachabteilungen im Stadthaus (früher Mundipharma) auf der Dietkircher Höhe werde vor allem von Ingenieuren, Investoren und Planern wahrgenommen. Damit weist der Bürgermeister Vorwürfe zurück, wonach mit dem Umzug eines Teils der Stadtverwaltung auf die Dietkircher Höhe die Distanz zu den Bürgern angeblich größer geworden sei.

Das Limburger Bürgerbüro "im Regelbetrieb" hat dessen Leiterin Victoria Partheil wegen der Corona-Pandemie aber noch nicht kennengelernt. "Über viele Monate hatten wir geöffnet, ohne dass eine Anmeldung notwendig war", sagt sie. "Doch mit dem Shutdown Anfang November vergangenen Jahres ließ sich das nicht mehr aufrechterhalten, deshalb arbeiten wir aktuell auch mit Terminvereinbarungen", erklärt sie.

Das lasse die Telefone derzeit nonstop klingeln. Jeder Anrufer werte das eigene Anliegen als Notfall - und das sorgt mitunter für Probleme. "Ich habe durchaus Verständnis, wenn es in sehr schwierigen Zeiten einen großen Beratungsbedarf gibt oder auch viele Behördengänge jetzt ganz dringlich werden, doch wenn der Besuch des Bürgerbüros mit Pöbeleien gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbunden ist, dann ist das nicht hinnehmbar", sagt der Bürgermeister. Dazu komme, dass die Mannschaft des Bürgerbüros als Folge der Pandemie in zwei getrennten Teams arbeite, um den Betrieb aufrechterhalten zu können, sollte ein Mitarbeiter eines Teams an Covid-19 erkranken.

Nach Angaben von Bürgermeister Hahn wird das Bürgerbüro auf Dauer seinen Platz im alten Rathaus finden. Allerdings müsse dies zuvor ertüchtigt werden. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind laut Stadt umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Dafür liefen derzeit die Vorbereitungen.

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