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Gewerkschaftssekretär Armin Schmidt (links) diskutierte mit KSK-Vorstand Mario Rohrer (rechts).

Angestellte aus ganz Hessen dabei

Limburg: Demonstration vor der Sparkasse

  • vonRobin Klöppel
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Mitarbeiter fordern 4,8 Prozent mehr Gehalt sowie keine Streichungen von Sparkassensonderzahlungen ("14. Monatsgehalt")

Limburg – Etwa 50 Kreissparkassenmitarbeiter aus ganz Hessen haben am Mittwoch auf Einladung der Gewerkschaft Verdi vor der Zentrale der Kreissparkasse (KSK) Limburg an der Diezer Straße demonstriert. Der Grund ist, dass sie rückwirkend zum 1. September 4,8 Prozent mehr Gehalt sowie keine Streichungen von Sparkassensonderzahlungen ("14. Monatsgehalt") fordern. Was viele nicht wissen: Kreissparkassen-Angestellte werden nicht nach dem Bankentarif, sondern nach dem der öffentlichen Hand bezahlt und die hierfür vereinbarten Gehaltsanhebungen wollen die Sparkassen nicht zahlen.

"Wir sind bewusst mit einer kleineren Gruppe hierher gekommen, weil wir Corona-Zeiten haben. Von daher geht es nicht um die Masse an Menschen, sondern darum, unsere Ziele klar anzusprechen", sagte Armin Schmidt, Verdi-Gewerkschaftssekretär für den Bezirk Wiesbaden. Die Aktion fand gezielt in der Domstadt statt, weil das Limburger KSK-Vorstandsmitglied Mario Rohrer gleichzeitig auch Sprecher des Gruppenausschusses Sparkassen im kommunalen Arbeitgeberverband Hessen ist und somit direkten Einfluss auf die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern hat.

Obwohl Rohrer nach Aussagen des Gewerkschaftssekretärs vor der Versammlung nicht auf die Demo-Ankündigung reagiert hatte, kam er spontan aus seinem Büro und sprach auf der Straße mit den Verdi-Vertretern. Allerdings machte er dabei aber auch keine konkreten Zusagen.

Schmidt ärgerte sich, dass die Sparkassen bundesweit "mal wieder nicht an die für den öffentlichen Dienst vereinbarten Gehaltsanhebungen halten" und stattdessen den Eindruck erwecken wollten, als könnten sie sich diese nicht leisten. "Trotz Corona haben die Kreissparkassen aber auch 2020 sehr gute Bilanzen und stehen besser da, als die Kommunalverwaltungen."

Fehlendes Angebot der Arbeitgeber

Annegret Kaiser, Fachbereichsleiterin Finanzdienstleistungen bei Verdi ärgerte sich, dass bisher trotz zweier Verhandlungsrunden kein konkretes Angebot vorliege. Von daher gehe es darum, mit der Versammlung ein Signal zu setzen. Jeder Mitarbeiter solle mindestens 150 Euro mehr im Monat bekommen, Auszubildende und Praktikanten zumindest 100 Euro.

Kaiser kritisierte, dass die Arbeitgeber den Eindruck erweckten, als werde es schwer, eine Gehaltsanpassung zu erreichen. Zudem forderten sie, dass das erzielte Ergebnis drei Jahre Bestand haben solle. Schmidt mutmaßte, dass die Verhandlungen in der Corona-Zeit bewusst verschleppt würden, weil bekannt sei, dass die Gewerkschaft momentan Probleme habe, ihre Mitglieder zu mobilisieren.

Eine bewusste Verzögerungstaktik wies Mario Rohrer weit von sich. Die Gewerkschaft und er hätten am Ende dieselben Ziele, den Erhalt der Sparkasse und der Arbeitsplätze. Rohrer betonte, dass ihm das Wohl der Mitarbeiter sehr wichtig sei, niemand entlassen worden oder in Corona-Zeiten in die Kurzarbeit geschickt worden sei. Er bat darum, die Verhandlungen nicht unter Zeitdruck zu führen. Beide Seiten sollten fair und sachlich in die Gespräche gehen. Rohrer wünschte sich, dass es ohne große Streikaktionen zu einer für beide Seiten fairen Lösung komme. Denn alles andere würde seiner Meinung nach nur die Kundschaft verschrecken. (Von Robin Klöppel)

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