Blick in eines der neuen "Zelthäuser" auf dem Campingplatz in Limburg. In der Konstruktion aus Holz und Zelt haben fünf Personen Platz inklusive Bad, kleiner Küche und Terrasse. Die neuen Betreiber des Campingplatzes Gottfried Weiß (rechts) und sein Sohn Kevin (Mitte), der Geschäftsführer des "Camping Resorts" ist, zeigen Bürgermeister Dr. Marius Hahn die neue Übernachtungsmöglichkeit.
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Blick in eines der neuen "Zelthäuser" auf dem Campingplatz in Limburg. In der Konstruktion aus Holz und Zelt haben fünf Personen Platz inklusive Bad, kleiner Küche und Terrasse. Die neuen Betreiber des Campingplatzes Gottfried Weiß (rechts) und sein Sohn Kevin (Mitte), der Geschäftsführer des "Camping Resorts" ist, zeigen Bürgermeister Dr. Marius Hahn die neue Übernachtungsmöglichkeit.

Modernisierung

Limburg: Neuer Campingplatz nimmt Form an – Biergarten und Restaurant geplant

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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1,7 Millionen Euro investiert die Familie Weiß in den Campingplatz Limburg. Auch ein Empfangsgebäude mit Restaurant und Biergarten soll entstehen.

Limburg – Seit vergangenem Jahr betreibt die Familie Weiß den Limburger Campingplatz direkt an der Lahn. Von Anfang an war klar, dass eine hohe Summe in die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Anlage investiert werden muss - und das unter erschwerten Bedingungen aufgrund der Pandemie. Doch der neue Campingplatz nimmt Form an.

Am gestrigen Freitag besuchte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) die Baustelle, um sich die Fortschritte anzuschauen. Er dankte nach der Besichtigung dem Geschäftsführer des "Camping Resorts Limburg", Kevin Weiß, sowie dessen Vater Gottfried Weiß "für den unternehmerischen Mut". Die Familie investiere eine Summe von insgesamt fast 1,7 Millionen Euro in die Erneuerung der Anlage, hatte Weiß senior zuvor berichtet. So gebe es bereits modernisierte Stromanschlüsse an jedem der insgesamt 138 Stellplätze für Wohnwagen, der Uferbereich sei neu gestaltet und bepflanzt worden, Rollrasen verlegt und neue Laternen aufgestellt worden. Ein bestehendes Sanitärgebäude im hinteren Teil des Campingplatzes ist bereits zum großen Teil saniert worden.

Campingplatz Limburg: Bagger bohrt 45 Löcher

Als Folge der Pandemie wird es jedoch teurer als geplant: So sind zum Beispiel die Preise für Holz deutlich gestiegen. Das Ziel bleibe, einen Vier-Sterne-Standard zu bieten, "aber der Kunde, der uns in seiner Bewertung fünf Sterne gibt, ist mir noch viel wichtiger", sagte Gottfried Weiß.

Die größte Aufmerksamkeit erregt derzeit ein Spezialbagger, der 45 Löcher in die Erde bohrt, die zwischen fünf und sieben Meter tief sind und mit Beton aufgefüllt werden. Sie sollen für die nötige Stabilität der Bodenplatte mit einer Grundfläche von 850 Quadratmetern sorgen, auf der (parallel zum Rad- und Fußweg) bis zum Ende dieses Jahres Hochwasser tauglich das neue Empfangsgebäude für die Camper mit sanitären Anlagen (Dusche und WC) sowie Restaurant, Biergarten und Lounge entstehen sollen.

Das gastronomische Angebot richtet sich an alle interessierten Bürger mit einem direkten Zugang vom Rad- und Fußweg aus. 85 Plätze gibt es im Restaurant und Biergarten, 45 in der Lounge. Die Familie Weiß betreibt den "Grillstadl" in Offheim, möchte diesen aber mittelfristig verkaufen, um sich voll und ganz dem Campingplatz zu widmen, der das ganze Jahr über geöffnet ist. Zum neuen Konzept gehören keine Dauercamper mehr, die den Zugang zum Uferbereich blockieren, sowie verschiedene Angebote für Menschen, die zwar campen wollen, aber ohne Wohnwagen und ohne Zelt anreisen.

Große und kleine "Zelthäuser" entstehen auf dem Campingplatz Limburg

Wer stattdessen komfortabler zelten will, kann sich in kleinere "Zelthäuser" einmieten, von denen zwei bereits fertig sind und denen noch fünf bis sechs weitere folgen könnten, falls der Bedarf vorhanden ist. Sie beherbergen zwei Holzbetten mit Matratze und stehen auf einer Holzkonstruktion, so dass sie auf dem Gelände auch an anderer Stelle aufgestellt werden können - zum Beispiel direkt am Lahnufer.

Ebenfalls bereits errichtet und eingerichtet sind zwei große "Zelthäuser", die Platz für fünf Personen bieten und wie ein frei stehendes "Ferienhaus" auf Stelzen aussehen. Sie sind mit zwei Schlafzimmern, einer Küche, einem Aufenthaltsraum und einer Terrasse versehen. In einem dieser Zelthäuser gibt es sowohl Toilette und Dusche, in dem anderen, das dafür günstiger gemietet werden kann, nur ein WC.

60 Prozent der Stellplätze auf dem Campingplatz Limburg dürfen ab Ende nächster Woche vergeben werden

Nach derzeitigem Stand der Pandemie kann die Pächterfamilie von Ende kommender Woche an 60 Prozent der angebotenen Stellplätze vermieten. Neben den insgesamt 138 Stellplätzen für Wohnwagen gibt es noch 17 Zeltplätze sowie einen eigenen Stellplatz für 38 Wohnmobile.

Die Preise auf dem Campingplatz variieren je nach Lage und Personenzahl. Am teuersten ist ein Wohnwagenplatz direkt am Lahnufer: Zwei Erwachsene zahlen dafür 38 Euro; im hinteren Bereich kostet es 27 oder 24 Euro. Ein großes "Zelthaus" mit eigener Dusche kostet für fünf Personen 159 Euro am Tag, das "Zelthaus" ohne eigene Dusche kostet pro Tag 139 Euro. (Stefan Dickmann)

Lange Zeit war unklar, wer den Campingplatz in Limburg übernimmt. Jahrelang hatte es Verhandlungen zwischen Stadt und der vorherigen Pächterin gegeben.

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