Die Sanierung des Weinhauses Schultes in der Altstadt wird erneut ausgezeichnet.
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Die Sanierung des Weinhauses Schultes in der Altstadt wird erneut ausgezeichnet.

Altstadt-Gebäude

Limburg: Deutscher Preis für Denkmalschutz fürs Weinhaus Schultes

Besitzer Achim Kramb erhält Silberne Halbkugel und viel Lob von der Jury.

Limburg -Die Limburger Altstadt beherbergt viele architektonische Schmuckstücke. Einige dieser Bauwerke sind denkmalgeschützt und sogar preisgekrönt. Dazu gehört das Weinhaus Schultes, das erst im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Hessischen Denkmalschutzpreis belegte. Jetzt wird Inhaber Achim Kramb mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz prämiert. Es ist die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes in Deutschland und wird in mehreren Kategorien vergeben. Die Silberne Halbkugel wird für überdurchschnittliches Engagement einzelner oder mehrerer Personen für die Denkmalpflege verliehen. Kramb ist der einzige Preisträger aus Hessen.

"Ich hab am Freitag den Brief in der Post gehabt und mich sehr darüber gefreut", sagt Kramb. Gerechnet habe er mit dem Preis nicht, obwohl er wusste, dass ihn das Landesamt für Denkmalpflege Hessen für den Preis vorgeschlagen hatte. "Das ist eine schöne Anerkennung und Wertschätzung meiner Mühen." Außerdem sei das eine gute Werbung für die Stadt Limburg und das Haus.

Achim Kramb dankt der Stadt Limburg und dem Landesamt für Denkmalpflege für ihre Unterstützung bei der Sanierung des Hauses. "Die Stadt hat mir mit 18 000 Euro für den Erker geholfen. Und vom Landesamt für Denkmalpflege gab es Fördermittel in Höhe von 100 000 Euro", sagt Kramb.

Die Seele des Hauses erhalten

"Achim Kramb hat das seit 1836 als Gasthaus genutzte Gebäude in der Limburger Altstadt von 2017 bis 2019 mit großem Respekt vor der Geschichte und den Gebrauchsspuren der Nutzer und Bewohner des Gebäudes Substanz schonend restaurieren lassen. Oberste Prämisse war die Fortführung der Funktion des Gebäudes als Gasthaus", heißt es in der Begründung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz.

"Angesichts der aktuellen Anforderungen hinsichtlich des Immissionsschutzes, der Hygiene, des Brandschutzes, der Ausstattung von Personalräumen, Toilettenanlagen, des Fettabscheiders, der Müllkühlung und vieler anderer Belange war diese Maßnahme ein äußerst schwieriges Unterfangen, wurde doch in der Küche bis dato noch zwischen fetttriefenden Wänden und unter einer durchrosteten Hinterhofverglasung auf 100 Jahre alten Zementfliesen gekocht", erklärt Professor Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Die über ein Jahrhundert durch Nikotinschwaden dunkelbraun gefärbten Oberflächen seien durch Restauratoren aufwendig gereinigt, worden. Die gesamte Ausstattung wie Mobiliar, Tische und Stühle sowie alle Bilder seien nach ihrer Reinigung und Restaurierung an ihren Standort zurückgekehrt. Die Wiederherstellung des Gebäudes sei auch ein wertvoller Beitrag zur Stadtreparatur. Sie trage zur Erhaltung des Altstadtensembles und damit zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Limburg bei, so die Jury..

Die Restaurierung erfolgte auf der Basis von auf dem Dachboden gefundenen Dokumenten, die der Eigentümer geborgen, dokumentiert und gesichert hat. Die seit Jahrzehnten leerstehenden Räume im Obergeschoss werden nun als Fremdenzimmer und Ferienwohnungen genutzt. Und der Festsaal dient ebenso wie der Gewölbekeller für feierliche Anlässe oder Weinproben. "Bei der Sanierung konnte der historische Fensterbestand erhalten werden. Außerdem wurde das Fachwerk ausgebessert und das Dach denkmalgerecht neu gedeckt. Auch der historische Kachelofen wurde mit einem Heizregister im Sonderbau ausgestattet, so dass die Gäste nun wieder in den Genuss der altvertrauten Strahlungswärme kommen", lautet die Erklärung des Komitees für Denkmalschutz.

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