Michaela Rüffert (von links) und Tamara Mittler stöbern trotz Masken unbeschwert in "Emma's Boutique" bei Julia Lorenzo.
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Michaela Rüffert (von links) und Tamara Mittler stöbern trotz Masken unbeschwert in "Emma's Boutique" bei Julia Lorenzo.

Ladeninhaber befragt

Limburg: Die Geschäfte nach Weihnachten laufen mäßig

  • VonRobin Klöppel
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Einige Ladeninhaber sind zufrieden, andere klagen über starke Umsatzeinbußen

Limburg -Dafür, dass Coronazeit ist und die Kunden nur mit 2 G in die Läden kommen, sind die meisten Limburger Händler noch mit dem Nachweihnachtsgeschäft zufrieden. Doch klar ist auch: Nicht nur der Regen, der nicht gerade zum Bummeln einlud, führte dazu, dass Anfang der Woche das Nachweihnachtsgeschäft bei weitem nicht so gut war, wie in früheren Jahren.

Am Dienstagnachmittag ist in der Altstadt und in der Fußgängerzone nicht besonders viel los, in der trockenen WERKStadt ein bisschen mehr. Das mag auch damit zusammenhängen, dass bei Regen mehr Menschen rein in die Geschäfte gehen, wie Vohl- & Meyer-Geschäftsführer Martin Acht sagt, und was sich auch bei einem Blick in sein Geschäft bestätigt. "Ich bin mit dem Geschäft zufrieden", so Acht.

Horst O. Hoppe, der Vorsitzende des CityRing, berichtet: "Die Frequenz fehlt ein bisschen". Hoppe führt das auf die Diskussion über Corona zurück, auch wenn die Kunden bei den Einlasskontrollen in der Regel ganz entspannt reagierten. Laut Hoppe sei bei den meisten Geschäften ein leichter Umsatzrückgang zu 2019 feststellbar, in den Bereichen Textilien und Schuhe etwas mehr. "Ich denke, die Vorsichtigen warten mit den Käufen bis in den Januar oder Februar, wollen den Pulk in der Stadt vermeiden", so Hoppe. Dass etwas in Sachen Corona-Ansteckung passieren könne, sei nie auszuschließen, aber dass sich jetzt viele Bürger boostern ließen, gebe in den Geschäften eine moderate Sicherheit.

Bändchen-Aktion kommt gut an

Die Bändchen-Aktion des CityRing - einmal kontrollieren und dann damit in fast alle Geschäfte (es gibt auch wenige, die die Bändchen nicht akzeptieren) - laufe gut. Hoppe bat um Verständnis, dass die Geschäftsinhaber sich an die Regelungen halten müssten, also keinen Ungeimpften Zutritt gewähren könnten, auch zum Schutz der eigenen Mitarbeiter. Nach Hoppes Kenntnisstand sind die Mitarbeiter in den CityRing-Geschäften zum größten Teil geimpft oder zumindest getestet.

Olaf Gebhardt vom Center-Management der WERKStadt sagt, dass man in die WERKStadt auch ohne Impfnachweis hineinkomme, weil sich dort auch der Grundversorgung dienende Geschäfte befinden würden. In den Geschäften, in denen es erforderlich sei, müssten die Kunden dann natürlich den Nachweis erbringen.

Während es Gebhardts Aussagen nach am Montagmorgen in der WERKStadt noch eher ruhig gewesen sei, sei nachmittags starker Betrieb gewesen. Gebhardt sagt: "Die Frequenz ist gut, aber natürlich kein Vergleich zu 2019." Viele seien nach wie vor durch die Pandemie verunsichert. Dadurch seien teilweise Kunden ins Netz abgewandert, die auch dortgeblieben seien.

Marie Pacinella Formeier vom Vorstand des Limburger Altstadtkreises lobt die Kunden, die bei den Kontrollen und der Einhaltung der Hygienevorschriften sehr diszipliniert seien. Sie berichtet von vielen Menschen am Montagnachmittag in der Stadt. Sie sagt aber auch, dass die Bürger vorsichtiger geworden seien und vom Gefühl her auf jeden Fall weniger Menschen in der Stadt unterwegs seien als gewohnt.

Kasper Osthoff, Inhaber von Spranz Landhaus und Trachtenmoden, berichtet, dass das Nachweihnachtsgeschäft am Montagmorgen noch ruhig gewesen sei, am Nachmittag schon besser, und am Dienstag deutlich mehr Kunden da gewesen seien. Sein eigenes Geschäft bezeichnet er als "okay". Dass bei ihm die Bändchen-Ausgabestelle sei, habe den einen oder anderen neuen Kunden gebracht, so Osthoff.

"Zu wenige Menschen in der Altstadt"

Kirsten Zabel-Leutheuser, Inhaberin der Galerie auf der Treppe in der Altstadt, spricht von "einem guten Geschäft". Die Kunden seien froh, dass das Geschäft überhaupt noch offen sei. Julia Lorenzo, Inhaberin von "Emma's Boutique", sieht es anders. Sie sagt, dass im November noch deutlich mehr in der Stadt losgewesen sei. Es seien derzeit insgesamt zu wenig Menschen in der Altstadt unterwegs, viele durch Corona verunsichert, die aktuell nur das Nötigste kauften.

Heike Zabel von Zabellas Mode sagt ganz offen: "Ich habe 50 bis 70 Prozent Umsatzeinbuße." Viele seien mit dem Kaufen ins Netz abgewandert. Es seien auch deutlich weniger Weihnachtsgeschenke gekauft worden als früher.

Michael Reiter ist einer der Kunden, der mittlerweile fast alles online kauft. Bei ihm sei das aber eher ein Zeitproblem, sagt er. Nun habe er Urlaub und mal Zeit, durch die Stadt zu gehen. Seine Bekleidung kaufe er in der Regel noch im Fachgeschäft. Michaela Rüffert hingegen nimmt sogar den Weg aus Mainz in Kauf, um am Dienstagnachmittag mal durch die Limburger Stadt zu bummeln. "Man kann hier schön einkaufen. Die Altstadt ist klasse, überall gibt es Pizzerien und das Parken ist nicht teuer", sagt sie. Den Impfnachweis in den Geschäften zu zeigen und Maske zu tragen störten sie nicht. "Das sind doch alles Kleinigkeiten", betont die Kundin. Sie selbst habe beim Shoppen auch keine Angst, halte sich an die Regeln und teste sich regelmäßig. Kundin Tamara Mittler sagt: "Wenn sich jeder an die Regeln hält, spricht nichts dagegen, einkaufen zu gehen." Thomas Scheid aus Flacht berichtet: "Ich gehe weiter ganz normal einkaufen. Ich finde, gerade in der aktuellen Zeit sollte man bewusst den heimischen Handel unterstützen."

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