Klaus Rohletter ist einer der drei Geschäftsführer der Bauunternehmung Albert Weil AG.
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Klaus Rohletter ist einer der drei Geschäftsführer der Bauunternehmung Albert Weil AG.

Unternehmen

Limburg: Die Situation im Baugewerbe in Corona-Zeiten

Interview mit Klaus Rohletter von der Albert Weil AG

Limburg -Corona hat die Welt voll im Griff. Viele Berufszweige und Branchen leiden immens unter der Situation. Wie sieht es in der Bauwirtschaft aus? PR-Redakteurin Anette in Concas sprach mit Klaus Rohletter, einem der drei Geschäftsführer der Bauunternehmung Albert Weil AG.

Herr Rohletter, seit Monaten ist es zumindest für Privathaushalte kaum möglich, Handwerker kurzfristig zu bekommen. Wie sieht es bei Ihnen im Tiefbau und im konstruktiven Ingenieurbau aus? Sind Sie auch so überlastet?

Zurzeit haben wir noch richtig viel zu tun. Die Situation wird ab dem kommenden Jahr aber auch für uns deutlich schwieriger, da den Kommunen voraussichtlich Gewerbesteuern wegbrechen werden. Das bedeutet, dass in Zukunft Baumaßnahmen zurückgestellt werden müssen.

Und wie wollen Sie das auffangen? Immerhin haben Sie in der Unternehmensgruppe rund 450 Mitarbeiter.

Wir möchten in der Region bleiben, also wie bisher im Radius von rund 100 Kilometern agieren. Daher versuchen wir, mit unseren Leistungen in die Breite zu gehen und die Situation mit neuen Aktivitäten auszugleichen. Die Dienstleistungsgesellschaft, die wir bereits vor vier Jahren gegründet haben, haben wir jetzt mit der zusätzlichen Küchenabluftreinigung in sieben Servicebereiche aufgestockt. Hinzugekommen ist auch eine Erddeponie an der weitgehend ausgeschöpften Ton-Grube Karl in Obertiefenbach. Für dieses Rekultivierungsgeschäft haben wir trotz der schwierigen Situation drei neuartige Kippsattel-Fahrzeuge geordert. Hier wird es auch neue Arbeitsplätze geben. Zudem beschäftigen wir uns mit Immobilienprojekten in Idstein und Taunusstein und erschließen, gemeinsam mit Marcel Kremer, in Dehrn neue Bauplätze.

Wie geht Ihr Unternehmen mit Corona um?

Wir haben gleich am Anfang der Pandemie ein eigenes Corona-Gremium, bestehend aus vier Kollegen, gebildet. Sie treffen sich täglich, um die aktuelle Situation zu besprechen. Inzwischen haben wir für Besucher einen ausführlichen Anmeldebogen entwickelt. Maskenpflicht besteht auch während der Büroarbeit und auf den Baustellen. Mittlerweile dürfen nur noch maximal drei Mitarbeiter in einem Auto fahren. Wir tun, was wir können, denn wir haben unseren Mitarbeitern versprochen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

Und Homeoffice?

Rund 30 Mitarbeiter arbeiten immer im Wechsel von zu Hause aus. Allerdings nicht so gerne. Vielen Mitarbeitern fehlt das Miteinander, habe ich gehört.

Hatten Sie denn Corona-Fälle?

Ja, zwei. Ein Azubi und ein Polier sind erkrankt. Glücklicherweise haben die Mitarbeiter so schnell und verantwortungsvoll reagiert, dass kein weiterer Mitarbeiter in Quarantäne musste.

Gab es ein besonderes Erlebnis im Corona-Jahr?

Ja, und zwar ein ganz positives. Unser Polier Alexander Ulrich hat in den letzten Monaten die Arbeit mit dem Ankerstab so optimiert, dass wir jetzt ein Patent anmelden konnten. Ich hoffe, es klappt!

Was raten Sie anderen Unternehmen?

Trotz dieser schwierigen Situation geht es weiter! Nicht unterkriegen lassen, nach Alternativen schauen und weiterhin auf die Ausbildung junger Menschen setzen.

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