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Zehn Jahre alt ist der Caddy des Ordnungsamts Limburg. Er soll nächstes Jahr durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden.

Neuanschaffung

Limburg: Dieser rote Caddy hat ausgedient

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Stadt will drei neue Fahrzeuge für seine Hilfspolizisten anschaffen

Limburg -Das zehn Jahre alte Auto hat schon einiges erlebt. Vor allem auf der Rückbank, wenn psychisch kranke, verwahrloste oder obdachlose Menschen transportiert werden mussten. Das hat seine deutlichen Spuren hinterlassen, wenn man die Vorlage des Limburger Magistrats zum einzigen, für die 22 Hilfspolizisten des Ordnungsamts zur Verfügung stehenden Dienstfahrzeugs liest.

"Eine Reinigung der Stoffsitze ist ohne größeren Aufwand nicht möglich", heißt es in der Vorlage der Ersten Stadtrats Michael Stanke (CDU). "So kommt es vor, dass Kollegen den nicht gründlich gereinigten Sitz nutzen müssen, auf dem sich vorher ein zum Beispiel alkoholisierter oder psychisch kranker Mensch eingekotet, eingenässt oder erbrochen hat." Deshalb sei der unangenehme Geruch auch über einen längeren Zeitraum im Auto wahrnehmbar.

2021: Ausgaben von knapp 48 000 Euro

Fast 150 000 Kilometer hat der rote VW Caddy auf dem Tacho stehen. Aus Sicht des Magistrats ist es nun an der Zeit, diesen Dienstwagen auszumustern und nächstes Jahr durch ein neues Fahrzeug (entweder E-Auto oder Hybrid) zu ersetzen, und 2022 und 2023 jeweils ein weiteres Fahrzeug für das Ordnungsamt anzuschaffen, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden.

Zwar verfügt das Limburger Ordnungsamt schon über insgesamt vier Fahrzeuge, aber drei stehen den Hilfspolizisten generell nicht zur Verfügung: Zwei Fahrzeuge werden ausschließlich von den beiden Hundeführern genutzt und das dritte ist zum Messfahrzeug ausgebaut worden.

Neben dem Alter und dem Hygiene-Problem mit den Stoffsitzen ist der genutzte Wagen aber auch noch aus anderen Gründen nicht optimal für das Ordnungsamt: So fehlt ein optisches Sondersignal (Blaulicht) bei Straßensperrungen, und die neutrale Lackierung ist ein Problem, "so dass dieses Fahrzeug von einem zivilen Fahrzeug nicht zu unterscheiden ist", heißt es in der Vorlage für die Stadtverordneten, über die in der Sitzung am Montag abgestimmt wird. "Bereits in der Vergangenheit gab es mehrfach die Situation, dass der rote Caddy bei Straßensperrungen von den übrigen Autofahrern nicht wahrgenommen wurde." Und schließlich bemängelt Stanke, den Hilfspolizeibeamten fehlten Ausrüstungsgegenstände wie Warnfackeln, Pylonen, Absperrband, um Straßenabsperrungen vorzunehmen: Die würden bislang in der Regel dem Ordnungsamt von der Polizei zur Verfügung gestellt.

Und diese Kriterien sollte das neue Dienstfahrzeug aus Sicht der Stadt künftig erfüllen:

Silbern oder weiß lackiert mit der Blau oder Blau-Gelb reflektierenden Schrift "Ordnungsamt";

Blaulicht, um bei Straßenabsperrungen deutlich als Behördenfahrzeug erkennbar zu sein;

Ausrüstungsgegenstände im Wert von 700 Euro wie Kelle, Notbeatmungsmaske, Absperrband, Warnwesten, Sprühkreide - so, wie es laut Magistrat in Streifenwagen der Polizei Standard ist.

Ledersitze, weil sich diese besser reinigen und desinfizieren lassen als Stoffsitze;

Fünftürer, um komplizierte oder eskalierende Situationen, zum Beispiel im Fall einer Einweisung in die Psychiatrie, besser entschärfen zu können.

Was würde ein solches Fahrzeug kosten? Laut Stanke müsste die Stadt mit Kosten in Höhe von 40 000 Euro plus des Sonderausbaus von 6000 bis 8000 Euro rechnen - je nach Hersteller mit einem Behördenrabatt bis zu 25 Prozent für einen Hybriden (Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor).

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