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Aziz Agman

Religion

Limburg: "Fasten ist eine Frage der Gewöhnung"

Aziz Agman berichtet darüber welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Muslime im Ramadan hat.

Limburg -Für alle Muslime beginnt heute der Fastenmonat Ramadan. Aber genauso wie die Kirchen, bleiben auch die Moscheen mindestens bis Anfang Mai geschlossen. Damit fallen das gemeinsame Fastenbrechen und das gemeinsame Gebet im Gotteshaus vorerst weg. Aziz Agman von der IGMG Fatih Moschee in Limburg erzählt im Gespräch mit Redakteurin Mariam Nasiripour, wie sich die Corona-Pandemie auf das Fasten und die Religionsausübung der Gläubigen auswirkt.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die bevorstehende Fastenzeit?

Auf das Fasten an sich hat es keine Auswirkungen. Jederzeit dürfen Kranke und schwache Menschen das Fasten aussetzen, so auch jetzt. Für alle anderen gilt, dass sie weiterhin fasten werden, zumal es langfristig gesundheitsfördernd ist.

Wie wird das gemeinsame Fastenbrechen in Zeiten von Corona aussehen?

Neben dem Fasten wird normalerweise das Fastenbrechen in der Moschee angeboten, das bislang auch von vielen Flüchtlingen und auch Nicht-Muslimen in Anspruch genommen wurde. Dies wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Wie gestaltet sich das gemeinsame Gebet?

Auch die täglichen Gebete und Koranrezitationsrunden werden nicht stattfinden.

Wird die Moschee für die Gläubigen geöffnet sein?

Die Moscheen wurden bereits vor dem Verbot für Kirchen und Moscheen für die Gebete geschlossen. Daran wird sich auch nichts ändern. Für individuelle Belange und Seelsorge besteht weiterhin die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit dem Imam.

Was hat die Gemeinde geplant, um die Gläubigen durch die Fastenzeit in der Corona-Krise zu begleiten?

Die Moscheegemeinden der IGMG sind auf e-Platform umgestiegen. So werden Bildungsangebote, Predigten und Gesprächszirkel angeboten. Die Inhalte werden auf den Monat Ramadan angepasst.

Verändert Corona die Art des Fastens, da die meisten Gläubigen nicht arbeiten und den ganzen Tag zu Hause sind? Wird es dadurch erleichtert?

Essgewohnheiten sind eine Frage der Gewöhnung. Wenn die Psyche und der Körper sich einstellen, ist es sowieso nicht schwer zu fasten. So gibt es auch viele Selbstexperimente bezüglich des Fastens. Viele berichten nach den ersten Tagen, dass es nicht mehr schwer fällt. Die ersten Tage der Umstellung würden durch die geringere körperliche Anstrengung leichter fallen.

Wie reagieren die Gläubigen auf die aktuelle Situation?

Das ist unterschiedlich. Viele, unter ihnen Menschen der Risikogruppe, haben Verständnis und sind einsichtig. Die andere Hälfte spricht sich für Lockerungen aus.

Wie werden die Bedürftigen unterstützt, die sonst zum Fastenbrechen in die Moschee kamen?

Wir haben leider von diesen Menschen keine Kontaktdaten. Sie kamen sonst immer nur zum Essen und gingen wieder. Wenn jemand bedürftige Personen oder Familien kennt, dann kann er uns gerne kontaktieren und wir helfen weiter.

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