Der neue Obermeister Dietmar Laux (sitzend, von links) und sein Stellvertreter Wilhelm Ottes mit Michael Fritz (hinten, von links), Stefan Laßmann, Reiner Plume, Julius Möller und Siegfried Schlotz.
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Der neue Obermeister Dietmar Laux (sitzend, von links) und sein Stellvertreter Wilhelm Ottes mit Michael Fritz (hinten, von links), Stefan Laßmann, Reiner Plume, Julius Möller und Siegfried Schlotz.

"Eine Sache der Vernunft"

Limburg: Fleischer aus drei Kreisen tun sich zusammen

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Die Innungen fusionieren, weil die Zahl der Betriebe sinkt.

Limburg -Die Fusion der Fleischerinnung Limburg-Weilburg und der Fleischerinnung Wiesbaden/Rheingau-Taunus ist perfekt. Diese wurde einstimmig beschlossen und nun durch die Unterschriften als neue Fleischerinnung Limburg-Wiesbaden gegründet. Alle Beteiligten zeigten sich in der Aula der Adolf-Reichwein-Schule mehr als zufrieden. "Das hat sich schon lange abgezeichnet", sagte der Obermeister der Fleischerinnung Limburg-Weilburg Ewald Stath. Die Fusion sei eine Sache der Vernunft und für beide Seiten wichtig.

So ruhte die Fleischerinnung Wiesbaden/Rhein-Taunus für die elf vertretenen Fleischerbetriebe schon länger. "Es gibt immer weniger Betriebe", sagte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden, Siegfried Schlotz, der die Belange der Fleischerinnung Wiesbaden/Rheingau-Taunus vertrat, da diese schon länger keinen Obermeister und Vorstand mehr hat.

"Unsere Lehrlinge gehen schon seit zehn Jahren nach Limburg in die Berufsschule. Seitdem ist die Fusion ein Thema", sagte Schlotz. Am Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Stefan Laßmann, lag es dann die offiziellen Regularien über die Bühne zu bringen. Angefangen über die Abstimmung der Fusion als solches bis hin zur Abstimmung über die Satzung der neuen Fleischerinnung wurde alles einstimmig durchgezogen.

erster Obermeister

Bevor dann die Wahlen für den neuen Vorstand anstanden, lag es am Limburger Obermeister Ewald Stath, die Hintergründe für den neuen Namen der Innung zu erläutern. "Ein längerer Namen hätte auf keinen Briefkopf gepasst". Daher entschied man sich für die beiden Städte Limburg und Wiesbaden im Namen. Dann übernahm wieder Stefan Laßmann die Regie, um die Wahlen für den neuen Vorstand abzuhalten. Da Ewald Stath nach sieben Jahren im Amt des Obermeisters nicht mehr zur Verfügung stand - "ich habe meinen Betrieb aufgegeben" -, gab es einen neuen Vorstand. Alle Posten wurden dann einstimmig besetzt. Dazu gehörte auch der neue Obermeister Dietmar Laux, der mit einem knappen aber lautstarken "Jou" die Wahl annahm. Dietmar Laux kann auf eine langjährige Erfahrung im Vorstand der Fleischerinnung verweisen. Ihm gehört er seit 2009 an. Seit 2014 ist er stellvertretender Obermeister.

Aus den beiden "alten" Innungen kamen dann die Stellvertreter mit Klaus Heymann (Limburg-Weilburg) und Wilhelm Ottes (Wiesbaden). Zu Beisitzern gewählt wurden Reiner Plume, Julius Möller und Michael Fritz. Der neue Vorstand durfte dann als erste Aufgaben Ewald Stath zum Ehrenobermeister ernennen und eine Urkunde an den Prüfungsbesten des Fleischerhandwerks, Robin Schäfer, zu übergeben.

Bevor die Fusion über die Bühne ging, lag es an Ewald Stath die Jahreshauptversammlung der Innung Limburg-Weilburg durchzuziehen. 2019 waren dort 27 Betriebe angeschlossen. Auch berichtete er von der Freisprechungsfeier für die Lehrlinge, "bei der leider von den sieben fischgebackenen Gesellen nur zwei anwesend waren, um ihren Gesellenbrief überreicht zu bekommen". Insgesamt werden in den Betrieben der Innung 35 Jugendliche ausgebildet. Im Detail sind dies 21 Fleischer und 14 im Beruf Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk.

renovierten Räumlichkeiten lernen

Dem Kreisbeigeordneten des Rheingau-Taunus-Kreises, Günter Retzmann, war es vor der Fusion der Fleischerinnungen Wiesbaden/Rhein-Taunus und der Fleischerinnung Limburg-Weilburg wichtig, die renovierten Räumlichkeiten in der Adolf-Reichwein-Schule (ALS) für die Fleischerlehrlinge zu begutachten. Diese Führung übernahm Schulleiter Ralf Abel, der bei der Führung von 400 000 Euro Investitionskosten für den Bereich der Fleischerinnung sprach.

"Wir haben innerhalb der Berufsschule die Lehrlinge aus den Ernährungsberufen zusammengeführt", berichtete Ralf Abel. In der Vergangenheit sei es passiert "dass die Fleischer mit einem Hinterviertel auf den Schultern an den Friseurinnen und Friseuren vorbei sind". Jetzt seien sie gemeinsam mit den Bäckern im Erdgeschoss untergebracht - mit einer direkten Verbindung für die Anlieferer der für den Unterricht benötigten Waren.

Damit verbunden war eine grundhafte Sanierung der Räume . Dazu gehörten Fliesenarbeiten und der Einbau einer Klimaanlage. Alles wurde dann, wie auch der Kühlraum, vom Veterinäramt abgenommen und auf die erforderlichen Hygienevorschriften untersucht. Den derzeit 40 anwesenden Auszubildenden im Fleischerhandwerk und bei den Fleischerfachverkäuferinnen stehen nun Räumlichkeiten zur Verfügung, bei denen Praxis und Theorie direkt verbunden sind. Dazu gehört auch der moderne Schlachtraum mit Gerätschaften, die zu einer Fleischerei gehören. Dazu zählen Rohrbahnen genau so wie Rauchanlagen. "Und wir haben einen Verkaufsraum mit einem Thekenbereich um Verkaufsgespräche zu simulieren", so Abel.

Insgesamt wurden in die Renovierung der Räumlichkeiten der Adolf-Reichwein-Schule 20 Millionen Euro investiert.

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