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Wenn mehrere Fußgänger auf der Verkehrsinsel an der Schiede-Kreuzung (bei Karstadt) stehen und auf Grün warten, kann es schon mal eng werden.

Verkehr

Gefahr für Fußgänger: Verkehrsinsel an Schiede-Kreuzung ist zu klein

Die Stadt Limburg hält eine Verkehrsinsel beim Kreishaus aufgrund ihrer Größe für problematisch. Aber was nur ist zu tun?

Limburg – Wer beim Kreishaus in Limburg an der Schiede die Kreuzung Richtung Diezer Straße (oder umgekehrt) als Fußgänger passieren will, weiß, wie wichtig die Verkehrsinsel ist, weil ein Überqueren der kompletten Fahrbahnbreite tagsüber nicht möglich ist.

Ein Leser unserer Zeitung machte uns darauf aufmerksam, dass die Aufstellfläche zwischen den insgesamt vier Fahrstreifen der Bundesstraße zu klein werde, wenn unter den Wartenden auch Mütter mit Kinderwagen oder Ältere mit Rollator seien.

Ist die Aufstellfläche zu klein? Diese Zeitung fragte nach bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil und der Stadt Limburg, die eine Verkehrswende ausgerufen hat mit dem Ziel, Limburg vor allem für Fußgänger und Radfahrer attraktiver zu gestalten.

Limburg: Viele Fußgänger überqueren Verkehrsinsel

Die Antwort von Hessen Mobil fällt eindeutig aus: Demnach werden die für eine Verkehrsinsel vorgeschriebenen Normen eingehalten. Auch die Antwort der Stadt ist eindeutig: Der Stadt sei dies sehr wohl bewusst, "dennoch halten wir die Aufstellflächen für Fußgänger für das Fußgängeraufkommen zur Hauptverkehrszeit für zu klein". Immerhin steht im verabschiedeten Masterplan Mobilität: "Eine Querbarkeit der Schiede in einem Zug ist sicherzustellen." Danach soll die Schiede zudem als eine der prägenden Straßenräume der Limburger Innenstadt "einen harmonischeren, einladenderen Eindruck erhalten".

Die Mindestanforderung der aktuellen Richtlinie für die Anlage von Straßen sehe eine Aufstellfläche für Fußgänger von zwei Mal vier Metern vor, teilt die Sprecherin von Hessen Mobil, Sonja Lecher, mit. "Die Aufstellfläche zwischen den beiden Fahrtrichtungen auf der Schiede vor dem Kreishaus hat eine Größe von circa 2,80 Meter mal 4 Meter. Diese entspricht somit formell den Anforderungen der Richtlinien." Das gelte im Übrigen auch für die circa 5,30 Meter lange Aufstellfläche auf der Dreiecksinsel zwischen der B 8 und dem Rechtsabbiegestreifen zur Diezer Straße; deren Breite betrage zwischen circa 1,60 Meter und 3,50 Meter. "Auch hier wird die Mindestanforderung gewährleistet", erklärt Lecher.

Limburg: Hessen-Mobil skeptisch bei Vergrößerung

Würde trotzdem die Möglichkeit bestehen, die Aufstellfläche der Mittelinsel auf der Schiede zu vergrößern? Unmöglich wäre das wohl nicht, aber es ist laut Hessen Mobil "schwierig". "Aufgrund des vorhandenen Verkehrsaufkommens sowie der Kurvenradien für den abbiegenden Verkehr an der Kreuzung sind die Rahmenbedingungen schwierig, um die Fahrstreifenbreite zu reduzieren und somit Platz für eine breitere Aufstellfläche zu schaffen", antwortet die Sprecherin von Hessen Mobil. 

"Im Blick behalten werden muss auch der Sicherheitsraum zwischen dem fahrenden Verkehr - hier insbesondere dem Schwerlastverkehr - und wartenden Fußgängern (auch wenn Fußgänger dicht am Bordstein stehen)." Allerdings behalte Hessen Mobil die Verkehrssituation für alle Beteiligten an der Schiede-Kreuzung im Blick.

Stadt Limburg sieht Handlungsbedarf

Die Stadt sieht gleichwohl Handlungsbedarf. "Zu beobachten ist, dass die Aufstellflächen zwischen den einzelnen Fahrspuren gerade vor dem Kreishaus nicht ausreichen, da zum Überqueren insgesamt drei Fahrbahnstreifen zu überwinden sind und die Grünphase zu knapp bemessen ist, um sie in einer Phase zu überqueren", teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. "Auch müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich das Mobilitätsverhalten ändert, sprich die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger oftmals mit einem Rollator unterwegs sind, der ebenfalls Platz benötigt."

 Da es sich um die Hauptkreuzung in der Innenstadt handle "und Schutzeinrichtungen für Radfahrer fehlen, steigen nicht so sichere Radler ab und überqueren schiebend die Fahrspuren, was den Platz an den Aufstellflächen weiter einschränkt". 

Von Stefan Dickmann

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