Achtung Fußgänger: Dieses Verkehrsschild auf dem Dehrner Weg in Offheim gibt Autofahrern den Hinweis auf Spaziergänger, die sich verstärkt in der Nähe der Fahrbahn aufhalten. Das dürfte sich nach der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets bis zum Dehrner Weg ändern. Dann sollen hier bewusst Autos, Transporter und Laster entlang fahren dürfen, um auf die B-49-Auffahrt Ahlbach zu kommen; links im Hintergrund ist die Blechwarenfabrik zu sehen.
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Achtung Fußgänger: Dieses Verkehrsschild auf dem Dehrner Weg in Offheim gibt Autofahrern den Hinweis auf Spaziergänger, die sich verstärkt in der Nähe der Fahrbahn aufhalten. Das dürfte sich nach der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets bis zum Dehrner Weg ändern. Dann sollen hier bewusst Autos, Transporter und Laster entlang fahren dürfen, um auf die B-49-Auffahrt Ahlbach zu kommen; links im Hintergrund ist die Blechwarenfabrik zu sehen.

Verkehrsgutachten für Gewerbegebiet

Limburg: Gewerbeausbau: So soll der Verkehr fließen

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Ortsbeirat diskutiert morgen Abend über die Empfehlungen eines neuen Gutachtens

Offheim -Das Gewerbegebiet in Offheim "Nördlich der Kapellenstraße" entlang der B 49 soll nördlich bis zum Dehrner Weg und westlich bis zum neuen Naherholungsgebiet am Sportplatz erweitert werden. Das wird zu deutlich mehr Verkehr durch die Autos der dort Beschäftigten sowie Lkw und Transportern führen. Nach einem für die Stadt von einem Fachbüro erstellten Verkehrsgutachten ist mit rund 3900 zusätzlichen Kfz-Fahrten pro Tag auszugehen, davon sollen circa 1000 Fahrten auf den Wirtschaftsverkehr entfallen.

Was das für das bestehende Straßennetz bedeutet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben sollten, hat das Fachbüro ebenfalls untersucht. Über das rund 50 Seiten umfassende Verkehrsgutachten wird am morgigen Mittwoch um 20 Uhr im Ortsbeirat im Bürgerhaus gesprochen.

Das Gutachten empfiehlt:

Keine zusätzliche Auf- und Abfahrt zur B 49: Eine zunächst angedachte zweite Auf- und Abfahrt zur B 49 in Offheim nur für den zweiten Bauabschnitt "Nördlich der Kapellenstraße" in Höhe der neuen Gewerbeflächen ist aus Sicht des Gutachtens "nicht erforderlich und auch nicht möglich".

Anbindung des neuen Gewerbegebiets über Ahlbach: Auch ohne eigene Auf- und Abfahrt zur Bundesstraße soll der zusätzliche gewerbliche Verkehr nicht komplett über den Ovalo-Kreisel an der Hannelore-Hingott-Straße abgewickelt werden, der bislang einzigen Zufahrt zum bereits bestehenden Gewerbegebiet "Nördlich der Kapellenstraße". Im Verkehrsgutachten wird "eine zweite Anbindung" an die B 49 empfohlen, und zwar über den Dehrner Weg in Fahrtrichtung Dehrn, dann links in die Kreisstraße (parallel zur Bundesstraße) bis zur B 49-Auffahrt in Höhe von Ahlbach, um von dort in Richtung Gießen fahren zu können. Laut Gutachten werden in dem genannten Bereich circa 2200 Fahrzeuge pro Tag im Durchschnitt erwartet. "Daher wird davon ausgegangen, dass die Unterführung an der B 49 als Engstelle mit Vorfahrt achten ausgebildet werden kann", heißt es im Gutachten.

Auf dem Dehrner Weg kein Durchgangsverkehr mehr: Der Dehrner Weg sollte aus Sicht der Verkehrsgutachter für den Durchgangsverkehr in Richtung Offheim gesperrt werden, das wird sogar "dringend empfohlen"; dies könne durch Poller erfolgen. Der Dehrner Weg war einmal eine Kreisstraße, ist allerdings schon seit vielen Jahren nur noch ein Wirtschaftsweg. Trotzdem wird er jeden Tag von rund 850 Fahrzeugen als Abkürzung genutzt, obwohl dort nur landwirtschaftlicher Anliegerverkehr erlaubt ist.

Aufwertung zweier Knotenpunkte: Durch den zusätzlichen Verkehr nach der Erweiterung des Gewerbegebiets empfiehlt das Gutachten die bauliche Aufwertung der beiden Knotenpunkte Limburger Straße / Kapellenstraße (am Friedhof) sowie Kapellenstraße/ Hannelore-Hingott-Straße (am Gewerbegebiet), weil diese künftig (noch) stärker belastet sein werden. Der Ovalo-Kreisel in Höhe des Gewerbegebiets sollte laut Gutachten "zwei Bypässe" bekommen. Wer mit seinem Kfz von der B 49 kommt und zum Gewerbegebiet will, sollte laut Gutachten eine eigene Rechtsabbiegespur erhalten (so dass nicht mehr in den Kreisel eingefahren werden muss). Der zweite Bypass mit einer eigenen Rechtsabbiegespur sollte laut Gutachten an der Straße "An der Meil" entstehen, die bislang ebenfalls in den Kreisel mündet. Gerade hier kommt es schon jetzt im Feierabendverkehr zu langen Autoschlangen von Mitarbeitern des alten Gewerbegebiets, die auf die Bundesstraße wollen. Sie müssten also nicht mehr erst in den Kreisel einfahren, um abbiegen zu können.

Und für die Limburger Straße, die Hauptdurchgangsstraße von Offheim, wird am Friedhof ein zusätzlicher Abbiegerstreifen empfohlen für Autofahrer, die links in die Kapellenstraße abbiegen wollen. Dann würde es an dieser Stelle auch nicht mehr so oft einen Rückstau geben durch Linksabbieger. Die Bushaltestelle in Höhe von Pauly müsste dafür ein paar Meter nördlich verlegt werden.

Mehr ÖPNV: Bei einem Vollausbau des Gewerbegebiets "Nördlich der Kapellenstraße" ist mit rund 1500 Beschäftigten und Besuchern pro Tag zu rechnen. Damit diese nicht alle aufs Auto angewiesen sind, empfiehlt das Gutachten im Gewerbegebiet die Einrichtung einer Bushaltestelle mit einer Linie durch das Gewerbegebiet "im mindestens 30-Minuten-Takt zur Hauptverkehrszeit". Zusätzlich sollten für den Lahn Star dort eigene Haltestellen geschaffen werden.

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