Ein Lächeln für die Kamera: Das Team von Meyer's Glühweinbude hält durch und bietet den Besuchern des Christkindlmarktes nun auch "Glühwein to go" in Thermosflaschen an.
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Ein Lächeln für die Kamera: Das Team von Meyer's Glühweinbude hält durch und bietet den Besuchern des Christkindlmarktes nun auch "Glühwein to go" in Thermosflaschen an.

Christkindlmarkt trotz Corona

Frust auf dem Weihnachtsmarkt in Limburg: 2G-plus-Regel schreckt Besucher ab

  • VonRobin Klöppel
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Der Christkindlmarkt in Limburg öffnet wegen Corona mit der 2G-plus-Regel. Einige Budenbesitzer äußern Kritik über die Umsetzung, andere sehen die Situation positiver.

Limburg – Ob das Glas halbleer oder halbvoll ist, das müssen Händler und Christkindlmarkt-Besucher für sich entscheiden. Zumindest sind sie nun ein bisschen zuversichtlicher, dass doch noch ein paar Gäste auf den Neumarkt können, um die Vorweihnachtszeit mit Bratwurst und Glühwein zu genießen. Denn nach dem schleppenden Start hatten die Markthändler Druck gemacht. Und die Stadt Limburg hat reagiert und noch am Wochenende ein Schnelltest-Center in der Nähe des Eingangs aufstellen lassen.

„Jedem hat vorher klar sein müssen, dass das von der Resonanz her kein normaler Markt wie 2019 werden kann“, sagt Alfred Enk, Betreiber des Bratwurststandes. Es komme immer darauf an, mit welcher Haltung man an einen solchen Markt herangehe. Er habe auf die ersten Eindrücke reagiert, für den Samstag (27.11.2021) nur die Hälfte der normalen Brötchen bestellt und dann alles komplett verkauft. Er habe drei Söhne hinter dem Tresen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machten, sagte der Oberzeuzheimer Gastronom.

Wenn man mit einem freundlichen Gesicht auf die Leute zugehe, dann verkaufe man auch. Wer wolle, könne auch mit diesem Markt Geld verdienen, am Freitag seien insgesamt um die 350 Gäste im abgesperrten Bereich gewesen. Die Bürger könnten mit gutem Gewissen kommen, denn Virologen sagten ja, dass bei einem Markt im Freien keine große Ansteckungsgefahr herrsche, sagt Alfred Enk.

2G-plus-Regelung auf dem Christkindlmarkt in Limburg: Corona-Test schrecke viele Gäste ab

Elke Baccari, die unter anderem Feuerzangenbowle anbietet, sieht den Christkindlmarkt in Limburg weniger euphorisch. Die Händler hätten richtig Druck machen müssen, damit eine Teststation am Platz aufgestellt werde. Und trotzdem gingen viele Leute wieder: "Heute kam eine komplette Busgruppe und wäre gerne auf den Markt gekommen. Aber als sie hörten, dass sie einen Corona-Test machen müssen, sind sie alle wieder gegangen", berichtet Baccari.

Wenigstens sei am Samstag auch der zweite Eingang geöffnet gewesen. Denn wenn nur eine Seite offen sei, dann hätten natürlich die Stände ganz hinten in der Reihe das Nachsehen, weil die Gäste sich schon vorher mit Essen und Getränken versorgt hätten. Und wer kaufen will muss in den abgesperrten Bereich. Elke Baccari bleibt also hart, als ein Mann hinter dem Gitter höflich fragt, ob er zwei Getränke zum Mitnehmen bekommen könne. Weil nichts los ist, habe sie einer Mitarbeiterin abgesagt, um Kosten einzusparen, sagt Elke Baccari. Nun steht nur noch die Familie mit hinter der Theke, damit dieser Markt wenigstens "null auf null" aufgeht.

Weihnachtsmarkt in Corona-Zeiten: Großer Umsatzverlust für Standbetreiber am Christkindlmarkt in Limburg

Bernd Stein berichtete Samstagabend, dass er bisher ein Umsatzminus von 85 Prozent zu verzeichnen habe. Normalerweise müsse er mit den Einnahmen des Christkindlmarktes soviel verdienen, dass es bis April reiche. Bisher reiche der Umsatz kaum, um die anfallenden Kosten wie Bezahlung des Personals zu decken. Und das, obwohl die Stadt den Händlern kein Standgeld in Rechnung stellt.

Wenn man für den Markt aber viel Fleisch und frische Pilze vorbestellt hat, könne man den Markt aber auch nicht einfach vorzeitig beenden, sagt Bernd Stein. Denn die Bestellungen könnten nicht storniert werden. "Eigentlich ist hier samstags ab 17 Uhr der Platz voll", sagt Stein. Diesmal sind ein paar Dutzend Menschen gekommen.

Christkindlmarkt in Limburg: Stadt müsse noch besser über Marktbedingungen aufklären

Brigitte Meyer von "Meyer's Glühweinbude" sagt, dass es keinen Sinn mache, negativ über den Markt zu reden. Denn das schrecke nur potenzielle Gäste ab. "Wir sind dankbar, dass die Stadt den Markt veranstaltet und man viele bekannte Gesichter mal wiedertrifft", sagt Meyer.

Denn die Begegnungen mit Menschen habe sie in den vergangenen beiden Jahren arg vermisst. Jedoch sei es wichtig, dass die Stadt die Bürger noch besser über die Marktbedingungen aufkläre. Denn viele seien von den Regelungen verwirrt, wüssten nicht, dass bei "2G+" auch eine tagesaktueller Schnelltest nötig sei. Meyer's Glühweinbude hat reagiert und bringt Glühwein in der Thermoskanne zum Mitnehmen auch nach draußen.

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2G-plus-Regelung auf dem Christkindlmarkt in Limburg – Menschenansammlungen blieben aus

Werner Bendel, der als Vorsitzender im Stand des Partnerschaftsvereins steht, bewertet die Resonanz nüchtern: "Die Stadt hat erreicht, was sie wollte: Menschenansammlungen auf dem Markt sind verhindert worden." Am Samstagabend habe sich das Team des Partnerschaftsvereins doch dazu entschieden, den Stand zu betreiben, auch wenn einige Helfer fehlten.

Ab Montag (29.11.2021) will der Partnerschaftsverein an seinem Stand auch halbe und volle Flaschen verkaufen, damit diejenigen, die sich aktuell nicht lange auf dem Markt aufhalten wollen, den französischen Wein aus der Region Ste.-Foy-les-Lyon wenigstens mit nach Hause nehmen können. (Robin Klöppel)

Die 2G-plus-Regelung zum Schutz vor Corona auf dem Christkindlmarkt in Limburg steht in der Kritik. Doch nicht jeder findet die Maßnahme schlecht.

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