Die Limburger Polizeihauptkommissarin Mariana Wüst zeigt Senioren, wie ein echter Polizeidienstausweis aussieht.
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Die Limburger Polizeihauptkommissarin Mariana Wüst zeigt Senioren, wie ein echter Polizeidienstausweis aussieht.

"Sicher im Alter"

Limburg: Hauptkommissarin klärt über die Tricks der Gauner auf

  • VonRobin Klöppel
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Mariana Wüst warnt Senioren eindringlich davor, Fremde in die Wohnung zu lassen

Limburg -Das erste Mal nach der langen Corona-Pause konnte die Stadt Limburg den Senioren mal wieder ein interessantes Angebot machen, wie Carmen von Fischke vom Frauenbüro der Stadt berichtete. Auf der Bühne an der "Pusteblume" vor der Stadthalle referierte Polizeihauptkommissarin Mariana Wüst von der Polizei Limburg über das Thema "Sicher im Alter".

Wüsts klarer Rat an Senioren: Immer an der Haustüre und am Telefon misstrauisch bleiben, niemals Fremde in die eigene Wohnung lassen. Die Fachfrau der Polizei Limburg kennt viele Tricks, wie Verbrecher versuchen, die Arglosigkeit und geistigen wie körperlichen Gebrechen älterer Menschen auszunutzen, um an deren Bargeld oder andere Wertsachen zu kommen. Es kann beispielsweise passieren, dass einem eine Frau auf der Straße anbietet, die schwere Einkaufstatsche ins Haus zu tragen. Wenn die Fremde erst einmal in der Wohnung ist, hat sie ihr Ziel erreicht. Während die Seniorin in der Küche einen Kaffee kocht, schnappt sie sich Geld und Schmuck und ist verschwunden. Oder sie lässt die Tür einen Spalt offen, durch den heimlich ein Komplize in die Wohnung kommen kann.

Wüst weiß, dass es viele Varianten des Tricks gibt. Mal geben sich die Gauner als Handwerker aus, die schnell in die Wohnung müssen, weil es beim Nachbarn einen Wasserrohrbruch gab. Andere verlangten nach einem Zettel und einem Stift, nach einem Glas Wasser oder würden darum bitten, ob sie mal das Telefon oder die Toilette benutzen dürften. Sind die Fremden laut Wüst erst einmal im Haus, ist es für die älteren Menschen sehr schwer, diese wieder loszuwerden, ohne bestohlen zu werden. Darum kann sie nur raten, aus dem Fenster oder durch den Spion zu schauen, bevor man nach dem Klingeln einfach die Haustüre aufmacht. Wenn sich jemand als Handwerker, Mitarbeiter der Stadt oder gar als Polizist an der Haustüre ausgibt, sollte man, wenn man die Person nicht kennt, immer erst beim vermeintlichen Arbeitgeber nachfragen, ob mit der Person an der Haustüre alles stimmt. Es kann durchaus vorkommen, dass Betrüger mit falschen Polizeiuniformen und gefälschten Dienstausweisen auftreten. Echte Polizisten würden aber, wie Wüst weiß, niemals nach Geld und Wertsachen fragen.

Nie persönliche Daten am Telefon verraten

Auch am Telefon sollte, man, wie die Referentin berichtete, vorsichtig sein. Am einfachsten habe man Ruhe, wenn man sich gar nicht ins Telefonbuch eintragen lasse. Am Apparat sollte man Fremden nie persönliche Daten wie Passwörtern von Computern oder Bankverbindungen geben. Und auch nicht Fragen mit "Ja" beantworten, weil die die Gauner das Gespräch möglicherweise neu zusammenschneiden, um einem einen Vertragsabschluss unterzujubeln. Dass bei einem Anruf die Nummer der Polizeidienststelle zu sehen sei, sei kein Beweis, dass der Anruf wirklich von der Polizei komme. Betrüger seien dazu in der Lage, jede gewünschte Nummer auf dem Display anzeigen zu lassen.

Ein echter Polizeianruf komme beispielsweise, wie Wüst erläuterte, nie über die offizielle Notrufnummer 110. Auch wenn sich jemand für einen Verwandten oder Freund des Senioren ausgibt, sollten die Angerufenen auf der Hut sein. Denn oft werden die älteren Menschen unter Druck gesetzt, jemand sei in einer Notlage und brauche darum ganz schnell Geld. Von daher immer die Person, die angeblich anruft, zurückrufen, um zu klären, ob diese wirklich angerufen hat. Und schon gar nicht einem angeblich vom Enkel geschickten fremden Geldabholer an der Tür Bargeld geben.

Laut Wüst gibt es auch Fälle, in denen Unbekannte sich am Telefon als Microsoftmitarbeiter ausgeben und nach Passwörtern fragen würden. Im Nu hätten diese dann fremde Konten leergeplündert. An die Hintermänner zu kommen, ist für die Polizei oft schwer, wenn die Anrufer im fernen Ausland sitzen. Darum hilft nur, am Telefon keine persönlichen Informationen herauszugeben. Und wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, kann man den Computer nur schnell vom Netz nehmen, die Bank informieren, um vielleicht noch das Geld retten zu können, das sich andere unter den Nagel reißen wollen. Wer Rat von Mariana Wüst braucht, kann sie gerne unter (0 64 31) 91 40 241 anrufen.

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