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Bernd Bude

Todesfall

Bernd Bude hat die NNP geprägt - im Alter von 65 ist er Jahren gestorben

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Jahrzehntelang war er für die NNP im Einsatz – im Sport, im Lokalen, als Gerichtsreporter. Sogar noch, als ihn seine schwere Krankheit gezeichnet hatte. Der Krebs war stärker. Bernd Bude ist am Donnerstag im Alter von 65 Jahren gestorben.

Auf seinem Schreibtisch liegt ein Stapel mit Mannschaftsaufstellungen, darauf verstreut ein paar Stifte, ein Papiertaschentuch, das Strafgesetzbuch ist umgekippt. Gut fünf Wochen ist es her, da hat Bernd Bude noch sonntags in der Sportredaktion ausgeholfen und die Berichte der Fußball-A-Liga bearbeitet. „Mach’s gut“, sagte er, als er heimging – ganz langsam, kraftlos, von seiner Ehefrau Nina gestützt. Bernd Bude wird nicht mehr kommen, sein Bürostuhl bleibt leer. Man wird ihn nicht mehr auf den Sportplätzen im NNP-Land mit der Kamera im Anschlag sehen, nicht mehr auf dem Hockeyplatz bei seinem geliebten Limburger HC. Bernd Bude ist am Donnerstag gestorben. Es war die Uhrzeit, zu der er in der Regel aufzustehen pflegte. Frühaufsteher. Dieses Mal war alles anders, Bernd schlief ein für immer. Zwei Jahre lang hat er gegen die heimtückische Krankheit gekämpft. Tapfer, zäh, bis zuletzt. Jede Chemotherapie weggelächelt. Seinen 65. Geburtstag Mitte März hat er noch geschafft. Bei meinem letzten Besuch vorige Woche bei ihm zu Haus am Krankenbett wirkte Bernd abgeklärt, ruhig, mit sich im Reinen. „Ein paar Wochen“ habe er noch, sagte er. Es sollten tatsächlich nur noch ein paar Tage werden. Bernd Bude war ein Teil der Redaktion der Nassauischen Neuen Presse. Sein Tätigkeitsfeld lag vor allem in der Sportredaktion, aber auch in der Lokalredaktion hinterlässt er mit seinen zum Teil legendären Gerichtsreporten Spuren. Bernd war ein echter „Säcker“, ein kritischer Zeitgenosse. Nicht jeder „konnte mit ihm“, aber die, die es „konnten“, fanden in ihm einen guten Freund.

Liebe zum Hockey

Den gelernten Speditionskaufmann verband schon immer eine Liebe zum Hockeysport. Schon als Kind spielte er mit dem Krummstock in der Hand unter den Fittichen des späteren Bundestrainers Klaus Kleiter. Diese Leidenschaft ließ ihn zeitlebens nicht mehr los. Bernd Bude stieg mit dem Limburger HC in die Bundesliga auf, wurde in die deutsche Militär-Auswahl berufen, die in Paris Vize-Europameister wurde. Als Schiedsrichter leitete er später mehr als 100 Hockey-Bundesliga-Spiele, pfiff bei Länderturnieren in Polen und Belgien. Ich habe ihn einmal gefragt, wie viele Hockeyspiele er in seinem Leben gesehen hat. „Es waren unzählige“, sagte er. 1990 begann für Bernd Bude ein neuer Lebensabschnitt. Er wechselte den Beruf, ging in den Journalismus. In den letzten 29 Jahren lernte „bb“ Menschen aller Couleur kennen, unter ihnen viele Prominente. Zahlreiche Spitzenmannschaften haben seinen Weg gekreuzt: der Hamburger SV, der FC Schalke 04, Bayern München, Borussia Mönchengladbach, die Frankfurter Eintracht, den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund, den 1. FC Köln – Bernd hatte sie alle vor der Linse.

29 Jahre lang teilte Bernd Bude mit mir das Büro. Er war ein sehr hilfsbereiter Kollege, ein liebenswerter „Chaot“. Aber auf ihn war stets Verlass. Keine Arbeit war ihm zu viel, kein Aufwand zu groß, kein Einsatz kam ihm ungelegen. Bernd sagte immer: „Das machen wir schon.“ Und dann machte er . . . Bernd war nicht nur ein Kollege; im Lauf der vielen Jahre wurde er auch zu einem guten Freund, den besten Zuhörer, den man sich wünschen kann. Und er hatte einen grenzenlosen Humor; wir haben viel gelacht, manchmal so heftig, dass uns die Tränen kamen und der Bauch wehtat. Das Wichtigste aber war ihm stets seine Familie. Während der Fußball-WM 2006 heiratete er seine zweite Frau Nina, eine Ecuadorianerin, die mit ihrer Tochter Paola die 11 000 Kilometer entfernte Heimat verließ und zu ihrem Bernd nach Limburg zog. „Ich bin stolz, dass sich beide so schnell eingelebt haben“, sagte er oft. Jetzt müssen sie allein zurechtkommen.

Bernd Bude hinterlässt aber auch seine erste Ehefrau Brigitte und die gemeinsame Tochter Nina. An seinem 60. Geburtstag wünschte sich Bernd, „dass ich so fit alt werde wie mein Vater“. Dieser Wunsch wurde ihm leider nicht erfüllt. Bernd Bude wird uns fehlen. Sein morgendliches „Grüß Gott!“, das er immer schmetterte, wenn er die Redaktionstür öffnete, werden wir nie mehr hören.

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