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1967 erbaut und auf jeden Fall sanierungsbedürftig: Die Hauptfeuerwache an der Ste.-Foy-Straße wird vermutlich neu gebaut.

Diskussion über mögliche andere Standorte

Feuerwache in Limburg wird neu gebaut - Sanierungskonzept steht auf der Kippe

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Die Verantwortlichen der Feuerwehr wünschen es sich schon länger, die Politik scheint darauf eingehen zu wollen: Die 1967 gebaute Feuerwache an der. Ste.-Foy-Straße wird vermutlich neugebaut. Unklar ist noch, ob am gleichen Standort oder anderswo.

Limburg - Am Dienstagabend konnten sich Mitglieder des Magistrats, zweier Ausschüsse und des Ortsbeirats selbst ein Bild machen vom Zustand der 1967 gebauten Feuerwache. Dass dieses Gebäude dringend saniert werden muss, ist schon längst politische Beschlusslage. Es gibt ein Sanierungskonzept, das in kleineren Teilen bereits umgesetzt ist. Aber schon länger stellen sich die Verantwortlichen für die Kernstadt-Feuerwehr die Frage, ob ein (teurerer) Neubau der Feuerwache nicht besser, weil wirtschaftlicher wäre. Bei dem Termin am Dienstagabend wurden jedenfalls keine Stimmen laut, am Sanierungskonzept auf jeden Fall festzuhalten. Eine politische Entscheidung über einen Neubau ist gleichwohl noch nicht gefallen, aber eine große politische Mehrheit dafür gilt als wahrscheinlich. Unklar ist noch, ob ein Neubau an gleicher Stelle oder an einem anderen Standort erfolgen soll. Konsens innerhalb der Kernstadt-Feuerwehr ist, am alten Standort festzuhalten. Die Lage an der Ste.-Foy-Straße in unmittelbarer Nähe zur Schiede und zur Altstadt gilt als ideal: Die Feuerwehr muss nach einer Alarmierung spätestens nach zehn Minuten am Einsatzort in der Innenstadt sein. Das setzt voraus, dass die Feuerwehrleute schnell bei ihrer Feuerwache sind.

Was die Feuerwehr will

Gäbe es eine freie Fläche in ähnlich guter Lage, hätte die Feuerwehr gegen eine Standortverlagerung nichts einzuwenden, aber weil offenbar die Alternativen in der Innenstadt fehlen, möchte die Feuerwehr am alten Standort festhalten.

Über mögliche Alternativen wurde am Dienstagabend trotzdem gesprochen: das ICE-Gebiet und das erst kürzlich von der Stadt erworbene Mundipharma-Gelände sind dabei ebenso genannt worden wie die Kapellenstraße in Offheim. Hintergrund ist die Frage, wo die Feuerwehr untergebracht werden könnte, wenn an der Ste.-Foy-Straße neu gebaut wird. Das wäre natürlich mit weiteren Kosten verbunden und hätte aus Sicht einiger Stadtverordneter den Charme, dass beim Neubau auf der "grünen Wiese" an der Ste.-Foy-Straße eine attraktive Grundstücksfläche frei werden würde, die die Stadt gut verkaufen könnte. Das Problem aus Sicht der Feuerwehr: Die genannten Standorte gelten als viel zu weit entfernt, um die Alarmierungsfrist einzuhalten. Dazu kommt: Es wäre schon etwas seltsam, die Feuerwehr der Kernstadt in einem Limburger Stadtteil wie Offheim, Dietkirchen oder Eschhofen anzusiedeln.

Die Variante, die die Kernstadt-Feuerwehr bevorzugt, ist also eindeutig: Am jetzigen Standort festhalten, sofern es keine gleichwertige Alternative in der Innenstadt gibt, und bei einer Entscheidung für einen Neubau am jetzigen Standort die Feuerwehr auch während der Bauzeit dort zu belassen, was als durchaus praktikabel gilt.

2020 soll geplant werden

Der Magistrat strebt einen Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten an - Fortführung des Sanierungskonzepts oder Neubau. Im Falle eines Neubaus sollen die geplanten Kosten ermittelt werden, um auf Basis dessen klären zu können, wie hoch der Zuschuss des Landes Hessen ausfällt. Bei einem Neubau gibt es grundsätzlich mehr Fördermittel als bei einer Sanierung.

Unstrittig ist, dass die Hauptfeuerwache nicht mehr die Kriterien für einen modernen Standort erfüllt. Das gilt nicht nur für die veraltete Schlauchwaschanlage: Auch der Bodenbelag in der Fahrzeughalle muss jedenfalls erneuert werden. Die Werkstätten der Gerätewarte sollen nicht mehr den Arbeitsstättenrichtlinien entsprechen. Auch der Verwaltungstrakt gilt als nicht mehr zeitgemäß. Und wer schon einmal die Treppe in der Hauptfeuerwache gesehen hat, wundert sich über die überschaubare Breite. Seit der Fertigstellung des Baus wurde an der Substanz nichts grundlegend erneuert.

Und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Bereits im Februar hatte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) gegenüber dieser Zeitung mitgeteilt, nach dem derzeit vorliegenden Sanierungskonzept sei mit Kosten von an die vier Millionen Euro zu rechnen. Ein Neubau könne an die sechs Millionen Euro kosten, abzüglich jeweils der Fördermittel des Landes Hessen.

Auch wenn eine Grundsatzentscheidung am Dienstagabend vertagt wurde, soll möglichst schnell feststehen, wie es weitergeht, damit im Haushalt 2020 entsprechende Planungsmittel eingestellt werden können. In diesem Fall könnten im Laufe des Jahres 2021 die Bauarbeiten starten.

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