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Statistik

Kriminalitätshochburg: Limburg liegt im Kreis deutlich an der Spitze 

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In Limburg sind im Kreisvergleich die Chancen hoch, Opfer einer Strafttat zu werden - so steht es in der aktuellen Kriminalstatistik.

Limburg - In der jährlichen Kriminalstatistik veröffentlicht die heimische Polizei auch immer eine Tabelle mit der „räumlichen Verteilung der Kriminalität auf die Städte und Gemeinden“. Um die größte Stadt im Landkreis – Limburg mit mehr als 35 000 Einwohnern – mit der kleinsten Kommune – Elbtal mit weniger als 2500 Einwohnern – vergleichen zu können, werden die tatsächlichen Kriminalitätsfälle hochgerechnet auf fiktiv 100 000 Einwohner.

Straftaten in Limburg weiterhin hoch

Der Landkreis Limburg-Weilburg mit seinen insgesamt 19 Kommunen (zusammen rund 172 000 Einwohner) liegt in dieser Statistik mit rund 4200 Straftaten pro 100 000 Einwohner unter dem landesweiten Durchschnitt in Hessen von knapp 6000 Straftaten. Die Stadt Limburg wiederum liegt in dieser Statistik deutlich über dem hessischen Durchschnitt. Denn hochgerechnet auf 100 000 Einwohner hätte es im vergangenen Jahr in Limburg knapp 8200 Straftaten gegeben. Die 18 anderen Kommunen im Landkreis liegen jeweils unter dem Hessen-Schnitt; nimmt man den Kreis-Durchschnitt liegen vier Kommunen darüber. 

Die Fallzahlen für Limburg klingen nach viel, sind aber deutlich weniger geworden. Denn 2013 und 2014 betrug diese sogenannte Häufigkeitszahl noch jeweils um die 10 400 Straftaten und 2015 sogar gut 11 100. Seitdem geht die Kriminalität in Limburg kontinuierlich zurück. Nach gut 9900 (hochgerechneten) Fällen im Jahr 2016 lag Limburg 2017 noch bei knapp 9400 und im vergangenen Jahr nur noch bei 8200 (hochgerechneten) Straftaten. Tatsächlich waren es knapp 2900 – ein Rückgang um 400 Fälle.

Gründe, warum Limburg die Kriminalstatistik immer anführt

Trotzdem gibt es Gründe dafür, warum Limburg in dieser Tabelle immer oben steht (und stehen wird), genauso wie die Tatsache, dass die Städte Bad Camberg und Weilburg mit den zweit- und dritthöchsten Einwohnerzahlen regelmäßig auf Platz zwei und drei liegen (Ausnahme war das Jahr 2015, da lag Weilburg vor Bad Camberg).

Zum einen zieht es Straftäter in der Regel immer dort hin, wo viele Menschen leben und arbeiten, denn dort gibt es für sie mehr Gelegenheiten zum Beispiel für Einbrüche und andere Diebstähle. Zum anderen spielt auch die Verkehrslage eine wichtige Rolle: In einem Dorf direkt an einer Bundesstraße gibt es in der Regel mehr Kriminalität als in einem gleich großen Dorf in einem Tal. Denn auch Straftäter fahren Auto. Das heißt für Limburg: Der (wirtschaftliche) Segen direkt an der Autobahn und den Bundesstraßen 8, 49, 54 und 417 zu liegen, ist gleichzeitig der (kriminelle) Fluch.

Spannender als die drei Städte auf den ersten drei Plätzen ist die Entwicklung auf den hinteren Rängen. Im vergangenen Jahr lag etwa die Gemeinde Beselich in diesem Ranking auf einem eher schlechten, weil hohen sechsten Platz, wenn man die eher geringe Einwohnerzahl berücksichtigt. In den fünf Jahren zuvor gab es zwei Mal Platz acht und je einmal Platz zehn, elf und 13. Die an Einwohnern ungefähr gleich große Gemeinde Waldbrunn stand in dieser Liste auch schon oben – auf Platz vier (2014), aber auch weit unten auf Platz 14 (2016) und aktuell auf Platz zwölf (2018).

In Beselich gab es im vergangenen Jahr insgesamt 175 der Polizei bekanntgewordene Straftaten. An der Spitze stehen dabei 66 Vermögens- und Fälschungsdelikte, es folgen 17 einfache Diebstähle (etwa Laden- oder Taschendiebstähle), 16 Körperverletzungen, 15 Sachbeschädigungen, 14 Diebstähle unter erschwerenden Umständen wie Einbrüchen und 13 Rauschgiftdelikten. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner ergibt das eine Häufigkeitszahl an Straftaten von knapp 3100 Fällen.

Waldbrunn kommt auf etwas weniger (echte) Straftaten (140 Fälle), wobei hier an der Spitze die Körperverletzungen stehen mit 29 Fällen. Es folgen 25 einfache Diebstähle, 16 Diebstähle unter erschwerenden Umständen, 16 Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie zehn Betäubungsmitteldelikte.

In Beselich weden Bürger eher betrogen, in Waldbrunn eher verprügelt

Vereinfacht ausgedrückt: Im vergangenen Jahr wurden Bürger in Beselich eher betrogen und in Waldbrunn eher verprügelt.

Am seltensten Opfer von Straftaten wurden im vergangenen Jahr die Bürger von Weinbach. Und das – zumindest seit sechs Jahren – in auffälliger Konstanz. Den schlechtesten Wert erzielte die knapp 4400 Einwohner zählende Kommune 2014 – und selbst da war es noch (ein sehr guter) 17. Platz. In den vergangenen drei Jahren war es jeweils Platz 19 und damit Platz eins unter den Kommunen mit der geringsten Kriminalität.

Wenn mal was in Weinbach passiert (nur insgesamt 63 Fälle in 2018) gibt es kaum Auffälligkeiten: einige wenige Diebstähle, einige wenige Vermögens- und Fälschungsdelikte, einige wenige Sachbeschädigungen und Körperverletzungen, kaum Einbrüche und kaum Drogendelikte.

Und noch eine Gemeinde fällt positiv auf – Hünfelden, immerhin mit doppelt so viel Einwohnern wie Weinbach. Schlechter als Platz 14 im Jahr 2015 stand diese Kommune in den vergangenen sechs Jahren nie. Einmal reichte es in dieser Zeit sogar für die pro Einwohner geringste Kriminalität (2013) und zwei Mal für den vorletzten Platz (2014 und 2017). Aktuell liegt Hünfelden auf Platz 16 (2018).

Schaut man auf die insgesamt 214 Straftaten, werden Bürger in Hünfelden am ehesten Opfer von Einbrüchen (42 Fälle), gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten (38) und einfachen Diebstählen (31). Etwas seltener kommt es in dieser Kommune zu angezeigten Körperverletzungen (22), Bedrohungen/Nötigungen (19), Sachbeschädigungen (15), Beleidigungen (13) und Rauschgiftdelikten (11).

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