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Verkehrsachse Diezer Straße: Dort kommen die Anwohner auch nachts oft nicht zur Ruhe.

Verkehrsversuch

Laute Fahrzeuge sollen aus der Limburger Innenstadt verbannt werden

Sehr laute Kraftfahrzeuge sollen nachts nicht mehr durch die Limburger Innenstadt fahren. Damit will der Erste Stadtrat lärmgeplagte Anwohner entlasten. Das Ministerium muss noch zustimmen.

Limburg - Die Stadt Limburg sagt besonders lauten Autos den Kampf an und will diese zumindest nachts aus der Innenstadt verbannen. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) hat dafür beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr einen Verkehrsversuch beantragt: In der Zeit von 22 bis 6 Uhr sollen Kraftfahrzeuge, die im Standgeräusch lauter sind als 75 Dezibel, die Innenstadt nicht befahren dürfen.

Nach Beobachtung Stankes gibt es in der Innenstadt Rundstrecken, die bei Fahrern von PS-starken Autos besonders beliebt sind. Diese wollten nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. "Uns und auch der Polizei sind die Hände gebunden, um wirklich laute Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen", sagt Stanke. Die Behörde könne nur die Geschwindigkeit überwachen und in einigen Straßen nachts Tempo 30 vorschreiben, um dem Lärmschutz Rechnung zu tragen. 

Geplanter Verkehrsversuch für zwei Jahre – Verlehr soll um die Limburger Innenstadt geleitet werden

"Es ist nicht zu vermitteln, wenn wir auf der Diezer Straße abends und nachts das Tempo auf 30 km/h begrenzen oder in Lindenholzhausen die Geschwindigkeit überwachen, um die Anwohner vor Lärm zu schützen - und dann gibt es Fahrten mit Autos, die Standgeräusche von über 105 Dezibel erreichen", so Stanke.

Der geplante Verkehrsversuch soll über zwei Jahre laufen. Schilder sollen auf das Verbot für besonders laute Fahrzeuge in der Innenstadt aufmerksam machen. Der Verkehr soll umgeleitet werden. In seiner Begründung verweist Stanke auf den Lärmaktionsplan Hessen und auf zahlreiche Beschwerden von Anwohnern der City.

Nach Einschätzung des Ersten Stadtrats kann die Straßenverkehrsbehörde die Benutzung bestimmter Straßen oder Abschnitte aus Gründen der Sicherheit und Ordnung beschränken oder verbieten und den Verkehr umleiten. Ein möglicher Grund sei auch, die Anlieger vor Lärm und Abgasen zu schützen. Laut Aktionsplan kann Lärm der Gesundheit schaden, vor allem wenn dadurch der Schlaf unterbrochen oder gestört wird.

Wird der Lärm in den Abend- und Nachtstunden durch die Verbannung von lauten Fahrzeugen reduziert?

Der Verkehrsversuch soll Aufschluss darüber geben, ob die Verbannung von lauten Fahrzeugen dazu geeignet ist, den Lärm in den Abend- und Nachtstunden zu reduzieren. Stanke stellt sich vor, dass der Versuch durch das Ministerium und seine Fachbehörden über ein Jahr begleitet wird. Die Ergebnisse sollten dokumentiert und bewertet werden. Verlaufe der Versuch positiv, sei eine Ausweitung auf andere Bereiche der Stadt zu prüfen.

Wegen sehr lauter Fahrzeuge hatte sich der Erste Stadtrat vor über zwei Jahren bereits gegenüber dem Bundes- und Landesverkehrsministerium beklagt, dass polizeiliche Kontrollen von getunten und technisch veränderten Autos oft ohne Wirkung seien, wenn die Halter auf zugelassene Einzelteile verweisen könnten. Eine Änderung der Rechtslage gab es seither nicht. 

red

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