+
Durchsuchung bei Autoschieberbande. (Symbolbild)

Prozess

Mutmaßliche Autoschieberbande wegen Betrug, Urkundenfälschung und Hehlerei angeklagt

  • schließen

Sie sollen sich Kredite erschlichen haben, um an Bargeld, Fernseher und Autos zu kommen. Die Staatsanwaltschaft Limburg hat deshalb drei Männer angeklagt, die seit August in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen drohen im Falle einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen.

Sie suchten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Limburg eine „dauerhafte Einnahmequelle“ und sollen Personalausweise und Lohnabrechnungen gefälscht haben, um mit Krediten, die nie zurückgezahlt werden sollten, an hochwertige Autos, Elektrogeräte und Bargeld zu kommen. Insgesamt 109 Fälle hat die Staatsanwaltschaft ermittelt und will dabei drei Haupttäter ausfindig gemacht haben – zwei Italiener, 33 und 28 Jahre alt, sowie ein Türke, 32 Jahre alt. Zwei der mutmaßlichen Täter stammen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg, einer aus dem Rhein-Lahn-Kreis. Sollten die Anklagen zugelassen werden, könnte der Prozess im Juli vor dem Landgericht Limburg beginnen.

Lesen Sie auch: "Türken brauchen in Deutschland keine eigenen Hallen" - Demo gegen Eventhalle sorgt für große Aufregung

Der Kreis der Beschuldigten ist sogar noch größer, wie Staatsanwalt Manuel Jung auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Nach den abgeschlossenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollen sich 19 weitere Angeklagte vor dem Amtsgericht verantworten. Dazu kommt nach seinen Angaben ein vierter Haupttäter, der in Italien in Untersuchungshaft sitzt und nach Verbüßung einer möglichen Haftstrafe nach Deutschland ausgeliefert werden soll, um hier erneut vor Gericht gestellt werden zu können.

15 Wohnungen von der Polizei durchsucht

Die Straftaten – angeklagt sind gewerbsmäßiger bandenmäßiger Betrug, Urkundenfälschung und Hehlerei – sollen sich zwischen Februar 2014 und August 2018 ereignet haben. Nach Angaben von Staatsanwalt Jung ist der 33 Jahre alte Italiener, dem allein 84 Fälle vorgeworfen werden, voll geständig. Sein jüngerer Landsmann habe die Vorwürfe zum Teil eingeräumt, der türkische Angeklagte schweige bislang zu den Vorwürfen. Im Falle einer Verurteilung drohen den drei Männern jeweils mehrjährige Haftstrafen.

Am 21. August hatte das hessische Landeskriminalamt die drei mutmaßlichen Haupttäter festgenommen, die seitdem in Untersuchungshaft sitzen. 15 Wohnungen im Raum Limburg waren durchsucht worden, darunter auch eine Wohnung in der Grabenstraße, um Beweismaterial sicherzustellen.

Auch interessant: Mordfall Susanna: Ali B. will aussagen - Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft fing alles mit Kreditbetrug bei Banken an. Mit gefälschten Ausweisen und gefälschten Lohnabrechnungen sollen so einige der Täter an sehr viel Bargeld gekommen sein. Später sollen sie diese Masche ausgeweitet haben, um teure Elektronikgeräte sowie hochwertige Autos zu ergaunern.

Autoschieberbande: Schaden liegt nur bei den Autos bei mehr als 300 000 Euro

Obwohl einige der gestohlenen Autos gefunden werden konnten, beziffert der Staatsanwalt den mutmaßlichen Schaden nur bei den Autos auf immer noch mehr als 300 000 Euro.

Kaum waren die in Autohäusern nicht bezahlten und zum Teil auch bei Mietwagenfirmen geliehenen Fahrzeuge vom Hof gefahren, wurden sie nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mit gefälschten Fahrzeugpapieren nach Italien gebracht, um von dort aus verkauft zu werden. Die mutmaßliche Bande war in den Fokus der Justizbehörden geraten, nachdem die Polizei in Italien einige der gestohlenen Fahrzeuge sicherstellen konnte.

Lesen Sie auch:

Ein Schüler bricht im Sportunterricht zusammen und ist anschließend schwerbehindert. Jetzt verklagt er das Land Hessen, weil die Lehrer keine erste Hilfe geleistet haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare