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Würde aus dem Campingplatz in Limburg ein Wohnmobilplatz werden, wären Campen mit Wohnwagen und Zelten nicht mehr möglich.

Bürgermeister reagiert skeptisch

Neue Lösung für den Limburger Campingplatz? – Stadtverordneter hat eine Idee

Die Stadt Limburg findet keinen neuen Pächter für den Campingplatz. Der SPD-Stadtverordnete Paul-Josef Hagen schlägt daher eine neue Lösung vor. Bürgermeister Marius Hahn (SPD) reagiert skeptisch.

Limburg - Die Stadt Limburg darf mit vier Interessenten am Campingplatz über einen Erbpachtvertrag verhandeln. In ihrer Sitzung gaben die Stadtverordneten gestern Abend dafür ihre Zustimmung, nachdem bereits der Ausschuss einstimmig dafür war.

Die Interessenten sollen der Stadt bis zum 15. Juni ein Angebot vorlegen. Den Zuschlag bekommen soll derjenige, bei dem das Gesamtpaket stimmt. Das ergibt sich zum einen aus dem Pachtzins, den der künftige Pächter bereit ist zu zahlen, zum anderen daraus, was der Pächter in den Campingplatz konkret investieren und wie viel Zeit er sich dafür lassen will.

Ausschreibung für neuen Pächter des Campingplatzes in Limburg gescheitert

Im Spätsommer vergangenen Jahres war eine Ausschreibung gescheitert. Es gab nur zwei Bewerber, von denen der eine fachlich ungeeignet gewesen sein soll und der andere offenbar bewusst nicht alle formale Kriterien erfüllte. Mit diesem Bewerber, immerhin ein bundesweit tätiger Betreiber von Campingplätzen, trat die Stadt dennoch in Verhandlungen, die allerdings im Frühjahr gescheitert sind.

Die Stadtverordneten bitten den Magistrat zugleich, ein Konzept zu berücksichtigen, das der SPD-Stadtverordnete Paul-Josef Hagen entworfen hat. Er schlägt vor, den Campingplatz künftig als Wohnmobilplatz zu betreiben.

Keine Dauercamper mehr auf dem Limburger Campingplatz?

Der Unterschied: Ein Campingplatz ist sowohl für Camper mit Wohnwagen und Zelt geeignet als auch für Camper mit Wohnmobil. Ein Wohnmobilplatz kann dagegen nur mit Wohnmobil genutzt werden. Die sind autark, weil sie neben einer Küche auch über Toilette und Dusche verfügen. Vor Ort brauchen die Wohnmobilisten Strom und Wasser und gegebenenfalls eine Station, um Brauch- und Schmutzwasser zu entsorgen. Die klassischen Dauercamper gibt es auf einem Wohnmobilplatz nicht.

Dieser Vorschlag ist nach Hagens Angaben parteiübergreifend auf positive Resonanz gestoßen. Von einem "interessanten" und "überlegenswerten" Konzept sprach im Ausschuss zum Beispiel Dr. Sebastian Schaub (Grüne). Sehr viel distanzierter äußerte sich hingegen Hagens Parteifreund, Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Er halte es nicht für sinnvoll, künftig Dauercamper auszuschließen. Im Übrigen seien Wohnmobile sehr teuer, die sich nicht jeder leisten könne.

Im Segment Wohnmobil-Tourismus gibt es hohen Zuwachs

Hagen wirbt in seinem Konzept dennoch dafür, sich der Zielgruppe "Wohnmobil-Tourismus" nicht zu verweigern. Denn gerade in diesem Segment gebe es hohe Zuwachsraten. Im Übrigen: Nicht nur "reiche" Rentner seien mit ihren Wohnmobilen unterwegs. Eine neue Generation Wohnmobilnutzer dränge derzeit auf den Markt. Dies seien junge und jung gebliebene Menschen, die mit Lust Entdeckungsfahrten durch ihre Heimat unternehmen wollten.

"Ich denke man muss auch mal alte Zöpfe abschneiden, neue Trends und die Zeichen der Zeit erkennen", schreibt Hagen an alle Mandatsträger. "Urlaub macht man heute anders als vor 30 Jahren. Dieses Potenzial sollten wir nutzen, um den Tourismusstandort Limburg auszubauen und zu stärken." 

Wohnmobilplatz kann ganzjährig betrieben werden – zahlreiche Campingplätze in der Region

Denn klar sei: Gute Campingplätze seien schon jetzt in der Region zahlreich vorhanden: In Nassau, Diez, Runkel und Weilburg, aber auch an Seen im Westerwald finde der Camper schöne Plätze. Aber: "Sie alle haben einen großen Nachteil, für sie endet die Saison im Herbst und beginnt erst wieder im Frühjahr", so Hagen. Der Vorteil eines Wohnmobilplatzes sei hingegen, dass er ganzjährig betrieben werden könne, weil Wohnmobile auch im Winter genutzt werden.

Fraglich erscheint, ob sich die CDU diesem Konzept anschließen wird. Dr. Christopher Dietz (CDU) machte im Ausschuss deutlich, seine Fraktion wünsche eine "moderne Fortentwicklung" des Campingplatzes, um auch andere Zielgruppen anzusprechen, wie etwa Camper, die mit dem Boot auf der Lahn unterwegs seien. Ein "Luxus-Campingplatz" ergebe keinen Sinn.

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