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20 Platanen stehen (noch) auf dem Neumarkt. Planungsbüros dürfen bei einer Ausschreibung, die im Spätsommer starten soll, Limburgs größten Platz auch mit anderen Bäumen planen.

Schattenspendende Bäume

Neumarkt in Limburg: Grüne scheitern mit Platanen-Antrag 

Im Herbst dürfte im Detail feststehen, wie der neu gestaltete Neumarkt künftig aussehen wird und vor allem, welche schattenspendenden Bäume dort stehen werden - die (noch) regelmäßig stark beschnittenen Platanen oder doch eine Alternative.

Limburg - Nach der politischen Sommerpause wird die Verwaltung den Limburger Stadtverordneten Ende August den Ausschreibungstext vorlegen, mit der die Neugestaltung des Neumarkts 2020 detailliert angegangen werden soll. Anschließend können sich Planungsbüros mehrere Wochen lang bewerben und unter den von den Stadtverordneten klar vorgebenen Parametern festlegen, wo Sitzbänke und (mobile) Spielgeräte sowie ein barrierefreies Wasserspiel exakt hinkommen können.

Die wichtigste Frage betrifft allerdings die Bäume auf Limburgs zentralem Platz. Sicher ist bislang nur: Es werden auch künftig Bäume auf dem Neumarkt stehen. Und: Diese Bäume sollen im Sommer Schatten spenden dürfen, was zumindest auf dem Neumarkt alles andere als selbstverständlich ist.

Erboster Leo Vanecek

Noch nicht sicher ist, welche Bäume es künftig sein werden. War die bisher (von der Mehrheit der Stadtverordneten) vorgebene Marschroute "Die Platanen müssen alle unbedingt stehen bleiben", lautet das Motto nun: "Die Platanen können stehen bleiben, müssen aber nicht - sie dürfen (gern) durch andere Bäume ersetzt werden."

Das wiederum ärgert vor allem die Grünen. Die Fraktion setzt sich deshalb für den Erhalt der Platanen ein, scheiterte jedoch mit diesem Antrag in der Sitzung der Stadtverordneten am Montagabend. Fraktionssprecher Dr. Sebastian Schaub warb vergeblich dafür, die rund 40 Jahre alten Bäume auf jeden Fall stehen zu lassen. "Gehen Sie in sich, damit wir den Neumarkt mit den Platanen gestalten", sagte er.

Da nutzte auch die moralische Unterstützung von Limburgs größtem Baum-Lobbyisten, dem früheren Grünen-Stadtverordneten Leo Vanecek, im Publikum nichts. Der rief während der Debatte immer wieder laut dazwischen. "20 Platanen sollen gefällt werden", war er erbost. "Das kann man doch nicht begreifen!" Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde der Grünen-Antrag abgelehnt, Zustimmung gab es nur von den Linken und dem Vertreter der AfD, die FDP enthielt sich der Stimme.

Diskussion nicht auf die Platanen reduzieren – Sind andere Bäume geeigneter?

Schaub ist vor allem deshalb erzürnt, weil der Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung, die Platanen infrage zu stellen und die ausdrückliche Möglichkeit diese durch andere Bäume ersetzen zu lassen, nicht von der Stadtverordnetenversammlung formal bestätigt wurde. "Das ist nicht redlich", sagte er. Deshalb gilt aus seiner Sicht weiterhin der Beschluss, wonach bei einer Neugestaltung die Platanen berücksichtigt werden müssten.

CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz warb dafür, die Diskussion nicht auf die Platanen zu reduzieren. "Wir sind offen für neue Ideen. Wir wollen einen Platz, auf dem sich die Menschen viel häufiger und lieber aufhalten als jetzt." Und: "Es geht darum, ob andere Bäume geeigneter sind." Es gebe keinen Beschluss, dass die Platanen auf jeden Fall weg müssten.

"Bin ich für etwas Neues?"

Allerdings hatte sich die CDU-Fraktion dafür ausgesprochen, bei der Neugestaltung des Platzes "ausdrücklich nicht" am Erhalt der bestehenden Platanen festzuhalten und einen Austausch " durch geeignetere Bäume" befürwortet.

Die SPD wiederum hatte klar gefordert, die Platanen durch andere Bäume zu ersetzen und "Vorschläge für geeignetere Baumarten zu machen". SPD-Fraktionschef Peter Rompf betonte in der Aussprache, seine Fraktion habe immer "offen" an das Thema Neugestaltung Neumarkt herangehen wollen. Und deshalb sei es gut, dass jetzt auch über die Bäume geredet werde. Die richtige Frage laute: "Bin ich für etwas Neues oder nicht?" Schon allein wegen der dringend erforderlichen Erneuerung der Versorgungsleitungen im Boden stelle sich die Frage, ob das mit den Wurzeln der Platanen machbar sei. "Das ist zu klären." Mit einer gewissen Skepsis verfolgt die FDP-Fraktion die Diskussion. Horst-Günter Herold (FDP) wunderte sich, dass die Platanen von der Mehrheit des Hauses zunächst zum Tabu erklärt worden seien, und "seit Mai" neue Töne erklängen. Die nun im Raum stehende Entfernung der Platanen dürfe durchaus kritisch gesehen werden.

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