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Idyllisch am Lahnufer gelegen, fängt die Suche nach einem Betreiber des Campingplatzes in Limburg wieder von vorn an.

Hoher Investitionsbedarf

Verhandlungen gescheitert - Will keiner den Campingplatz pachten?

Die Suche nach einem neuen Betreiber des Campingplatzes in Limburg entwickelt sich mehr und mehr zu einer Herkulesaufgabe. Die Verhandlungen mit einem bundesweit tätigen Betreiber sind im Sande verlaufen. Nun fängt die Suche von vorn an.

Limburg - Noch gibt es eine Betreiberin des Limburger Campingplatzes. Die langjährige Pächterin Irmgard Albert wird sich bis Oktober um die Camper direkt am Lahnufer kümmern, während ihre Tochter den Campingplatz Leutesdorf am Rhein leitet. Eigentlich wäre auch die Mutter schon längst dort, aber die Stadt bat sie inständig, wenigstens noch dieses Jahr die Campingplatz-Geschäfte in Limburg zu betreiben. Um Zeit zu gewinnen und in Ruhe mit einem bundesweit tätigen Betreiber von Campingplätzen verhandeln zu können.

Doch diese Verhandlungen sind gescheitert. Und die Art und Weise, wie sich das zugetragen haben soll, lässt unweigerlich die Frage aufkommen: Will niemand den Campingplatz in Limburg pachten?

Von "zähen" Kontaktaufnahmen mit dem ursprünglichen Interessenten ist seitens der Stadt die Rede, vom Unternehmen zugesagte Rückrufe seien häufig nicht erfolgt.

Problem mit Unterkunft

Der Interessent hat wohl das Interesse an Limburg verloren. Eine von der Stadt gesetzte letzte Frist mit Bitte um Vorlage eines konkreten Angebots bis zum 1. Mai verstrich offenbar ohne Ergebnis.

Angeblich gab es den Wunsch des bisherigen Interessenten, der Person, die sich um den Campingplatz in Limburg kümmern sollte, eine Wohnung auf dem Gelände zur Verfügung zu stellen. Ins Auge gefasst worden war das nebenan liegende DLRG-Gebäude, das aber nicht zur Verfügung stand.

Die von der Stadt vorgeschlagene Alternative, eine Pächterwohnung in einem Container zu schaffen, sei abgelehnt worden. Damit schien das Thema "Campingplatz Limburg" für den Interessenten bereits im vergangenen Jahr offenkundig erledigt gewesen zu sein.

Vier weitere Interessenten

Wie soll es weitergehen? Der Magistrat empfiehlt den Stadtverordneten, mit vier Interessenten weiter zu verhandeln, die sich nach einem Ausschreibungsverfahren im September vergangenen Jahres gemeldet hatten und alle entsprechende Erfahrungen in der Branche haben sollen. Die beiden zuständigen Ausschüsse werden darüber heute und am Mittwoch beraten.

An der Ausschreibung im vergangenen Jahr hatten nur zwei Bewerber teilgenommen - der eine galt als fachlich nicht geeignet, der andere soll nicht alle formalen Kriterien erfüllt haben. Mit eben diesem Bewerber nahm die Stadt die gescheiterten Verhandlungen auf, weil das Unternehmen bundesweit Campingplätze betreibt.

Der Magistrat schlägt den Stadtverordneten vor, mit den vier Interessenten über einen Erbbaurechtsvertrag zu verhandeln. Es soll keine neue Ausschreibung mehr geben, weil der künftige Pächter keine konkreten wirtschaftlichen Vorgaben und Verpflichtungen mehr zu erfüllen hat, sondern sich selbst verpflichten soll, welche Investitionen er wann und wie umsetzt.

Das ist im Grunde der Stand von 2017. Schon damals wollte der Magistrat einen Pachtvertrag unterzeichnen - und zwar mit der Familie Albert, die sich weitere 40 Jahre um den Platz hätte kümmern sollen - verbunden mit der Auflage, den Campingplatz zu modernisieren. Eine grundsätzliche Einigung war bereits erzielt worden, fand aber keine politische Mehrheit.

SPD und Linke wollten dem Magistrat folgen, CDU, FDP und Grüne einen anderen Weg einschlagen. Der Wunsch nach einem "Businessplan" der bisherigen Pächterin, die Hoffnung, dass sich aus dem Campingplatz "mehr" machen lasse, führte dazu, dass die bisherige Pächterin sich gekränkt zurückzog und nach einer Alternative umschaute - die sie mit ihrer Tochter in Leutesdorf am Rhein in Rheinland-Pfalz fand.

Hoher Investitionsbedarf

Es folgte die Ausschreibung, die ein Fehlschlag war. Deshalb hatte die Stadt im Herbst 2018 die Pächterin Irmgard Albert inständig geben, sich auch dieses Jahr um die Camper an der Lahn zu kümmern. Die Stadtverwaltung wollte so mehr Zeit gewinnen für die nun gescheiterten Verhandlungen.

Schon die Campingplatz-Saison 2018 war nur durch eine kurzfristige Lösung möglich geworden, weil Irmgard Albert auch in diesem Fall noch einmal eingesprungen war - denn die Zeit für die politisch gewünschte Ausschreibung galt als zu knapp. Andernfalls wäre eine einjährige Betriebspause eingetreten, die vermieden werden sollte.

Der Modernisierungsbedarf auf dem Limburger Campingplatz ist groß: Ein von der Stadt beauftragter Gutachter geht von einer Investitionssumme von immerhin rund 1,5 Millionen Euro aus, um den Campingplatz auf einen modernen Stand zu bringen.

Doch nun geht es offenbar vor allem darum, dass es mit dem Betrieb überhaupt weitergeht.

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