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Die Kriminalstatistik 2018

Kriminalitätsstatistik 2018

Weniger Straftaten im Kreis Limburg-Weilburg

Immer mehr Menschen mögen sich unsicherer fühlen, die Polizei kommt zu anderen Erkenntnissen: 2018 seien im Landkreis Limburg-Weilburg weniger Straftaten angezeigt worden, die Aufklärungsquote zudem leicht gestiegen. Entsprechend zufrieden zeigen sich die heimischen Beamten mit ihrer Arbeit im vergangenen Jahr.

Kreis Limburg-Weilburg - Es gibt zwei gute Nachrichten für die Bürger im Landkreis Limburg-Weilburg: Die Zahl aller 2018 von der Polizei registrierten Straftaten ist um knapp neun Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote ist leicht gestiegen, lag bei knapp 65 Prozent und damit etwas über dem hessischen Durchschnitt. Das geht aus der am gestrigen Freitag veröffentlichten Kriminalstatistik für den Landkreis hervor.

Von einer „erfolgreichen Ermittlungs- und Fahndungsarbeit“ spricht der Leiter der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Frank Göbel. Er bedankt sich bei „couragierten und aufmerksamen“ Bürgern, „die nicht wegschauen, sondern auffällige Beobachtungen melden und sich als Zeugen zur Verfügung stellen“.

Wer in der heimischen Region Opfer einer angezeigten Straftat wird, wird in der Regel bestohlen oder betrogen. Trotz rückläufiger Zahlen bleiben diese Eigentumsdelikte mit einem Anteil von rund 54 Prozent an der Spitze aller bekanntgewordenen Straftaten im Kreis. Vor allem die Zahl der Betrugsfälle ist rückläufig, aber auch die Zahl der einfachen und schweren Diebstähle (Einbrüche) nahm im Vergleich zu 2017 ab.

Steigerung in fünf Kommunen

Von den offenbar rückläufigen Straftaten profitierten im vergangenen Jahr 14 der insgesamt 19 Kommunen im Kreis. In absoluten Zahlen weist die Kriminalstatistik der Polizei die meisten Rückgänge in den Städten Limburg und Bad Camberg aus. In Limburg gab es deutlich weniger angezeigte Vermögens- und Fälschungsdelikte, weniger Diebstähle und weniger Körperverletzungen. Während in Limburg die Aufklärungsquote um 3,6 Punkte auf 68,3 Prozent stieg, sank sie in Bad Camberg jedoch um gut zehn Punkte auf nur noch 53,1 Prozent.

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Mehr Straftaten registriert wurden in den fünf Kommunen Runkel, Hadamar, Selters, Hünfelden und Beselich. Den prozentual größten Anstieg an Kriminalität gab es mit einem Plus von 20 Prozent in Runkel; dort musste die Polizei häufiger wegen Diebstählen und Körperverletzungen ermitteln und setzte sich mit insgesamt 238 Fällen auseinander. In Hadamar fällt auf, dass die Steigerung der Straftaten um gut sechs Prozent fast komplett auf Drogendelikte zurückzuführen ist.

Und das sind die weiteren Erkenntnisse aus der Statistik:

  •  Mord und Totschlag:  Sieben Mal ermittelte die Polizei 2018 im Landkreis, weil Menschen getötet wurden oder getötet werden sollten – 2017 gab es insgesamt elf dieser schweren Straftaten.
  • Sexualstraftaten: Mit 111 angezeigten Fällen bleiben diese Delikte auf gleich hohem Niveau. Das gilt laut Polizei auch für die Aufklärungsquote von gut 87 Prozent.
  • Einbrüche:  2015 war für die Bürger im Landkreis ein besonders schlimmes Jahr mit 361 Einbrüchen. Seitdem sinkt diese Zahl und kommt mit 185 angezeigten Einbrüchen 2018 auf den niedrigsten Wert in den vergangenen zehn Jahren.
  • Rohheitsdelikte:  Darunter versteht die Polizei Straftaten, die bei den Opfern mit Ängsten oder Schmerzen verbunden sind, wie Raub, Körperverletzungen, Nötigungen oder Bedrohungen. Insgesamt ging die Zahl dieser Delikte leicht zurück, aber es gab ein deutliches Plus bei Raubstraftaten (61 statt 40 Fälle in 2017), einen leichten Rückgang bei Körperverletzungen, eine leichte Steigerung bei Nötigungen und Nachstellungen und etwas mehr Fälle von häuslicher Gewalt. Zwischen 2009 und 2018 liegt die Zahl der Fälle mit körperlicher Gewalt in Ehen, Partnerschaften oder Lebensgemeinschaften zwischen 148 und 185 pro Jahr.
  • Drogen: Der illegale Konsum von Drogen bleibt leider ein Problem und ist im vergangenen Jahr um gut 14 Prozent auf 555 Fälle gestiegen. Der Polizei wurde 2018 ein Drogentoter bekannt. Sie entdeckte in den meisten Fällen Cannabis, Amphetamine, Ecstasy und Kokain. Die Aufklärungsquote ist mit 96 Prozent sehr hoch.
  • Tatort Auto: Die Zahl der Kfz-Diebstähle ging von 31 auf 17 deutlich zurück. Im vergangenen Jahr sank auch die Zahl der Aufbrüche mit 191 auf den niedrigsten Wert seit 2009. Vor zehn Jahren waren es noch 348 registrierte Fälle.

Nur wenige Flüchtlinge

Wo kommen die von der Polizei ermittelten Täter her? Jeder zweite Tatverdächtige wohnt in der Gemeinde, in der er die Straftat begeht. Jeder dritte Verdächtige ist Ausländer. Von allen bei der Polizei im Landkreis erfassten Straftaten entfallen nur 5,5 Prozent auf Asylbewerber oder Flüchtlinge – mit abnehmender Tendenz; nicht berücksichtigt sind dabei ausländerrechtliche Verstöße, die allerdings ohnehin kaum ins Gewicht fallen.

(dick)

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