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Set 14 Jahren wird der Kunstrasen auf dem Gelände des TuS Dietkirchen beansprucht. Nun muss er saniert werden.

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Limburg: Hessenligist muss Kunstrasen sanieren

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Die Stadt unterstützt den TuS Dietkirchen mit 160 000 Euro - und gibt generell viel Geld für den Sport aus.

Limburg -Seit 14 Jahren spielen die Fußballmannschaften des TuS Dietkirchen auf Kunstrasen. Zwar gab es in dieser Zeit immer wieder kleine Ausbesserungen, aber nun muss der Kunstrasen komplett saniert werden. Dafür benötigt der Verein, dessen erste Mannschaft in der Hessenliga spielt und hinter Rot-Weiß Hadamar der erfolgreichste Fußballverein im Landkreis ist, die finanzielle Unterstützung der Stadt - und bekommt diese auch gewährt. Mehr als 160 000 Euro wird diese bereitstellen. Weil von dieser Summe gut 54 000 Euro als städtischer Investitionskostenzuschuss für Sportanlagen zur Verfügung stehen, mussten die Stadtverordneten die fehlenden rund 107 000 Euro außerplanmäßig genehmigen, was sie in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig taten.

Die Sanierung des Kunstrasens sowie die Anschaffung neuer Tore wird nach Angaben des Vereins rund 259 000 Euro kosten - inklusive des genehmigten städtischen Zuschusses wären als noch rund 100 000 Euro zu finanzieren. Dabei setzt der Verein auf Zuwendungen des Landes Hessen und des Landkreises. Die Architektenleistung in Höhe von knapp 18 000 Euro fließt dabei als Eigenleistung des TuS ein.

Verein muste bereits

Darlehen aufnehmen

Weitere Eigenleistungen, zum Beispiel in Form von finanziellen Rücklagen, stehen dem Verein derzeit nicht zur Verfügung, wie aus der Vorlage des Magistrats hervorgeht. Denn 2018 und 2019 hatte der TuS Dietkirchen die Fluchtlichtanlage und das Vereinsheim auf LED-Licht umgerüstet und musste dafür tiefer in die Tasche greifen als vorgesehen, weil der Bund deutlich weniger Fördergeld (aufgrund einer reduzierten Förderquote) überwiesen hatte. Der TuS musste ein Darlehen aufnehmen. Weitere Kredite zur Finanzierung des Kunstrasenplatzes sind laut Magistrat für den Verein nicht möglich.

Denn die finanziellen Belastungen für den Verein sind in den nächsten Jahren noch weitaus höher, weil auch der Naturrasenplatz mit Ballzaunanlage aus Sicht des TuS Dietkirchen dringend erneuert werden muss - und das wird mit veranschlagten Kosten von rund 364 000 Euro noch teurer. Wie aus der Vorlage des Magistrats weiter hervorgeht, steht aber zunächst der neue Kunstrasenplatz im Fokus: Er soll noch im Laufe dieses Jahres saniert werden. Der Naturrasenplatz soll erst nächstes oder übernächstes Jahr in Angriff genommen werden.

Der Magistrat hatte die Stadtverordneten um den außerplanmäßigen Zuschuss auch deshalb gebeten, weil der Verein nach eigener Darstellung für eine herausragende Jugendarbeit steht, und der Kunstrasen in den vergangenen Jahren mit zwei bis drei Seniorenmannschaften und einem Alte-Herren-Team stark beansprucht worden sei. "Die Belastung der Spielfläche ist sehr hoch", schreibt der Magistrat in seiner Vorlage, "und wurde bereits in den Fünf-Meter-Räumen ausgetauscht. Immer wieder gehen Nähte auf und müssen Stresszonen überarbeitet werden."

Die nun in Dietkirchen anstehende Sanierung des Kunstrasenplatzes ist auch für andere Sportvereine ein Fingerzeig, was in einigen Jahren an weiteren Kosten auf sie zukommt. In Ahlbach und Offheim sind erst im vergangenen Jahr zwei neue Kunstrasenplätze geschaffen worden. Auch in Eschhofen und Staffel werden die Fußballer künftig auf Kunstrasen kicken - der TuS Linter hat die gleichen Pläne.

Granulat steht vor

einem EU-Verbot

Kunstrasen gilt als deutlich pflegeleichter als Naturrasen. Aber das bisher verwendete Füllmaterial - ein Granulat aus Plastik, das den Halmen den notwendigen Halt gibt - gilt nicht mehr als Mittel erster Wahl, seitdem die EU über ein Verbot von Mikroplastik nachdenkt, und darunter würde auch das Granulat fallen. Aber es gibt alternative Füllstoffe aus Quarzsand oder Kork.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren gut 2,4 Millionen Euro für Sportvereine ausgegeben; der größte Teil entfällt dabei auf neue Kunstrasenplätze (Ahlbach, Offheim, Eschhofen und Staffel), aber in dieser Summe sind auch 500 000 Euro für das neue Leichtathletikzentrum in Eschhofen enthalten. Weitere Ausgaben stehen schon fest für den neuen Kunstrasen in Linter, den bereits genehmigten Zuschuss für die Platzsanierung in Dietkirchen - und auch in Lindenholzhausen zeichnet sich eine Sanierung des Kunstrasens ab.

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