Die Geistlichen von Limburg, Staffel und Hadamar wollen sich gegenseitig unterstützen (von links): Johannes Jochemczyk, Monika Rupprecht, Katharina Eisenreich, Susanne Stock, Markus Stambke und Katrin Adams. Es fehlt Thomas Uecker.
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Die Geistlichen von Limburg, Staffel und Hadamar wollen sich gegenseitig unterstützen (von links): Johannes Jochemczyk, Monika Rupprecht, Katharina Eisenreich, Susanne Stock, Markus Stambke und Katrin Adams. Es fehlt Thomas Uecker.

Vier Räume in der Region

Limburg: Hilfreiche Nachbarschaft

Evangelische Kirchengemeinden Limburg, Staffel und Hadamar kooperieren.

Limburg -Bis zum Januar 2022 wollen die evangelischen Dekanate Runkel und Weilburg mit ihren insgesamt 44 Kirchengemeinden zusammengewachsen sein. Im Zuge der Fusion wurden von der gemeinsamen Dekanatssynode im Sommer vergangenen Jahres vier Nachbarschaftsräume mit annähernd gleicher Zahl von Mitgliedern und Pfarrstellen definiert. Die Kirchengemeinden Limburg, Staffel und Hadamar bilden dabei den Nachbarschaftsraum West.

"Nachbarschaftsräume gibt es, damit künftig nicht jede Gemeinde alles selber machen muss", erklärt der Limburger Pfarrer Markus Stambke. Denn der vor allem durch den demografischen Wandel bedingte Mitgliederschwund werde in den nächsten Jahren zwangsläufig zu einer Reduzierung von Pfarrstellen führen. Ziel der Nachbarschaftsräume sei es, trotzdem die pfarramtliche Versorgung der Gemeinden sicherzustellen. Zudem böte sich kreativer Spielraum, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu fördern und gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln.

entwickelt

Seit Jahresbeginn hatte es im Nachbarschaftsraum West auf den Ebenen der Pfarreien und der Kirchenvorstände bereits verschiedene Treffen gegeben, um Ideen für die gemeindeübergreifende Seelsorge, Gottesdienstgestaltung und Gemeindearbeit zu entwickeln. Beispielhaft nennt Pfarrer Stambke die Ausbildung der Konfi-Helfer: "Es wäre doch toll, wenn wir uns hier vernetzten, Synergien nutzen und gemeinsame Schwerpunkte bilden." Auf diese Weise wären auch die Pfarrer zeitlich entlastet.

Für die zahlreichen Altenheime des Nachbarschaftsraumes soll ebenfalls ein regionales Vorgehen konzeptioniert werden. "Unsere Seniorenarbeit wird immer größeren Raum einnehmen", sagt die Staffeler Pfarrerin Monika Rupprecht. Im Bereich der Seelsorge sei zu bedenken, dass Bewohner von Senioreneinrichtungen oftmals bettlägerig sind. "Da müssen wir uns fragen, welche Angebote in den Häusern realisierbar sind, wie wir uns austauschen und ob es nicht sinnvoll wäre, personelle Schwerpunkte zu setzen."

Pfarrer Johannes Jochemczyk von der Kirchengemeinde Hadamar betont, dass die Nachbarschaftsräume keineswegs zur Gleichschaltung führen sollen. Anders als beim katholischen Modell bliebe jede Kirchengemeinde selbstständig und solle auch ihren eigenen Charakter behalten.

selbst festlegen

So sei es auch jeder Kirchengemeinde freigestellt, an welchen Schnittstellen sie die Entlastung ihrer Pfarrpersonen anstrebt. "Die Verknüpfung der Gemeinden von Hadamar, Limburg und Staffel war naheliegend und richtig, da die Region ähnlich geprägt ist und es ohnehin schon eine bewährte Zusammenarbeit, zum Beispiel bei der Nacht der Kirchen, gegeben hat", findet Pfarrer Jochemczyk.

Noch bekommen die Menschen in den evangelischen Kirchengemeinden kaum etwas von der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit mit. "So richtig fühlbar wird das erst zu Weihnachten", kündigt Pfarrer Stambke an.

"Am Heiligen Abend wollen wir auf dem Limburger Festplatz einen gemeinsamen Auto-Gottesdienst feiern." Dabei könnten die Gläubigen ohne Ansteckungsgefahr im eigenen Fahrzeug singen und über eine Großleinwand sowie das eigene Autoradio am Gottesdienst teilnehmen. Zusätzlich werden die drei Gemeinden aber auch jeweils einen eigenen Heilig-Abend-Gottesdienst über das Internet anbieten.

Für das Frühjahr wollen die drei kooperierenden Gemeinden des Nachbarschaftsraumes eine Gottesdienst-Reihe entwickeln, bei der interessante Themen von verschiedenen Standpunkten aus beleuchtet werden. "Das schafft Entlastung, weil wir die gleiche Predigt mehrfach halten können", erläutert Pfarrerin Susanne Stock.

Im Herbst 2021 ist zudem ein großer gemeinsamer Gottesdienst zu Erntedankfest in Planung.

Nachbarschaftsräume

Bei der Fusion der Evangelischen Dekanate Runkel und Weilburg, das seinen Sitz in Limburg haben wird, sollen vier Nachbarschaftsräume entstehen. Dies sind (Stand 2019):

Nord mit 12 693 Mitgliedern: Weilburg I und II, Hirschhausen-Kubach, Schupbach, Heckholzhausen, Allendorf-Hasselbach, Niedershausen-Obershausen, Löhnberg-Selters-Drommershausen sowie Merenberg.

Süd mit 12 364 Mitgliedern: Steeden, Schadeck, Seelbach, Aumenau, Runkel, Münster-Weyer, Dauborn, Heringen, Nauheim, Neesbach, Kirberg-Ohren und Mensfelden-Linter.

West mit 11 111 Mitgliedern: Staffel, Hadamar und Limburg.

Ost mit 10 825 Mitgliedern: Weilmünster I, Weilmünster II, Brandoberndorf-Weiperfelden, Altenkirchen-Philippstein, Essershausen-Bermbach und Edelsberg-Laimbach, Elkerhausen-Fürfurt, Gräveneck-Falkenbach-Wirbelau, Weinbach-Freienfels sowie Langenbach-Laubuseschbach.

Kerstin Kaminsky

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