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Limburg: Holpriger Start für das Parkraum-Management

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Von: Bernd Lormann

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Das Leitsystem im Eschhöfer Weg weist auf freie Plätze in den Parkhäusern hin, von denen laut einer Untersuchung nur wenige voll ausgelastet sind.
Das Leitsystem im Eschhöfer Weg weist auf freie Plätze in den Parkhäusern hin, von denen laut einer Untersuchung nur wenige voll ausgelastet sind. © Bernd Lormann

Mehr Fragen als Antworten nach Vortrag zum Projekt - Kritik an widersprüchlichen Angaben

Limburg -Das war ein holpriger Start auf dem Weg zu einem Parkraum-Management-Konzept für die Stadt Limburg. Nachdem Dr. Franziska Kirchner vom Ingenieurbüro Planersocietät Dortmund am Mittwochabend in der Clubebene der Stadthalle eine halbe Stunde lang unterstützt mit Informationen auf einer Leinwand das Projekt und bisherige Ergebnisse vorgestellt hatte, verließ sie einschließlich ihrer digitalen Unterlagen eine gemeinsame Sitzung von zwei städtischen Ausschüssen, um noch einen ICE-Zug nach München zu erreichen. Daraufhin übten mehrere Stadtverordnete Kritik in massiver Form.

Es waren mehr Fragen als Antworten übriggeblieben, die aber von der Planerin nicht mehr beantwortet werden konnten. Einstimmig wurde eine zweite Sitzung mit Franziska Kirchner gefordert.

Die Ausschüsse für Umwelt, Klima und Verkehr sowie Innenstadtentwicklung, Wirtschaft und Digitalisierung packten das Thema unter dem Vorsitz von Robert Kleinmichel (SPD) und Dominique Huth (CDU) an und hatten am Ende alle Mühe, die "undisziplinierte Diskussion", so Frank König, in ein ruhiges Fahrwasser zurückzuführen. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) beruhigte die Kritiker. Die Beratungen stünden ja alle noch am Anfang, das Konzept sei ja noch nicht einmal im Magistrat vorgestellt worden. Er werde sich für einen zweiten Beratungsgang in den Ausschüssen einsetzen, und dann sollte Franziska Kirchner mehr Zeit mitbringen.

"Sachlich weiter beraten"

"So kann man mit politischen Gremien nicht umgehen", sagte Peter Rompf (SPD) nach Vorstellung der Präsentation. Mehrere Positionen wiesen Widersprüche auf. Darüber müsse gesprochen werden. Es könne nicht sein, dass die Planerin nach einer halben Stunde, ohne Rede und Antwort zu stehen, die Sitzung verlasse. Dr. Christopher Dietz (CDU) bemerkte: "Uns werden hier Knochen hingeschmissen, das geht nicht." Einerseits werde von genügend Parkplätzen in Limburg gesprochen, andererseits fehle es an solchen.

Dr. Sebastian Schaub (Grüne) übte Kritik an den Untersuchungen zur Parkplatz-Frequentierung am Beispiel Krankenhaus. Weil wegen Corona Beschränkungen für Krankenhausbesucher bestanden, sei das Ergebnis nicht realistisch. Peter Rompf vermisste in der Untersuchung die Parkraumsituation rund um die Limburger Berufsschulen in der Südstadt. Dieses Gebiet sei ausgeklammert. Bürgermeister Marius Hahn versprach, diesen Bereich mit aufzunehmen.

Dominique Huth sagte, die Stadt befinde sich bei der Erstellung des Parkraum-Managements beim ersten Aufschlag. Der Stadtverordnete Achim Waldherr (CDU) sprach sich für einen weiteren Beratungsgang zusammen mit dem Magistrat aus. Dabei stieß er auf Zustimmung des Bürgermeisters. "Um die Kuh vom Eis zu bringen, sollte sachlich weiter beraten werden", sagte Waldherr. Frank König (FDP) schloss sich dieser Äußerung an und meinte, die bisherige Diskussion im Ausschuss sei undiszipliniert gewesen. Die nächste Ausschusssitzung müsse besser vorbereitet werden. Peter Rompf gab zu verstehen, die Beteiligten sollten aufgrund des Ablaufs der heutigen Sitzung seine Emotionalität verstehen.

Zur Erarbeitung eines Konzeptes hatte das Planungsbüro die Parkplatzbereiche in Limburg untersucht und in sechs Zonen unterteilt. Mit den Arbeiten wurde im August 2021 begonnen, und sie sollen erst im November 2022 beendet sein. Die Konzeptentwicklung befinde sich noch in den ersten Zügen, so Dr. Franziska Kirchner. Neben den politischen Gremien werden auch ein mit verschiedenen Institutionen besetzter Beirat sowie die Öffentlichkeit mit einzogen. Auch ein Workshop gehöre dazu. Öffentlich waren Bürger dazu aufgerufen worden, ihre Ideen, Mängel und Lob zur Parksituation in Limburg mitzuteilen.

Nur wenige Anlagen voll ausgelastet

Nach den Untersuchungen des Planungsbüros verfügt Limburg über nahezu 3500 öffentliche Parkmöglichkeiten. Davon befinden sich rund 1600 Parkplätze innerhalb des Schiede-Ringes mit etwa 85 Prozent in Parkbauten wie Parkhäusern oder Parkdecks. Die Planer sprechen von einer hohen Dichte an Parkbauten. Samstags bestehe eine stärkere Auslastung. Nur wenige Anlagen, wie das Parkhaus Mitte, seien zeitweise voll ausgelastet. Die Parkplätze in der Werkstadt seien vor allem samstags stark oder zu 100 Prozent besucht. Es bestehe ein Parkdruck durch Langzeitparker mit Ziel Zentrum. Es bestünden stets freie Kapazitäten im Parkhaus des Krankenhauses. Stark gefragt bei Berufspendlern seien die freien Parkplätze am Marktplatz und unter der Lichfieldbrücke.

Unter Ideen gingen Vorschläge ein wie kostengünstige oder kostenlose Kurzzeitparkplätze, zum Beispiel Graupfortstraße, und Abschaffung der Zeitfenster in der Diezer Straße. Vorgeschlagen wurden Parken für die ersten 30 Minuten kostenlos. Für Bewohner der Altstadt wurde ein Dauerparkpreis von 50 Euro monatlich im Altstadtparkhaus empfohlen. Außerhalb der Stadt sollen Parkplätze geschaffen und ein Shuttle-Bus eingerichtet werden. Die ungerechte Nutzung von Behindertenparkplätzen müsse stärker geprüft werden. Gefordert werden mehr Abstellplätze für Fahrräder sowie E-Bike-Ladestationen und abschließbare Fahrradboxen sowie Parkmöglichkeiten für Lastenräder in der Innenstadt.

Nächste Beiratssitzungen für das Konzept Parkraum-Management sind am 20. Juli und im Spätsommer. Die Vorstellung des Konzeptes soll Ende Mai im Magistrat erfolgen.

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