1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Limburg

Limburg: Homeschooling ist nur als Notlösung gut

Erstellt:

Kommentare

Die meisten Schülerinnen und Schüler haben nur wenig Lust auf Homeschooling.
Die meisten Schülerinnen und Schüler haben nur wenig Lust auf Homeschooling. © PJZ

Was Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Marienschule zu dem Thema sagen

Limburg -"Was passiert nun?" Das haben sich viele Schülerinnen und Schüler auch in Limburg und Umgebung gefragt, als bekannt wurde, dass die Schulen geschlossen werden. Die Pandemie stellte so manche Schulen vor eine neue Herausforderung.

Welche organisatorischen Aufgaben und Schwierigkeiten die Pandemie speziell für die Schulleitungen mit sich brachte, haben wir die Schulleiterin der Privaten Marienschule in Limburg, Dr. Henrike Zilling, gefragt. Sie berichtet, im Homeschooling sei es besonders schwierig gewesen, die digitale Erreichbarkeit der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. Während des Lockdowns sei den Schülerinnen und Schülern das digitale Kommunikationsmedium "Microsoft Teams" zu Verfügung gestellt worden, womit der Unterricht laut Stundenplan fast eins zu eins umgesetzt werden konnte.

Fortschritt der Digitalisierung

Dr. Henrike Zilling betont auch, dass es durch die Pandemie einen enormen Fortschritt im Hinblick auf Digitalisierung an Schulen gegeben habe. Ohne die dichte Kommunikation und das Kontakthalten aller beteiligten Personen im Schulalltag wäre die gesamte Pandemie-Situation nicht zu schaffen gewesen.

Auch mehreren Lehrkräften haben wir Fragen zum Thema digitaler Unterricht gestellt. Janosch Burle, ein in den Fächern Deutsch und Biologie an der Marienschule in Limburg unterrichtender Lehrer, sagt: "Ich empfinde den Präsenzunterricht definitiv als die bessere Unterrichtsform, da hierbei eine direkte Rückmeldung und der persönliche Austausch möglich ist. Ebenso fehlte im Homeschooling das Gefühl für die Lernatmosphäre und teilweise das gemeinsame Erarbeiten von Lernstoff."

Auch die erste Videokonferenz sei auf jeden Fall sehr spannend, aber auch komisch gewesen, da er so etwas zuvor noch nicht erlebt hatte. Außerdem erzählt Janosch Burle: "Es war vielleicht etwas schwieriger, die Schüler im Homeschooling zu motivieren oder zu schauen, ob sie überhaupt daran ,teilnehmen', da oft eine Rückmeldung durch Mimik und Gestik gefehlt hat."

Bastian Hoffmann, der an der Marienschule die Fächern Politik und Wirtschaft sowie Deutsch unterrichtet, sagt: "Ich empfinde den Präsenzunterricht als definitiv besser, da ich es als einfacher erachte, mit den Schülerinnen und Schüler zu kommunizieren. Allerdings bin ich dankbar für die digitalen Fortschritte, welche die Schule in der Pandemie gemacht hat."

Die Anfangsphase sei in Ordnung gewesen, sagt er, denn "die Schülerinnen und Schüler waren motiviert und haben gut mitgearbeitet. Mit der Zeit wurde es aber immer schwerer, alle zu motivieren". Zum Ende fehlte einfach auch die Nähe und der persönliche Kontakt. "Auch die erste Videokonferenz war anfangs ungewohnt, allerdings habe ich mich nach einiger Zeit immer mehr daran gewöhnt", schildert Bastian Hoffmann.

Grundsätzlich sind sich also die Lehrer einig: Präsenzunterricht ist die bessere Wahl. Dennoch steht für alle Lehrkräfte der Marienschule fest, dass die Möglichkeit des digitalen Unterrichts in Krisensituationen ein enormer Fortschritt ist.

In der Schule gibt es keine Tonprobleme

Auch Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Klassenstufen wurden befragt, wie es ihnen im digitalen Unterricht ergangen ist. Im Grundsatz, waren sich auch dabei alle an der Marienschule einig: "Auf alle Fälle in die Schule gehen, Freunde treffen und zusammen die Pausen verbringen. "Auch gibt es keine Probleme mit dem Ton", sagt Matteo aus der Klasse 6 e. Die soziale Komponente sei aus Sicht der Schüler also enorm wichtig. Dennoch empfinden alle Schüler, digitalen Unterricht machen zu können, als gute Alternative. "Besser Unterricht am PC als keinen Unterricht", sagt ein Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 der Marienschule.

Carla aus der 5 a hat das Homeschooling auch als schwierig empfunden, da sie und einige aus ihrer Klasse kein passendes mobiles Endgerät für die Videokonferenzen hatten. Außerdem war es kompliziert, die Arbeitsaufträge zur passenden Zeit abzugeben weil das Internet oft nicht mitgespielt hat.

Auch Emilia aus der 5 b findet den Unterricht in der Schule deutlich besser, weil sie sich dort besser konzentrieren kann. "Außerdem kann ich in den Pausen was mit meinen Freunden unternehmen."

Bleibt am Schluss zu sagen: Die Schulen, Schulleitungen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler sind auf den nächsten Krisenfall vorbereitet. Gewünscht wird Homeschooling jedoch von niemandem. Leni Spieler, Lena Erler und Lavinia Beck

Auch interessant

Kommentare