Auch Sitztanz oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht stehen beim Angebot Café Malta für Demenzerkrankte des Malteser Hilfsdienstes auf dem Programm.
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Auch Sitztanz oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht stehen beim Angebot Café Malta für Demenzerkrankte des Malteser Hilfsdienstes auf dem Programm.

Sozialkontakte wieder möglich

Limburg: Im Café Malta wird gespielt und gelacht

Angebot des Malteser Hilfsdienstes für Menschen mit Demenz startet wieder

Limburg -Menschen mit Demenz brauchen Sozialkontakte, ihre Angehörigen wenigstens hin und wieder Zeit für sich selbst. Deshalb öffnet der Malteser Hilfsdienst in seinen Räumen in der Limburger Innenstadt, Frankfurter Straße 9, einmal in der Woche das Café Malta - eine Betreuungsgruppe, in der Erkrankte für einige Stunden je nach Kompetenzen und Tagesform Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen, gemeinsam singen oder plaudern können. Pandemiebedingt musste das Angebot im vergangenen Jahr vorübergehend eingestellt werden. Jetzt ist Dorothée Novian, seit April Koordinatorin der Demenzdienste bei den Maltesern im Bistum Limburg, optimistisch, das Betreuungsangebot im Juli wieder öffnen zu können.

Einige Stunden Auszeit für alle

"Einen demenzkranken Menschen zu pflegen, ist eine große Herausforderung. Der Erkrankte benötigt rund um die Uhr Aufmerksamkeit. Zeit für sich selbst bleibt pflegenden Angehörigen wenig", sagt Dorothée Novian. "Für die Betroffenen ist das Café Malta eine Gelegenheit, mit anderen Betroffenen zusammenzukommen und gemeinsam mit unseren geschulten Helferinnen und Helfern individuelle Angebote zur Aktivierung und Beschäftigung zu erleben. Auf dem Programm stehen zum Beispiel Spaziergänge, Gespräche, Sitztanz, (Vor-)Lesen, Rätseln und vieles mehr." Angehörigen verschaffe dies für einige Stunden eine Auszeit - "Freiraum für persönliche Termine, Behördengänge oder andere Dinge, die sonst nicht möglich sind und die guttun".

Dorothée Novian sieht ihre Aufgabenschwerpunkte als Standortkoordinatorin für Demenzdienste auf Diözesanebene vor allem in der Unterstützung und Beratung von Angehörigen und in der Koordination und Betreuung der ehrenamtlichen Demenzbegleiter. Die 43-Jährige verfügt als ausgebildete Krankenschwester und Diplom-Pflegewirtin nicht nur über das notwendige Know-how, sondern vor allem über fundierte Erfahrungen in den Bereichen Altenpflege, Beratung und Schulung. Zuletzt war sie als stellvertretende Schulleitung an einer Pflegeschule tätig.

Viele Angehörige stehen irgendwann vor der Frage: Meine Mutter, mein Vater hat Demenz - und jetzt?! "Die Feststellung einer Demenzerkrankung eines Angehörigen kann für Kinder und Verwandte ein Schock sein", weiß Novian aus beruflicher Erfahrung.

Beratung, Schulung und Entlastung

"Wir Malteser bieten Betroffenen neben Beratungen zu abrechenbaren Entlastungsleistungen und Pflegeschulungen einen stundenweisen häuslichen Entlastungsdienst an." Dort unterstützen ehrenamtlich Helfende tatkräftig. "Sowohl im Besuchs- und Begleitungsdienst als auch bei den Demenzdiensten sind wir auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Unsere Ehrenamtlichen werden auf ihre Aufgabe gut vorbereitet", verspricht Novian und ergänzt: "Ich freue mich, dass wir nach langer Zeit endlich wieder ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen machen können, denn nicht nur wir als Hilfsorganisation mussten unser Angebot reduzieren, sondern auch viele Ehrenamtliche mussten in den vergangenen Monaten Sozialkontakte meiden."

Am Angebot Café Malta, an den Demenzdiensten oder der ehrenamtlichen Mitarbeit Interessierte können sich wenden an: Dorothée Novian, Standortkoordinatorin Demenzdienste Malteser Hilfsdienst e.V., Frankfurter Straße 9, 65549 Limburg, telefonisch unter (0 64 31)94 88-530 sowie per E-Mail an dorothee.novian@malte ser.org.

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