Auch Heinz Albert Schultheis aus Limburg ließ sich gestern gegen Covid-19 impfen. DRK-Mitarbeiter Erdal Aytinas vom Deutschen Roten Kreuz Limburg nahm ihn im Empfang. Wer seinen Frage- und Aufklärungsbogen noch nicht dabei hat, kriegt ihn bei der Anmeldung ausgehändigt.
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Auch Heinz Albert Schultheis aus Limburg ließ sich gestern gegen Covid-19 impfen. DRK-Mitarbeiter Erdal Aytinas vom Deutschen Roten Kreuz Limburg nahm ihn im Empfang. Wer seinen Frage- und Aufklärungsbogen noch nicht dabei hat, kriegt ihn bei der Anmeldung ausgehändigt.

126 Termine zum Auftakt

100 statt 1000 Corona-Impfungen: Im Limburger Impfzentrum kann endlich geimpft werden

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Das Corona-Impfzentrum in Limburg nimmt seinen Betrieb auf. Wegen des knappen Impfstoffs gibt es aber vorerst täglich nur für rund 100 Bürger Termine.

Limburg - „Sie können sich glücklich schätzen, dass Sie zu den wenigen gehören, die heute geimpft werden“, sagt eine der Mitarbeiterinnen im Impfzentrum des Landkreises Limburg-Weilburg zu Ursula Lang. Die 84-jährige Frau aus Arfurt ist gestern zusammen mit ihrem 81-jährigen Bruder nach Limburg gefahren worden, von ihrer Nichte, um sich gegen Covid-19 impfen zu lassen - so wie insgesamt 124 weitere Bürger auch, die einen Termin für diesen ersten Tag im Corona-Impfzentrum Limburg bekommen haben.

Die ehemalige Druckerei im Dietkircher Gewerbegebiet war Ende des vergangenen Jahres vom Landkreis zu einem Impfzentrum umgebaut worden, um jeden Tag „mindestens 1000 Menschen“ gegen Corona impfen zu können. Aber da wusste noch niemand, dass der Impfstoff - zumindest in den ersten Monaten - so kostbar sein wird wie ein Schluck Wasser in der Wüste. Und auch in der kommenden Woche reichen die zur Verfügung gestellten Impfdosen nur für rund 100 Impfungen pro Tag, berichtet die Leiterin Dr. Gundi Heuschen. Im Impfzentrum sind zehn Impfstraßen mit je fünf Impfkabinen aufgebaut worden. Vorerst ist davon montags bis freitags aber nur eine Impfstraße von 8 bis 20 Uhr für Bürger geöffnet, die einen Termin haben.

Im Impfzentrum in Limburg gilt das „Vier bis Sechs-Augen-Prinzip“

Ursula Lang hat bereits in einer der Impfkabinen Platz genommen, aber vorerst passiert nicht viel, weil die Spritze mit dem begehrten Corona-Impfstoff noch nicht vorliegt. Die ältere Dame steht also wieder auf und schaut nach links und nach rechts in der Impfstraße. Da stehen mehrere Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Limburg in weißen Hosen und roten Hemden und warten ebenfalls.

Es ist ein bisschen wie das Warten auf das Christkind. Doch es dauert ein paar Minuten, bis schließlich Erik Kaiser vom Malteser Hilfsdienst - ganz in Blau gekleidet - mit mehreren aufgezogenen Spritzen auftaucht. Die werden vorher in einer eigens errichteten Apotheke am Ende der großen Halle aufgezogen. Es hakt noch ein wenig in der Kommunikation, wann wie viele Impfspritzen bereits vorliegen sollten, um längere Wartezeiten zu vermeiden.

Die Impfstoffe aufzubereiten, ist unter anderem die Aufgabe von Apothekerin Ute Schneider. Eigentlich ist die 65-Jährige schon seit eineinhalb Jahren im Ruhestand, zuvor hatte sie in der Apotheke im St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg gearbeitet. Den Corona-Impfstoff so aufzubereiten, dass er in den Oberarm gespritzt werden kann, sei zwar keine schwierige Arbeit, erklärt sie, aber das sei trotzdem tückisch, weil die immer gleiche Tätigkeit irgendwann langweilig werde und man trotzdem hoch konzentriert bleiben müsse. Deshalb gelte bei der Aufbereitung des Corona-Impfstoffes das „Vier- bis Sechs-Augen-Prinzip“, also zwei bis drei Apotheker schauen sich immer wieder gegenseitig auf die Finger, damit auch kein Fehler passiert.

Corona-Impfung in Limburg: Drei Impfstoffe stehen bislang zur Verfügung

Im Landkreis Limburg-Weilburg stehen bislang Impfstoffe von drei Herstellern zur Verfügung. Bürger, die älter als 80 Jahre sind, bekommen im Impfzentrum den Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht. Die mobilen Impfteams, die nun schwerpunktmäßig Menschen in der Altentagespflege impfen, verwenden den Impfstoff von Moderna. Und am Montag (08.02.2021) erfuhr Gundi Heuschen per E-Mail, schon bald stehe auch der Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung, der bereits eine halbe Stunde später geliefert wurde: Damit werden zunächst die Mitarbeiter in den Krankenhäusern geimpft, die intensiven Kontakt zu Corona-Infizierten haben, und - sehr zu ihrem Verdruss - auf ihre Impfung warten mussten.

Auch Ärztin Dr. Christina Hundertmark aus Elz ist noch nicht geimpft worden, weil sie als freiberufliche Ärztin ohne eigene Praxis, die in Frankfurt ärztlichen Bereitschaftsdienst leistet, in der Prioritätenliste nicht ganz oben steht. Durch ihre neue Arbeit im Corona-Impfzentrum hat sich das nun geändert. Sie hat sich online einen Impftermin besorgt und ist am 10. März dran. „Das hat ein paar Stunden gedauert“, sagt sie. Sie habe den Termin im Internet gebucht und stundenlang in einem virtuellen Warteraum zugebracht, bis es endlich klappte.

Die vom DRK Limburg und den Maltesern eingesetzten Mitarbeiter haben übrigens unterschiedliche berufliche Hintergründe. Mit Schadia Kayasseh (48) und Nadine Knackstedt (46), beide aus Limburg, helfen zum Beispiel auch zwei Frauen im Impfzentrum, die bei der Lufthansa beschäftigt sind und sich in Kurzarbeit befinden.

Limburg: Verkehrsführung am Corona-Impfzentrum in Dietkirchen

Das für den Landkreis Limburg-Weilburg zentrale Impfzentrum befindet sich in Limburg im Gewerbegebiet Dietkircher Höhe an den Straßen „Auf der Heide“/Senefelderstraße. Die Zufahrt mit dem Auto ist über die Straße „Auf der Heide“ möglich, teilt die Stadt Limburg mit. Die Anfahrt kann dabei aus beiden Fahrtrichtungen erfolgen. Entweder von der B 49 kommend am Kreisel die Ausfahrt in die Straße „Auf der Heide“ nehmen und dann bis zu den Parkplätzen am Impfzentrum fahren. Oder vom Dietkircher Weg aus an der Ampel-Kreuzung am Globus-Markt links in die Mundipharmastraße abbiegen und bis zum Impfzentrum durchfahren. Auch von dort kommend können die Parkplätze am Impfzentrum angefahren werden. Die Rückfahrt ist über die Senefelderstraße möglich, die auf die Kapellenstraße mündet, wo es wieder in Richtung B 49 weiter geht. Wichtig: Die Einfahrt von der Kapellenstraße in die Senefelderstraße ist nicht mehr möglich, da diese als Einbahnstraße ausgewiesen wurde.

Der Landkreis weist darauf hin, dass es nicht möglich ist, am Impfzentrum Termine für die freiwillige Corona-Schutzimpfung zu vereinbaren. Weder am Impfzentrum noch am Bürgertelefon werden außerdem Fragen zur Terminvergabe beantwortet. Termine können nur beim Land Hessen vereinbart werden - entweder unter der bundesweit geltenden Rufnummer 116 117 oder unter (0611) 50 59 28 88 sowie im Internet unter den Adressen impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de. Der Landkreis bittet zudem darum, nicht die Notrufnummer 112 bei Fragen zum Coronavirus anzurufen. Dafür gibt es ein rund um die Uhr erreichbares Bürgertelefon unter (0 64 31) 2 96 96 66. (Stefan Dickmann)

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