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Limburg: In einem Kiosk wurden die ersten Weichen gestellt

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Von: Robin Klöppel

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Vereinsgründer Bernd Neisius vor seiner originalgetreuen Miniatur-Anlage der Arlberg-Bahn.
Vereinsgründer Bernd Neisius vor seiner originalgetreuen Miniatur-Anlage der Arlberg-Bahn. © Robin Klöppel

Wie die Modelleisenbahnfreunde vor 50 Jahren zusammenfanden - Ausstellung am 6. und 7. November geplant

Holzheim -Der Modelleisenbahn-Club (MEC) Limburg-Hadamar hat in seinem Vereinsheim in Holzheim sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei waren noch zwei der Gründungsmitglieder, der Eschhöfer Peter Brahm und der Frickhöfer Bernd Neisius.

Neisius kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. Der heute 71-Jährige wollte als junger Mann zu einer mehrtägigen Veranstaltung fahren und überlegte, wo er in München halbwegs kostengünstig übernachten könnte. Da gab ihm ein Freund einen Tipp, dass das in der Jugendherberge möglich sei. Dafür brauchte Bernd Neisius damals aber einen Jugendherbergsausweis. Den bekam er beim Hadamarer Kioskbetreiber Kurt Nejedly.

Wie es der Zufall so wollte, verkaufte Nejedly in seinem Geschäft auch Modelleisenbahnen und Zubehör. Da Bernd Neisius schon als Kind von Zügen fasziniert war, die Technik liebte und später sein Hobby zum Beruf machte und als Fahrdienstleiter der Bahn arbeitete, kam er mit Kurt Nejedly ins Gespräch. Neisius entdeckte Modellbahnen als neues Hobby für sich.

Als er wieder mal bei Nejedly war, um sich neues Zubehör zu holen, traf er dort zufällig die Modellbahnfreunde Horst Schey und Alfred Otto, die auch dort Kunden waren. Man kam ins Gespräch und auf die Idee, mal über eine Meldung im Nassauer Boten (dem Vorgänger der Nassauische Neue Presse) in der heimischen Region nachzufragen, ob es nicht noch weitere Modellbahnfreunde gebe, die Spaß daran hätten, eine Gruppe zu gründen. Auf den Zeitungsaufruf meldeten sich laut Neisius einige andere Modellbahnfreunde, und so entstand der Verein, den 19 Personen in der Gaststätte "Nassauer Hof" gründeten.

Unterkunft im Lazarettwagen

Dieser fand zunächst eine Heimat im Hadamarer Schloss. Doch wie Bernd Neisius erzählt, sollte der Verein nach der Renovierung ins Dachgeschoss umziehen. Der Boden hätte die schweren Bahnen plus 100 Zuschauer bei einer Ausstellung jedoch nicht ausgehalten, so dass der Verein nach einer neuen Bleibe Ausschau halten musste.

Peter Brahm weiß auch noch viel von damals zu erzählen. Die ersten Ausstellungen habe es in der Hadamarer Glasfachschule gegeben. Der große Bekanntheitsgrad des Vereins in der Region sei dann aber zu den Zeiten im Hadamarer Schloss gekommen. Denn dort sei genügend Platz gewesen, um Modellbahnanlagen in einer Größe zu bauen, die man sonst nur in Museen zu sehen bekomme.

Anfang der 1980er Jahre, als der Verein aus dem Schloss raus musste, hatte er zum Glück bereits einen Lazarettwagen der Bundesbahn, in dem fortan an einer neuen Modelleisbahnanlage gebaut worden sei. Dieser habe zunächst auch in Hadamar gestanden. Jedoch seien dort, wie Brahm weiß, irgendwann die Gleisanlagen reduziert worden. So wurde der Standplatz des Wagens nach Limburg verlegt. Da dort dann auch ab 1982 die Modellbahntage des Vereins in Limburg - zunächst in der Tilemannschule, bis vor Corona in der Dessauer-Schule -, stattfanden, beschlossen die Mitglieder 1987 in der Jahreshauptversammlung, den Verein vom MEC Hadamar in MEC Limburg-Hadamar umzubenennen. Anfang der 1990er Jahre sei es dann, wie Peter Brahm erzählt, gelungen, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Auf dem Gelände des Bundesbahnbetriebswerkes Limburg habe eine ehemalige Halle der Deutschen Bahn angemietet werden können. Dort sei dann wieder jeden Montagabend gewerkelt und gefachsimpelt worden.

1990 wurde seinen Aussagen nach in Limburg gar die erste deutsch-deutsche Modellbahnausstellung in Kooperation mit der AG Marienberg/Erzgebirge veranstaltet. Seit 1996 gibt es zwei Mal jährlich die Tauschbörsen des Limburger Vereins im Frühjahr und Herbst in der Stadthalle.

Peter Brahm: "Im Jahre 2002 wurde ein neues Clubheim in Gebäude der ehemaligen Firma Hammerschlag in der Rudolf-Schuy-Straße in Limburg bezogen. Dort blieb der MEC bis zum Juni 2007. Die längere Suche nach einem neuen Standort habe den Verein dann zwei Kilometer hinter die Limburger Stadtgrenze geführt. Dort seien die Lagerräume der ehemaligen Firma Baum Bauelement angemietet worden und die nicht transportablen Vereinsanlagen auf 400 Quadratmeter Fläche aufgestellt worden.

Der heutige Vereinsvorsitzende Achim Mannes aus Schadeck kam mit dem Verein auch noch zu Hadamarer Zeiten in Berührung, da er schon als Kind ein großer Bahn-Fan war und sein Vater Otto ihn mit zu einer der Ausstellungen nahm. Leider sind viele Kinder der heutigen Zeit nicht mehr so große Modelleisenbahnfans wie die Jungs seiner Generation, wie Mannes bedauert. Immerhin drei Mädchen und ein Junge kommen aber aktuell regelmäßig zu den Treffen der Jugendgruppe alle 14 Tage samstags 15 bis 17 Uhr in den ungeraden Wochen. Derzeit hat der MEC Limburg-Hadamar 80 Mitglieder.

Wer sich für das Hobby Modellbahn begeistert, kann gerne mal spontan zu einem der Clubabende kommen, die immer montags ab 19.30 Uhr im Vereinsheim in der Mühlstraße in Holzheim stattfinden. Dort findet am 6. und 7. November auch für alle Interessierten eine Modellbahnausstellung, samstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags 10 bis 16 Uhr statt. Mehr Infos auf der Vereins-Webseite www.mec-limburg- hadamar.de.

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