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An der Limburger Annastraße bestehen bereits Anwohnerparkplätze. Besucher müssen dort eine Parkscheibe nutzen.

Parksituation verbessern

Limburg: Jede sechste Straße hat Anwohnerparkplätze

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Wenn das neue Parkraumkonzept vorliegt, könnte die Zahl weiter steigen

Limburg -Wer in der Limburger Innenstadt ohne eigenen Parkplatz wohnt, kennt das Problem: Nach der Zeit im Büro ist noch lange nicht Feierabend, weil mal wieder alle Stellplätze in der Nähe der eigenen Wohnung belegt sind. Derzeit verfügt jede sechste Straße in Limburg über Stellflächen, die nur für Anwohner reserviert sind. Ob und wo es in der Kernstadt neue Parkflächen nur für Anwohner geben wird, steht allerdings noch nicht fest. Das ist erst dann möglich, wenn die Verwaltung das neue Parkraumkonzept vorlegt, das derzeit bearbeitet wird. Das geht aus einer Vorlage des Magistrats an die Stadtverordneten hervor.

Auf Antrag der CDU-Fraktion hatten die Stadtverordneten den Magistrat vor gut einem Jahr um einen Bericht gebeten, um über die derzeit existierenden Anwohnerparkzonen und mögliche Ausweitungen in der Kernstadt Auskunft zu geben. Wie der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) mitteilt, gibt es im gesamten Limburger Stadtgebiet 611 Straßen. Das Anwohnerparken sei dabei in 99 Straßen gestattet - ein Anteil von 16,2 Prozent.

Noch nicht vorlegen kann die Stadt eine von den Stadtverordneten ebenfalls gewünschte Auflistung aller Straßen(-züge) in der Kernstadt, in denen die Ausdehnung oder die Ausweisung neuer Anwohnerparkzonen notwendig und rechtlich möglich ist.

Der Erste Stadtrat verweist dabei auf das von der Stadt geplante neue Parkraumkonzept für die Limburger Innenstadt, das noch in Bearbeitung sei. "Dieses soll die Bewohnerparkzonen sowie die Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt in einem noch festzulegenden Radius in fußläufiger Entfernung zum Zentrum, umfassen", heißt es in der Vorlage.

Den Suchverkehr deutlich reduzieren

Das Parkraummanagement diene in erster Linie der Verbesserung der Parksituation in Gebieten, die besonders stark mit Verkehr belastet seien. "Zugleich sollen ÖPNV-Anteile insbesondere beim Berufspendlerverkehr gesteigert werden", heißt es in der Vorlage. Und: "Insbesondere im Zentrum sollen die Bedingungen für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr sowie die Aufenthalts- und Wohnqualität verbessert werden."

Hintergrund sind die Probleme mit der Luftqualität in der Limburger Innenstadt wegen zu hoher Werte des Atemgifts Stickstoffdioxid, das durch Dieselabgase entsteht. Die Stadt ist deshalb zu einem modernen Parkraummanagement gezwungen, mit dem Ziel, den Parksuchverkehr deutlich zu reduzieren und Besucher auf dem kürzesten Weg in die Parkhäuser zu lotsen.

Leitsystem modernisieren

Im Mittelpunkt steht dabei die Modernisierung des veralteten städtischen Parkleitsystems. Wie Stanke erklärt, sind die "Anzeigen schwer lesbar, häufig defekt und Ersatzteile schwer zu bekommen." Auch der Rechner, der die Anzahl der freien Stellflächen in den Parkhäusern anzeigt, "bedarf dringend einer Modernisierung". Auch deshalb, weil privat betriebene Parkplätze sowie Stellflächen direkt an der Straße noch nicht an das Parkleitsystem angebunden seien. Dazu kommt ein weiteres Problem: "Immer wieder ist zu hören, dass für Ortsunkundige das Leitsystem schwer zu erfassen ist", so die Vorlage.

Um mehr Autofahrern die wegen ihrer Enge mitunter wenig beliebten Parkhäuser schmackhafter zu machen, dürfte es zum einen zu einer Verknappung der Straßenparkplätze kommen und zum anderen dürften diese deutlich teurer werden als die Stellflächen in den Parkhäusern. In der Vorlage des Magistrats ist von einer "Neuordnung des Parkraums und der Parkgebühren" die Rede.

Der Stadtverordnete Dr. Stefan Schäfer (CDU) hatte vor etwas mehr als einem Jahr seinen Antrag damit begründet, gerade für Anwohner sei es immer schwieriger, "nach der Arbeit oder dem Einkaufen einen Parkplatz in zumutbarer Entfernung zu ihrer Wohnung zu finden". Das gelte mittlerweile auch für weiter außerhalb liegende Teile der Weststadt, der Brückenvorstadt und der Südstadt. Dies sei eine Folge der "Nachverdichtung der Wohngebiete" sowie der in der Kernstadt konzentrierten Ansammlung von Schulen, Arztpraxen und Behörden, "die teilweise eine erhebliche Parkplatznachfrage auslösen". Mehr Anwohnerparkzonen könnten dieses Problem lösen, damit die Kernstadt ein attraktiver Wohnstandort bleibe.

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