Die Erzieherinnen und Erzieher Annika Kremer (von links), Stephanie Ludwig und Daniel Koch spielen mit den Kindern im großen Sandkasten der Kindertagesstätte St. Hildegard in Limburg.
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Die Erzieherinnen und Erzieher Annika Kremer (von links), Stephanie Ludwig und Daniel Koch spielen mit den Kindern im großen Sandkasten der Kindertagesstätte St. Hildegard in Limburg.

Kinderbetreuung

Kita in Limburg: Mit innovativem Konzept durch die Corona-Krise

In Limburg zeigt die Kita St. Hildegard, wie mittels eines innovativen Konzepts mit der Corona-Pandemie umgegangen werden kann.

  • Auch in Limburg herrschen strikte Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus
  • Eine Kita entwickelte frühzeitig ein Konzept
  • Sie geht mit gutem Beispiel voran, wie mit der Corona-Pandemie umgegangen werden kann

Limburg - Schaukeln, rutschen, basteln oder doch lieber Burgen im Sandkasten bauen? In der Katholischen Kindertagesstätte St. Hildegard in Limburg haben die Heranwachsenden die Qual der Wahl. Auf einem großen Außengelände und in den bunt gestalteten Räumen können sie nach Herzenslust toben und miteinander spielen.

Corona in Limburg: Wenig los in der Einrichtung der Kita

Doch derzeit ist in der Einrichtung weniger los als üblich. "Wegen der Corona-Krise gibt es momentan nur eine Notbetreuung", sagt Stephanie Ludwig, Leiterin der Kindertagesstätte. Ausschließlich Eltern, die in bestimmten Branchen arbeiten, und alle berufstätigen Alleinerziehenden dürfen ihre Sprösslinge in die Kindertagesstätte bringen. Die Eltern von insgesamt 19 Mädchen und Jungen nehmen dieses Angebot der Kita derzeit in Anspruch. "Einige der Kinder kommen an jedem Werktag, andere nur einzelnen Tagen", sagt der stellvertretende Leiter Daniel Koch.

Die Erzieherinnen und Erzieher der Kita in Limburg sind montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr für die Mädchen und Jungen da. Eine Wochenend- und Feiertagsbetreuung gab es bisher nur an Ostern. "Wir sind selbstverständlich auch bereit, samstags und sonntags die Betreuung durchzuführen, sollte dies demnächst nötig werden", so Ludwig.

Kita in Limburg: An offenem Konzept festhalten

Seit vielen Jahren werden die Zwei- bis Sechsjährigen in der Kita St. Hildegard in Limburg in "offenen Gruppen" betreut. "Die Heranwachsenden können, immer in Absprache mit den Erziehern, selbst entscheiden, in welchem Raum sie mit ihren Freunden spielen möchten. Das Außengelände ist für die Kinder ebenfalls als freier Spielort wählbar", erklärt Koch, der seit 2015 in der Einrichtung tätig ist. Auch während der Corona-Pandemie hält die Leitung an diesem Konzept fest. Dabei achte man genau darauf, dass sich nicht zu viele Mädchen und Jungen an der gleichen Stelle aufhalten, um so die Gefahr einer Infektion zu minimieren. "Da derzeit weniger los ist als sonst, klappt das immer sehr gut", sagt Ludwig, seit Sommer 2019 Leiterin der Kita.

Dort sollen die Zwei- bis Sechsjährigen trotz der aktuellen Ausnahmesituation möglichst viel Normalität erleben. "Deshalb gibt aus auch während der Notbetreuung Stuhlkreise und jeden Tag ein gemeinsames Mittagessen, das die Kinder allerdings aufgeteilt in zwei Gruppen zu sich nehmen", sagt Ludwig. Dabei lege man großen Wert darauf, die Abstandsregeln stets einzuhalten.

Um das Risiko einer Ansteckung weiter zu verringern, werden die Räume der Kita täglich desinfiziert. Außerdem sollen die Eltern sich beim hinbringen und abholen der Kinder nur kurz im Gebäude aufhalten. Das Verhältnis zwischen Mitarbeitern sowie Müttern und Vätern sei auch in dieser schwierigen Zeit recht entspannt. "Viele Krankenschwestern und Ärzte bringen ihre Kinder in die Notbetreuung. Da sie sich mit der aktuellen Thematik gut auskennen, herrscht keine Panik oder Verunsicherung", so die Leiterin.

In der Kita in Limburg ist Corona nur selten Thema

Die meisten Heranwachsenden seien von ihren Eltern gut über das Virus und die Gefahren aufgeklärt worden. "Deshalb ist die Corona-Krise eigentlich während der Betreuung nur selten ein Thema. Wenn die Kinder jedoch mal eine Frage dazu haben, versuchen wir diese natürlich zu beantworten", sagt der 35-jährige stellvertretende Einrichtungsleiter.

Obwohl momentan deutlich weniger Mädchen und Jungen die Kita in Limburg besuchen, ist die Arbeit für die Erzieherinnen und Erzieher nicht einfacher geworden. "Wir müssen unsere normalen Aufgaben auch während der Notbetreuung bestmöglich erledigen", so Koch. "Hinzu kommen noch die vielen Corona-Auflagen." Der Job sei derzeit auch mental sehr fordernd, da man nicht wisse, wie es weitergehe. "Alle Mitarbeiter müssen besonders flexibel sein, weil die Arbeitszeiten, je nach Anzahl der zu betreuenden Kinder, variieren", sagt Stephanie Ludwig. Trotz all der schweren Herausforderungen habe die Situation auch etwas Gutes: "Da deutlich weniger Mädchen und Jungen hier sind, können wir gezielter auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie so besser fördern", sagt Daniel Koch.

Konzept der Kita in Limburg: Große Grünfläche zum Entzerren

Obwohl niemand vorhersagen kann wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird, scheint die Kita St. Hildegard auch für zukünftige Aufgaben gut gerüstet zu sein. "Wir haben bereits frühzeitig ein Konzept entworfen, um die Notbetreuung weiter zu entzerren", so Ludwig. Dabei helfen soll ein Garten am Schafsberg in Limburg. Das Grundstück liegt nur rund 500 Meter von der Kita entfernt. "Es wurde vom Gesamtverband Katholischer Kirchengemeinden gepachtet und uns zu Verfügung gestellt", erklärt Koch. Man wolle schnellstmöglich mit kleinen Gruppen den Garten, für den die Naspa 800 Euro gespendet hat, nutzen und dort gemeinsam spielen sowie einiges über die Natur vermitteln. "Die Grünfläche ist sehr groß, so dass Abstandsregeln noch besser eingehalten werden können", sagt die Kita-Leiterin.

Derzeit ist der Garten aber eine Baustelle. In Kooperation mit einem regionalen Unternehmen haben die Mitarbeiter der Kita bereits Bäume zurückgeschnitten und Rasen gesät. Außerdem errichteten Schüler der Friedrich-Dessauer-Schule eine Holzhütte auf dem Grundstück. "Die Arbeiten sind schon recht weit fortgeschritten und wir hoffen, dass sich die Kinder in den Sommermonaten auf dem Gelände vergnügen können", sagt Daniel Koch. 

Von Tobias Ketter 

Im Kreis Limburg-Weilburg sind immer mehr Kinder in der Notbetreuung einer Kita. Kommunen verzichten vorerst auf die Kita-Gebühren. Oft muss aber noch endgültig entschieden werden. Wegen der Corona-Pandemie reicht in manch Kindertagesstätte schon ein kleiner Schnupfen, um die Knirpse nach Hause zu schicken. Kinderarzt Dr. Burkhard Voigt über „Attestitis“, Infekte und das Leben mit der Angst.

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