Lebensgefahr

Junge trinkt zu viel Alkohol – Den Exzess bezahlt er fast mit seinem Leben

In Limburg trinkt ein 14-Jähriger zu viel Alkohol. Mit rund zwei Promille landet er in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Er bezahlt es fast mit seinem Leben.

  • Ein 14-Jähriger kommt in die Notaufnahme in Limburg
  • Er hat exzessiv Alkohol konsumiert
  • Ein Arzt im Krankenhaus spricht von Lebensgefahr

Limburg - Der Patient hatte fast zwei Promille im Blut. Und er war erst 14. Zwei Zahlen, die in ihrer Kombination schockieren. „Der Junge war in Lebensgefahr“, sagt Dr. Peter Sahmer, der ärztliche Leiter der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im Limburger St. Vincenz-Krankenhaus.

Mit 1,98 Promille führt der Schüler die traurige Rangliste der minderjährigen Alkoholleichen an, die 2019 in der Klinik in Limburg landeten. Sahmer und sein Team mussten 28 weitere Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren wegen einer Vergiftung an Alkohol stationär behandeln. Darunter vier 14-Jährige mit 1,3 bis 1,98 Promille. 

Limburg: Jugendliche trinken exzessiv Alkohol - das endet oftmals in der Notaufnahme vom Krankenhaus

„Die meisten Vorfälle geschahen im Freundeskreis“, berichtet der Leiter des Notarztstandorts Limburg und Leitende Notarzt im Landkreis Limburg-Weilburg. Das war früher anders; da wurden die jungen Patienten vor allem nach öffentlichen Veranstaltungen wegen des exzessiven Konsums von Alkohol in die Notaufnahme ins Krankenhaus eingeliefert. „K und K“ lautete die Formel: Karneval und Kirmes. "Das gibt es natürlich weiterhin", sagt Sahmer. „In diesen närrischen Tagen sind wir wieder auf alles vorbereitet. Nur die Schwerpunkte haben sich etwas verschoben.“

Jungen und Mädchen hielten sich nach seinen Angaben in etwa die Waage. Die meisten Rauschtrinker hätten Wodka mit Energy-Getränken konsumiert. Statistisch werden die heranwachsenden Komasäufer im Landkreis immer mehr und immer jünger; in Hessen hingegen sind die Zahlen seit 2013 leicht rückläufig. 2018 wurden im St. Vincenz 26 behandelt, davon 16 stationär und zehn ambulant. 2017 waren es 25 (13 ambulant, 12 stationär).

Limburg: „Alkohol ist für Kinder leicht verfügbar“ - Arzt aus Notaufnahme in Krankenhaus fordert mehr Aufklärung

Der Mediziner aus Limburg-Weilburg will dennoch nicht von einem relevanten Trend, auch in Bezug auf die Notaufnahme im Krankenhaus, sprechen. „Dafür ist die Zahlenmenge zu klein“, erläutert er. „Es ist aber klar, dass es nicht besser wird und alle Maßnahmen keinen großen Erfolg zu haben scheinen.“ Dafür hat Sahmer eine einfache Erklärung: „Alkohol ist für Kinder leicht verfügbar, viele gucken es sich bei den Erwachsenen ab. Solange wir das Wochenendsaufen bis zum Exzess als völlig normal empfinden, dürfen wir uns über das Verhalten vieler Jugendlicher nicht wundern“, sagt der ZNA-Leiter.

Dr. Peter Sahmer, ärztlicher Leiter in Limburgs Krankenhaus, ist über den Alkohol-Konsum der Jugendlichen besorgt.

Er könne nicht beurteilen, ob häufigere und bessere Kontrollen das Problem lösen könnten. Die Beobachtungen in der Notaufnahme im Krankenhaus von Limburg sollten freilich dazu veranlassen. „Ein Wert von fast zwei Promille ist bei einem Kind keine Lappalie“, sagt Sahmer. „Es ist lebensbedrohlich vergiftet und/oder kann sekundär daran versterben, weil es sich zum Beispiel bei einem Sturz schwer verletzt hat.“ Die Eltern bekommen Informationsmaterial, wenn sie den Patienten abholen. Ob's hilft, weiß auch der Arzt nicht. Eine verstärkte Aufklärung über die Risiken des exzessiven Konsums von Alkohol sei allerdings dringend geboten.

Von Joachim Heidersdorf

In Hessen nimmt die Anzahl an jugendlichen Komatrinkern ab. Doch in Limburg-Weilburg landen immer meh r Jugendliche wegen des exzessiven Konsums von Alkohol im Krankenhaus.*

In Weilmünster bei Limburg endete eine Faschingsfeier für einen Jugendlichen im Krankenhaus, berichtet fnp.de*.

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Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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