Abschied für das Küsterehepaar Monika Heene Weimer und Ehemann Leander Weimer (links) und Neuanfang für Nicole und Jacek Dunst. In der Mitte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Tobias Troost und Dompfarrer Gereon Rehberg.
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Abschied für das Küsterehepaar Monika Heene Weimer und Ehemann Leander Weimer (links) und Neuanfang für Nicole und Jacek Dunst. In der Mitte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Tobias Troost und Dompfarrer Gereon Rehberg.

Für die Kirche im Einsatz

Limburg: "Küsterdienst war für uns nicht nur ein Job"

Das Ehepaar Weimer übergibt den Schlüssel an Nicole und Jacek Dunst

Dietkirchen -Für Monika Heene Weimer und Ehemann Leander Weimer ging jetzt eine Ära zu Ende. Nach rund 16 Jahren endete ihr Küsterdienst in der St. Lubentius-Basilika in Dietkirchen. Den Schlüssel übernahmen symbolisch ihre Nachfolger Nicole und Jacek Dunst.

Den Weimers ist der Entschluss, den Küsterdienst aufzugeben, nicht leicht gefallen. "Das war ein richtiger Prozess für uns, er dauerte über zwei Jahre", verrät Monika Heene Weimer, die ihre Arbeit immer mit Herzensblut und hohem Engagement verrichtet hat. Die 71-jährige Dehrnerin, die seit 2013 auch bei Pfarrer Meudt als Haushälterin beschäftigt war, war auch als Küsterin gemeinsam mit ihrem Mann verantwortlich für die Ordnung und Sauberkeit in der Sakristei. Zu ihren Aufgaben gehörten zudem die Vor- und Nachbereitung sowie die Assistenz der Gottesdienste, der Läutedienst, das Schmücken der Kirche, außerdem die Pflege der kultischen Geräte, der Pavemente und der gesamten Kirchenwäsche. Nicht zu vergessen ist die tägliche Präsenz mit dem Öffnen und Schließen der Kirchentür, "denn dahinter steckt viel mehr, als nur die Haupttür aufzuschließen", verrät die Dehrnerin und erzählt von der Öffnung des Südtors, der Nordtür, dem Anzünden der Lichter mit verbundenem Rundgang, dem Anstecken der Kerzen. Da kommt morgens und abends immer schon eine gute halbe Stunde zusammen.

Für den Papst geläutet

Besonders geschätzt haben die Weimers die Zusammenarbeit mit den Menschen - den Priestern, Diakonen, Messdienern und Messdienerinnen.

"Vor Corona hatten wir sonntags immer gleich acht Messdiener im Gottesdienst", erinnert sich Monika Heene Weimer stolz und berichtet im gleichen Atemzug von der Harmonie und der guten Zusammenarbeit. "Auch heute winken die Jugendlichen und Kinder aus dem Auto, wenn sie uns sehen." Zu den besonderen Erlebnissen gehörten die Hochfeste mit vollem Haus, "da war richtig Puls", die Bischofs-Gottesdienste mit Bischof Franz Kamphaus, Franz-Peter Tebartz-van Elst und Dr. Georg Bätzing, aber auch große Kirchenereignisse. "Wir haben für Papst Benedikt geläutet", berichtet die 71-jährige, die viel Freude am Organisieren hat. "Der Beruf des Küsters war für uns nicht nur ein Job, sondern eine vom Glauben erfüllte Tätigkeit zu Ehren von St. Lubentius!"

Der Kirche eng verbunden

Seitdem Pfarrer Friedhelm Meudt am 1. November 2019 weggegangen ist und es keinen festen Pfarrer mehr gibt, hat sich das Ehepaar noch mehr bemüht, Ordnung und Struktur zu erhalten. Ihre letzten Monate standen allerdings vor allem im Zeichen der Einarbeitung ihrer Nachfolger. "Wir haben sie die erste Zeit begleitet und ich habe meine Sakristei in einem hervorragenden Zustand übergeben", sagt die gebürtige Dietkirchenerin stolz. Die Leistungen des Ehepaar und ihr hohes Engagement haben Tobias Troost vom Pfarrgemeinderat, Peter Kirchberg vom Verwaltungsrat und natürlich Pfarrer Gereon Rehberg gebührend in einer Feierstunde gewürdigt.

Natürlich wird die Lubentiusbasilika ihre ehemaligen Küster nicht ganz aus den Augen verlieren. Das Ehepaar wird sich weiterhin um Teile des Außenbereichs kümmern. Bereits seit über 20 Jahren pflegen Weimers nämlich ehrenamtlich die Blumenbeete vor der Kirche, außerdem das Ehrenmal mit den Gräbern, die Gräber vor der Basilika sowie von Dekan Breithecker und der Familie Hilb.

"Das machen wir weiter", verspricht die 71-Jährige, die der Kirche eng verbunden ist. "Schon als Kind war ich mit meiner Großmutter immer auf dem Friedhof, Gräber pflegen", berichtet sie, "da war es selbstverständlich, dass auch ich solche Aufgaben übernehme!"

Das neue Küsterehepaar lebt in Limburg. Dompfarrer Gereon Rehberg hat vor Jahren einmal ihre Ringe gesegnet und sich bei der Suche nach Nachfolgern daran erinnert, dass Jacek Dunst damals Hilfe angeboten hatte. "Ich habe mich sehr gefreut, dass die beiden zugesagt haben", meint Gereon Rehberg.

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