Tamara (von links) und Björn Hellmund sowie Maximilian und Lisa Horst waren unter den Ersten, die Bratwurst und Glühwein genossen.
+
Tamara (von links) und Björn Hellmund sowie Maximilian und Lisa Horst waren unter den Ersten, die Bratwurst und Glühwein genossen.

2G-plus-Regelung

Corona-Regeln auf Limburger Christkindlmarkt: „So macht man den Weihnachtsmarkt kaputt“

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Die 2G-plus-Regelung zum Schutz vor Corona auf dem Christkindlmarkt in Limburg steht in der Kritik. Doch nicht jeder findet die Maßnahme schlecht.

Limburg – Der Limburger Christkindlmarkt wird es die kommenden Wochen schwer haben, wenn es im Verpflegungsbereich bei der 2G-plus-Regelung bleibt. Um die Mittagszeit war deutlich zu spüren: die breite Masse der Leute, die spontan auf einen Glühwein, eine Rostbratwurst oder eine Waffel auf den Neumarkt in die abgesperrte Verpflegungszone kommen würde, hat keine Lust, dafür extra vorher noch einen tagesaktuellen Schnelltest zu machen. Den allermeisten Leute am Einlass war offenbar vorher gestern nicht einmal bewusst, dass sie für den Einlass neben einem Impfnachweis auch zwingend einen zusätzlichen negativen Corona-Schnelltest gebraucht hätten.

Hinzu kamen die Leute, die am Sicherheitsdienst am Einlass einfach mal ihren Frust über die aktuellen Einschränkungen durch die Pandemie loslassen wollten. Nur wenige hatten sich informiert und den Testnachweis wie gewünscht mitgebracht. Auch nur wenige waren bereit, noch einmal zum Testen in die nächste Apotheke zu gehen und später mit Negativnachweis zurückzukommen.

Limburger Christkindlmarkt während Corona: Schade für die Marktbeschicker

Der Limburger Karl Jung schimpfte am Einlass: „So macht man den Weihnachtsmarkt kaputt.“ Er frage sich, warum er in die Verpflegungszone keinen Einlass bekomme, aber wenige Meter entfernt am Imbiss die Leute mit Bratwurst sitzen könnten, ohne einen Test vorzulegen. Reinhold Altenhofen sagt, dass er drei Mal geimpft sei. Er sagte, die Stadt hätte das besser im Vorfeld kommunizieren müssen, dass zusätzlich ein aktueller Schnelltest benötigt werde.

Angelika Steinberg sagte, sie wäre nicht gekommen, wenn sie nicht zufällig vorher am Tag sowieso zufällig einen Test hätte machen müssen. „Dann wären wir in Limburg anderswo in eine Gaststätte gegangen“, berichtete sie. Auch sie findet es unglücklich, dass erst kurz vor dem Christkindlmarkt die Beschränkung auf 2G-plus festgelegt worden sei. Es sei schade für die Marktbeschicker, die dadurch Umsätze verlieren würden. Prinzipiell halte sie aber 2G-Regelungen mit Tests zur eigenen Sicherheit der Besucher für sinnvoll.

Auch Georg Horz aus Eisenbach blieb hinter der Umzäunung zurück: „Ich mache doch nicht extra wegen dem Weihnachtsmarkt einen Test“, sagte er. Er findet, dass die Politik erheblichen gesellschaftlichen Schaden anrichte, indem überall verschiedene Regeln gelten würden. Die Menschen würden nicht mehr durchblicken und immer frustrierter, sagte der Eisenbacher.

Corona-Regeln auf dem Limburger Christkindlmarkt: „Mit 2G-plus fühlt man sich sicherer.“

Ingo Graf hingegen findet es gut, dass die Stadt Limburg sich für 2G-plus entschieden hat: „Der Tagestest hilft ja auch dem eigenen Schutz. Von daher kann ich diese Maßnahme nur begrüßen“, sagte er.

Uwe Deisel findet es prinzipiell okay, dass in Corona-Zeiten mehr kontrolliert werde. Aber der Markt sei für die Mittagszeit doch verdammt leer. Wenn die Leute sich nicht auf dem Platz fast tottreten würden, reiche auch 2 G, sagte er. Gut würde er es finden, wenn an Ort ein Schnelltest möglich wäre. Dann würden seiner Meinung nach auch mehr Leute reinkommen.

Björn Hellmund, findet den zusätzlichen tagesaktuellen Test auch übertrieben. Für einen kurzen Besuch sei der Aufwand einfach viel zu groß. Er bedauerte, dass dadurch die Standbetreiber wohl mit einem Megaverlust rechnen müssten. Melina Alexi sagte: „Mit 2G-plus fühlt man sich sicherer.“ Schön sei ja schon, dass der Christkindlmarkt überhaupt stattfinden könne. „Eine echte Weihnachtsmarktstimmung kommt aber hier nicht auf“, sagte ihre Freundin Noelle Petrak.

Sicherheitsdienst auf dem Christkindlmarkt Limburg: Erfahrungen negativ

Sven Adolph, Chef des Sicherheitsdiensts Guardian denkt nicht, dass der Markt wie gestern gestartet Zukunft habe. Entweder werde er vom nächsten Lockdown gestoppt oder die Beschicker würden aufgeben. Denn die Erfahrungen mit den Bürgern am Einlass seien überwiegend negativ. Gleichzeitig würden anderswo die Besucher im Essensbereich dicht ohne Masken hocken.

Patrick Meyer und seine Lebensgefährtin Nicole Müller sind im Urlaub. Sie seien ganz locker zum Test gegangen und da sei alles „ganz easy“ gewesen. Bei den aktuellen Coronazahlen halten die beiden die Einschränkungen für gerechtfertigt.

Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) kann die Kritik am Konzept der Stadt nicht nachvollziehen. Bei den aktuellen Coronawerten wäre es seiner Meinung nach unverantwortlich gewesen, die Gäste dicht gedrängt ohne Masken auf dem Neumarkt stehen zu lassen. Die Alternative zu diesem Konzept sei gar kein Markt gewesen. Die Sicherheit der Bürger gehe ihm im Zweifelsfall vor dem Umsatz. Die Stadt habe den Gästen gegenüber Verantwortung, zahle sogar einen vierstelligen Betrag für den Sicherheitsdienst aus eigener Tasche. Ein Schnelltest sei doch ruckzuck gemacht, betonte Hahn. Damit auch spontan ein Besuch des gastronomischen Bereichs möglich ist, wird es Anfang Dezember ein neues Testzentrum auf dem Europaplatz geben. „Derzeit wird von uns auch geprüft, ob wir eine Testmöglichkeit ab Samstag, 27. November direkt vor dem gastronomischen Bereich auf dem Neumarkt anbieten können“, sagt Christoph Leber Christoph Leber, Organisator des Christkindlmarktes.

Corona-Regeln auf dem Limburger Christkindlmarkt: So darf man rein

Der Zugang zum eingezäunten Bereich auf dem Neumarkt erfolgt nach der 2G-plus-Regelung. Dafür ist ein Nachweis über den Status, also geimpft oder genesen, ein Personalausweis oder Reisepass zum Identitätsnachweis und ein gültiger negativer Corona-Test (Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) erforderlich. Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren benötigen einen aktuellen Schnelltest oder ein Attest, wenn aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht möglich ist. Auch mit Schülertestheft wird Einlass gewährt. Bei Kindern unter sechs Jahren entfällt die Testpflicht. (Robin Klöppel)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare