Blick in den umgebauten Krankenwagen "Wünsche werden wahr" bei der Vorstellung im vergangenen Jahr mit dem damaligen Lions-Präsidenten Dirk Joeres (links) und Schirmherr Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.
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Blick in den umgebauten Krankenwagen "Wünsche werden wahr" bei der Vorstellung im vergangenen Jahr mit dem damaligen Lions-Präsidenten Dirk Joeres (links) und Schirmherr Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

Projekt startet neu

Limburg: Letzte Wünsche werden wieder wahr

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Aktion von Lions und DRK war wegen der Pandemie stark eingeschränkt

Limburg -Ein Jahr nach der offiziellen Vorstellung der Aktion "Wünsche werden wahr" für sterbenskranke Menschen in der Region ist es ein Neustart: Das im Juli 2020 vom Lions Club Limburg-Domstadt und dem Deutschen Roten Kreuz Limburg gestartete Projekt wird in naher Zukunft hoffentlich nicht mehr so drastisch durch die Corona-Pandemie ausgebremst.

Die Betroffenen werden mit einem extra umgebauten Krankenwagen zu einem Ort ihrer Wahl gefahren, den sie unbedingt noch einmal sehen wollen. Neben dem Fahrer und einer Begleitperson ist ein Rettungssanitäter dabei, der für die medizinische Betreuung sorgt.

Drei Wünsche für Menschen, die aufgrund schwerer Erkrankungen nicht mehr lange leben werden, konnten bislang erfüllt werden, wie Klaus-Peter Kreß vom Lions Club Limburg-Domstadt mitteilt: Eine junge Frau wollte noch einmal den Zoo in Duisburg sehen, eine sterbenskranke Mutter wünschte sich mit ihrer Familie den Besuch in einem Freizeitpark in der Region und eine ältere Frau wollte noch einmal ihre Schwester in Darmstadt besuchen.

Kostenfreies Angebot wird durch Spenden finanziert

Das kostenfreie, durch Spenden des Lions Clubs finanzierte Angebot richtet sich an Menschen, die entweder im Hospiz leben, auf einer Palliativstation untergebracht sind, in einem Pflege- oder Altenheim wohnen oder ihre letzten Lebenswochen zu Hause verbringen. Diese unheilbar kranken Menschen können ihre letzten Wünsche im Internet äußern unter der Adresse www.wuensche-werden-wahr.com. Das DRK Limburg und der Lions Club organisieren dann kurzfristig eine Fahrt mit dem umgebauten Krankenwagen zu dem Ort, den diese Menschen unbedingt noch einmal sehen wollen. Aber auch Besuche von Verwandten, von Kulturveranstaltungen oder ein Ausflug sind möglich.

Wie der neue Lions-Präsident Sebastian Bach berichtet, gibt es bereits wieder eine Anfrage für einen letzten Verwandtschaftsbesuch zu einer Familienfeier. Oft gehe es einfach nur darum, den dafür erforderlichen Transport für diese Menschen sicherzustellen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung sehr geschwächt seien.

Ziele im Umkreis von bis zu 250 Kilometern möglich

Für bis zu 40 Menschen im Jahr ist dieses kostenfreie Angebot möglich. Um es noch bekannter zu machen, soll der umgebaute Krankenwagen in Weiß und Türkis auch einmal Station in der Fußgängerzone machen, berichtet Kreß. Bedingt durch die Corona-Pause sei das Interesse daran noch bei den Menschen größer, die es ehrenamtlich unterstützen wollen. So hätten sich zum Beispiel auch Rettungssanitäter anderer Hilfsorganisationen gemeldet.

Damit der Transport sicher und möglichst angenehm ist, werden Ziele im Umkreis von maximal bis zu 250 Kilometern angefahren. Die Schwerstkranken können im "Wünsche werden wahr"-Wagen liegend, aber auch sitzend transportiert werden. Sie können auch während der Fahrt - anders als in einem normalen Krankenwagen - aus dem Fenster hinaussehen.

Schirmherr des besonderen Projekts ist Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU). Der in Limburg geborene und in Hadamar zur Schule gegangene Politiker aus Waldbrunn hatte bei der Vorstellung der Aktion im Juni vergangenen Jahres unter anderem gesagt: "Die Qualität einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit dem Tod umgeht." Großes Lob für das Projekt gab es damals auch von Ex-Landrat Manfred Michel (CDU) in seiner Funktion als Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Limburg, Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD, "Ein tolles Zeichen der Mitmenschlichkeit") und dem Vorsitzenden des Palliativnetzwerks Limburg-Weilburg, Peter Jefremow ("Einmalig für die Region").

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