Sie kämpfen stellvertretend für viele Gläubige für den Erhalt des Pfarrgartens am Dom: (von links) Senta Seip, Suma Cosimo, Birgit Sagmeister, Berthold Nebgen, Paula Pereira Weiß, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Michael Pingitzer sowie Marzella Gernand.
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Sie kämpfen stellvertretend für viele Gläubige für den Erhalt des Pfarrgartens am Dom: (von links) Senta Seip, Suma Cosimo, Birgit Sagmeister, Berthold Nebgen, Paula Pereira Weiß, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Michael Pingitzer sowie Marzella Gernand.

Streit ums Pfarrhaus

Limburg: Lösungen für ein zukünftiges Miteinander

Mitglieder der Dompfarrei machen Vorschläge, wie Dommusik und Seelsorge räumlich zusammenpassen könnten.

Limburg -Während das Domkapitel seinen Kreuzzug in Sachen Dommusik konsequent verfolgt, bleibt eine tief enttäuschte Schar von Gläubigen ungläubig am Wegesrand zurück. Immer wieder bat die Domgemeinde um Einbeziehung bei den Planungen zur künftigen Nutzung des Pfarrhauses, des Gartens, des Schlosses und der Michaelskapelle. Offensichtlich aber nicht laut genug - bisher blieben ihre Anliegen ungehört.

Dabei geht es den Christen in Limburg und Umgebung nicht darum, die Dommusik zu behindern, sondern den Domberg als pastoralen Raum für die Besucher aus aller Welt zu bewahren, das einmalige mittelalterliche Ensemble nicht durch eine unpassende Bebauung im Pfarrgarten zu zerstören und Raum für die Bedürfnisse der Pfarrei zu behalten.

Eine kleine Gruppe der Dompfarrei, darunter Suma Cosimo, Senta Seip, Marzella Gernand, Berthold Nebgen, Paula Pereira Weiß, Birgit Sagmeister und der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Michael Pingitzer, traf sich jetzt in Vertretung für die zahlreichen Betroffenen. Birgit Sagmeister brachte zum Ausdruck, was der Gemeinschaft am Herzen liegt. "Vor allem ist es wichtig, dass es nicht ein Gegeneinander von Dommusik und Pfarrgemeinde gibt, sondern ein Miteinander von Dommusik und seelsorgerischer Pfarreiarbeit!"

Die Mitglieder der Dompfarrei brauchen auch künftig in unmittelbarer Nähe zum Dom einen festen Treffpunkt sowie einen Raum für die Seelsorge - sowohl der Pfarreimitglieder als auch der zahllosen Besucher, für die der Dom weit mehr ist, als ein Kulturdenkmal.

Der Dompfarrgarten, seit Jahrzehnten eine grüne Oase der Begegnung, sollte seiner Berufung treu bleiben. Genutzt wird er während der zahlreichen kirchlichen Feiertage. Zum Beispiel für die Kommunionkinder und Firmlinge sowie ihre Familienmitglieder nach dem Gottesdienst, für Empfänge nach Hochzeiten, Hochzeitsjubiläen und Tauffeiern im Dom, für den gemeinsamen Umtrunk zu Ehren des Heiligen Georgs und am Kirchweihfest im August. Und natürlich für das gemeinsame Fest aller Limburger Pfarreien im Anschluss an die Fronleichnamsprozession. "Dieses Fest, das große und kleine Menschen stets von überall her zum Dom führte, war immer der Ausdruck einer offenen, gastfreundlichen, frohen und lebendigen Gemeinde", berichtet Birgit Sagmeister. Diesen kleinen Paradiesgarten, der auf dem harten Domfelsen steht, zubauen? Wem ist damit wirklich gedient? Eine Frage, auf die die Gläubigen keine Antwort finden.

"Schäfchen" bislang

nicht beteiligt

Auch wenn die Hirten ihre "Schäfchen" bisher in keinerlei Planungen einbezogen haben, haben diese sich Gedanken gemacht und versuchen mit sinnvollen Alternativvorschlägen zur passenden Unterbringung der Dommusik positive Lösungen für alle Beteiligten zu finden, die auch dem höheren Verkehrsaufkommen durch den täglichen Transport der Kinder durch ihre Eltern entgegenwirken. Sollte es von der Stadt aus unmöglich sein, weitere Räume im Schloss, in denen sich die portugiesische und italienische Gemeinde befanden und auch die Räumlichkeiten des Archivs nicht der Dommusik zur Verfügung zu stellen, wäre ein Vorschlag beispielsweise das Priesterseminar, das mehr als genug Platz bietet. Zum Singen und Üben, zur Hausaufgabenbetreuung und zum Spielen draußen.

Dann das zur Zeit leerstehende Gebäude des Bischöflichen Ordinariats am Rossmarkt 12, das sowieso saniert und um- oder neugebaut werden muss. Ebenso unkompliziert wäre gleich daneben, im weitläufigen Bischofsgarten, Platz für den Neubau eines multifunktionalen Gebäude. Dort, wo sonst bei Bischofsfesten ein großes Zelt zur Bewirtung aufgestellt wird, könnte der für den Pfarrhausgarten geplante Pavillon stehen. Gleichzeitig müsste bei Bischofsfesten kein Zelt mehr extra aufgeschlagen werden. Und der kleine Weg zum Bischofsgarten dürfte für die singenden Kinder kein Problem sein. Auch Dompfarrer Gereon Rehberg muss ja diesen Weg künftig mehrmals täglich von seinem neuen Zuhause am Roßmarkt bis zum Dom absolvieren. Da der Hort des Kindergartens St. Nikolaus in unmittelbarer Nachbarschaft liegt, lässt sich vielleicht sogar bezüglich der Nachmittagsbetreuung eine Zusammenarbeit initiieren.

Bisher sind noch keine Zahlen über die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die betreut werden sollen, genannt worden. Bekannt ist aber, dass die Anzahl der jungen Sänger stark zurückging und das Domkapitel zurzeit intensiv um Nachwuchs wirbt.

Fakt ist, dass das Bistum das ehemalige, denkmalgeschützte Konvikt (Baujahr 1903 bis 1905, das über 70 Jahre die überall bekannte Heimat der Domsingknaben, war, in den vergangenen Jahren für 2,4 Millionen Euro saniert hat. Den Domsingknaben wurde gekündigt. Thomas Löhr, Domdekan und Weihbischof hat damals mitgeteilt, dass die Diözese als Besitzer keine Verwendung mehr für das Haus habe. Der Chor müsse seinen Sitz und seine Proben nach Limburg verlegen.

Bei den Besprechungen damals wünschten sich übrigens 34 von 38 anwesenden Eltern der Domsingknaben, das schöne Gebäude, das die Menschen immer mit den Domsingknaben in Verbindung bringen, weiter zu nutzen. Jetzt steht es leer. Anette in Concas

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