Über bezahlbaren Wohnraum diskutierten die Kandidaten Johannes Volkmann, Martin Rabanus, Alicia Bokler, Dr. Anna Lührmann, Alexander Müller, Valentin Zill und André Pabst.
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Über bezahlbaren Wohnraum diskutierten die Kandidaten Johannes Volkmann, Martin Rabanus, Alicia Bokler, Dr. Anna Lührmann, Alexander Müller, Valentin Zill und André Pabst.

Politik

Limburg: Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

  • VonRobin Klöppel
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Politiker debattieren auf dem Neumarkt mit dem Enkel von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.

Limburg -"Bezahlbar ist die halbe Miete" war das Motto einer Diskussionsrunde, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) heimische Bundestagskandidaten gestern Nachmittag auf den Neumarkt eingeladen hatte. Es diskutierten für die SPD Martin Rabanus und Alicia Bokler, für die Grünen Dr. Anna Lührmann, für die FDP Alexander Müller, für die Linken Valentin Zill und André Pabst. Bei der CDU waren beide regionale Kandidaten verhindert. So kam DGB-Kreistagsvorsitzende Viktoria Spiegelberg-Kamens als Moderatorin in den Genuss, Johannes Volkmann, den Enkel von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, als Vertreter der CDU begrüßen zu dürfen.

Spieleberg-Kamens sagte, dass bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener kaum noch zu finden sei. Auch in der heimischen Region würden die Preise deutlich ansteigen. Höchstes Ziel der neuen Bundesregierung müsse es folglich sein, sich um Wohnraum zu kümmern.

Liv Ditzinger vom DGB-Landesverband Hessen-Thüringen weiß, dass Menschen im Umfeld ihres Arbeitsplatzes oft nichts bezahlbares finden würden. Folglich steige auch der Druck auf Limburg und das Umland, aus dem viele in das Rhein-Main-Gebiet oder in die Region Köln/Bonn pendelten.

Mehr Arbeitslosigkeit wegen Corona

Ditzinger weiß: "Durch Corona hat sich das Problem noch einmal deutlich verschärft, denn viele seien durch die Corona-Pandemie in die Kurzarbeit oder in die Arbeitslosigkeit geraten. Es fehle überall an Sozialwohnungen. Von einer neuen Regierung erwarte sie, dass der Wohnbereich wieder am Allgemeinwohl und nicht in erster Linie am Profit orientiert sei.

Johannes Volkmann sagte, es müsse deutlich mehr Angebot an Wohnraum geschaffen werden. Kommunen müssten so schnell wie möglich möglichst viel Bauland erschließen. Deutschland habe zu viele Bauvorschriften, so dass das Bauen zu lange dauere und teurer werde, was auf die Mieter umgelegt werde. Durch steuerliche Anreize solle ermöglicht werden, dass Menschen schneller in eigenen Wohnraum kämen. Volkmann hält eine Mietpreisbremse für den falschen Schritt, weil das nur dazu führe, dass weniger gebaut werde. Der Kandidat aus dem Lahn-Dill-Kreis berichtete, sein Landkreis habe eine eigene Wohnbaugesellschaft. Das sei eine Möglichkeit, um mehr Wohnraum zu schaffen.

"Der Markt regelt das Problem nicht alleine", erklärte der SPD-Bundestagsabgeordnete Rabanus. Wenn die SPD die neue Regierung anführe, werde es viel mehr sozialen und geförderten Wohnungsbau geben. Die Mieten müssten auch "festgehalten werden" und dürften nicht über der Inflationsrate steigen. Das verschaffe eine Atempause, bis genug neue Wohnungen gebaut seien.

Grüne fordern Mietpreisbremse

Grünenpolitikerin Anna Lührmann betonte: "Fehlender Wohnraum ist eine dringende Frage, auch für junge Menschen". Eine wirkungsvolle Mietpreisbremse werde gebraucht. Lührmann sagte, dass die Renditen der Wohnungseigentümer gestiegen seien und die Mieten trotzdem weiter stiegen. Von daher brauche es ein effektiveres Bundesprogramm "Sozialer Wohnungsbau".

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Müller sagte: "Ein Patentrezept gibt es nicht". Es brauche ein großes Angebot an Wohnungen. Denn dann habe der Wohnungsuchende gegenüber dem Vermieter eine viel bessere Verhandlungsbasis. Oft sei es mit dem Schaffen von Wohnraum für Kommunen aber nicht so einfach. In seiner Heimat Niedernhausen habe die Stadt seinen Aussagen nach große Probleme, Ackerflächen von Landwirten zu bekommen.

"Der Markt regelt von alleine gar nichts", berichtete Valentin Zill. Die Politik müsse den Markt regeln. Die Mieterrechte müssten unbedingt gestärkt werden. Eigenbedarfskündigungen müssten erschwert werden, Wohnungen dürften nicht aus der Sozialbindung fallen.

Pabst hätte sich gewünscht, dass auch in der Limburger Siedlungserweiterung Blumenrod mehr an Sozialwohnungen gedacht worden wäre. In diesem Bereich entstehe in der Region viel zu wenig. Überwiegend würden nur Wohnungen im gehobenen Standard geschaffen. Alicia Bokler schlug vor, dass die Kommunen leerstehende Häuser in alten Ortskernen aufkaufen und auf den Grundstücken kleinere Wohnungen schaffen sollten. robin klöppel

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