Mit Corona-Abstand wurden die Goldenen und Silbernen Meister gewürdigt.
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Mit Corona-Abstand wurden die Goldenen und Silbernen Meister gewürdigt.

Ehrungen und Jahresfazit

Limburg: Den Meisterbrief als Qualitätssiegel erhalten

  • vonRobin Klöppel
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Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft: Sorge vor Fachkräftemangel.

Limburg -Wegen der Corona-Vorschriften ist der diesjährige "Tag des Handwerks" ins Wasser gefallen. Da die Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg das Offheimer Bürgerhaus aber für den Dienstag gebucht hatte, nutzte es dieses dazu, die Jahreshauptversammlung und einige Ehrungen nachzuholen. Die meisten Handwerksbetriebe hätten dieses Jahr trotz Corona genug zu tun, sagte Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe. Sorgen machen ihm eher die rückläufige Zahl an Ausbildungsverträgen im Handwerk und der damit für die Zukunft drohende Fachkräftemangel.

In den älteren Generationen dagegen gibt es zahlreiche Meister. So konnte Manfred Ulrich (Hadamar) 50 Jahre nach seiner Meisterprüfung von Wolfram Uhe und Kreisgeschäftsführer Stefan Laßmann den Goldenen Meisterbrief entgegennehmen. Ebenfalls Gold wäre an Werner Bendel (Limburg) und Manfred Radu (Weilmünster) gegangen, die aber nicht teilnehmen konnten. Dafür nahmen acht von neun zur Ehrung anstehenden Altmeistern ihre Silbernen Meisterbriefe (40 Jahre) persönlich entgegen. Zudem gab es für 21 frischgebackene Gesellen Förderpreise der Kreissparkassen Limburg und Weilburg, da sie herausragende Abschlussprüfungen abgelegt hatten.

Uhe betonte, dass es dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft ein wichtiges Anliegen gewesen sei, die Ehrungen persönlich durchzuführen. Den Goldenen und Silbernen Meistern attestierte er, dass sie nach jahrzehntelanger Berufserfahrung stolz auf das im Leben Erreichte sein könnten. Uhe ermunterte junge Menschen, auch diesen Weg zu gehen, denn ein junger Meister könne seine Zukunft selbst in die Hand nehmen und einen eigenen Betrieb gründen. Der Weg, den heute leider zu viele gehen würden, mit Abitur und Studium, sei dagegen oft eine berufliche Sackgasse.

Uhe versicherte, dass die Kreishandwerkerschaft weiter dafür kämpfen werde, dass der Meisterbrief als Qualitätssiegel erhalten bleibe. Es sei bei einigen Berufen bereits gelungen, ihn wieder zur Voraussetzung für eine Betriebsgründung zu machen. Erfahrene Meister seien ein Vorbild für junge Menschen, weil sie gezeigt hätten, welche Karrieren aus Handwerksausbildungen entstehen könnten. Viele würden deutlich mehr verdienen als manch anderer in Bürojobs. Von daher gelte es, weiter Werbung für das Handwerks zu machen. Es habe sich in der Corona-Krise als stabiler Wirtschaftsfaktor erwiesen.

1,35 Milliarden Euro

2508 Handwerksbetriebe im Kreis hätten 13 000 Mitarbeiter und erwirtschafteten zusammen einen Jahresumsatz von 1,35 Milliarden Euro, so Laßmann. Die Zahl der Betriebe in den 14 Limburg-Weilburger Innungen sei um acht auf 611 gesunken. Dr. Martin Pott, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, nannte den Meisterbrief die "Krone des Handwerks". Trotz Corona hätten 2020 alle Meistervorbereitungskurse und Gesellenprüfungen durchgezogen werden können.

In seinem Jahresfazit für Limburg-Weilburg betonte Wolfram Uhe, dass seit Jahren eine gute Auftragslage herrsche und man im Großen und Ganzen mit der Situation im Handwerk zufrieden sein könne. Nur die Friseure und Autohändler hätten Corona zwischenzeitlich zu spüren bekommen. Alle anderen Berufsfelder hätten die Zeit dagegen ohne große Einbußen gut überstanden. Uhe sagte aber auch, dass noch nicht sicher sei, ob die gute Auftragslage die kommenden Jahre konstant bleibe, da möglicherweise manche Privatleute durch Einnahmeverluste weniger investieren könnten.

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