1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Limburg

Limburg: Mit fundiertem Businessplan zum Erfolg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Michael Hahn (links) sprach mit Jennifer Tomandl und Garry Lang über deren Erfahrung bei der Unternehmensgründung.
Michael Hahn (links) sprach mit Jennifer Tomandl und Garry Lang über deren Erfahrung bei der Unternehmensgründung. © Kerstin Kaminsky

Unternehmer geben beim Gründertag Tipps für den Weg in die Selbstständigkeit

Limburg -Gründungen und Nachfolgen seien wichtige Faktoren für die Attraktivität einer Region, betonte IHK-Präsident Ulrich Heep zur Eröffnung des Gründertags 2022. Bereits zum 25. Mal fanden am Dienstagabend wichtige Akteure des hiesigen Gründungsgeschehens zusammen, um den Besuchern wertvolle Informationen rund um die Selbstständigkeit zu vermitteln. Veranstaltet wird der Gründertag gemeinsam von der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der IHK. "Uns allen liegt ein gesundes Gründungsgeschehen sehr am Herzen", so Heep.

Tatsächlich zeichnet sich im Bereich der Gewerbeanmeldungen ein positiver Trend ab. "Nachdem in den Jahren 2019 und 2020 die Zahl der Anmeldungen nur knapp über der Marke von 1600 lag, verzeichnen wir für das vergangene Jahr einen regelrechten Sprung auf 1777 Neuanmeldungen", freut sich Heep. Im ersten Quartal 2022 hätten die Zahlen sogar noch einmal leicht über denen vom ersten Quartal 2021 gelegen. "Nun muss sich zeigen, wie viele davon ein langfristiges Geschäftsmodell verfolgen und wie viele eher kurzfristig auf die Coronapandemie abzielen", schränkt er ein.

Fraglos würden das anhaltende Infektionsgeschehen, der Krieg in der Ukraine und die explodierenden Energiepreise Unsicherheit schüren und sich möglicherweise negativ auf das weitere Gründungsgeschehen auswirken. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass sich mit den richtigen Ideen und einem guten Konzept auch in einem schwierigerem Umfeld Chancen für eine Gründung bieten, ermutigte Heep die Zuhörer.

Mit gutem Beispiel vorangegangen sind die Medien- und Wirtschaftswissenschaftlerin Jennifer Tomandl mit ihrem in Limburg ansässigen Beratungsunternehmen sowie der Wilsenrother Garry Lang mit seinem Meisterbetrieb im Bereich Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Im Gespräch mit Michael Hahn, dem IHK-Geschäftsbereichsleiter für Existenzgründung und Unternehmensförderung, berichteten die beiden Jungunternehmer über ihren Weg in die Selbstständigkeit.

Freiräume schaffen

Die 34-Jährige Tomandl gründete 2019 in Wiesbaden ihr Unternehmen. "In der Agentur, in der ich gearbeitet hatte, ging es nicht weiter. So stand ich vor der Frage, zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln oder mich selbstständig zu machen", erzählt sie. Dass sie sich als Marketing- und Sozial-Media-Beraterin auf eigene Füße stellt, hat sie nie bereut, obwohl sie lernen musste, sich zu bremsen und Freiräume für die Freizeit zu schaffen. "Die Selbstständigkeit ist schließlich kein Sprint, sondern ein Dauerlauf", sagt sie.

Als der Installateur und Heizungsbauer Garry Lang seinem Vorgesetzten sagte, dass er die Meisterprüfung ablegen möchte, stieß er auf Unverständnis. Warum Meister? Er habe doch einen guten Job, fand der Chef. Doch der heute 30-jährige Garry Lang wollte schon immer Eigenverantwortung tragen. So absolvierte er auf eigene Kosten die Meisterausbildung und gründete 2020 seine Firma. "Würde ich das heute noch mal machen, dann nur von Anfang an mit einem zweiten Mann", sagt er. Schließlich brauche es im Handwerk immer jemanden, der mit anpackt. Glücklicherweise habe er inzwischen einen festen Mitarbeiter eingestellt.

Einen fundierten Businessplan halten beiden Gründer für eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Nur so könne man eigene Defizite und drohende Probleme erkennen. "Mir ist beispielsweise klar geworden, dass ich mich in den Bereichen Betriebswirtschaft, Buchhaltung und Steuern weiterbilden muss", so Lang.

Die beiden sprachen von ihrer Herangehensweise in der Kundengewinnung, über ihren digitalen Auftritt und über Kosten und Finanzierung der Betriebsausstattung. Trotz Pandemie liefen sowohl der Handwerksbetrieb als auch das Beratungsunternehmen sehr gut an. Trotzdem sind sich die Jungunternehmen einig: "Am Anfang braucht man jemanden, der einem hilfreich zur Seite steht."

Nach der Podiumsdiskussion konnten die Besucher des Gründertags mit verschiedenen Banken, Versicherern, Unternehmensnetzwerken und Beratern ins Gespräch kommen. Die Agentur für Arbeit informierte über Unterstützungen bei einer Gründung aus Arbeitslosigkeit. Kreishandwerkerschaft und IHK berieten rund um Gründungsvorhaben, egal ob Handwerksbetrieb, Dienstleister, Freiberufler, Handel oder Industrie.

Auch interessant

Kommentare