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Neues Restaurant mit französischer Küche eröffnet im historischen Gemäuer

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Von: Joachim Heidersdorf

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Fabian Sollbach vor dem Haus am Kornmarkt 7 in der Limburger Altstadt, das im nächsten Jahr gestrichen wird. Draußen gibt es 20 Sitzplätze.
Fabian Sollbach vor dem Haus am Kornmarkt 7 in der Limburger Altstadt, das im nächsten Jahr gestrichen wird. Draußen gibt es 20 Sitzplätze. © Joachim Heidersdorf

Das neue Restaurant "Margaux" will mit gutem Essen in schönem Ambiente und flexibler Karte eine Marktlücke in Limburg schließen.

Limburg -Die Limburger Altstadt ist um ein Fachwerk-Juwel reicher, die Gastronomie um ein vielversprechendes Restaurant. Am Kornmarkt hat das "Margaux" eröffnet.

Der Name signalisiert, dass die Traditionsgaststätte "Zum Goldenen Löwen" sich nicht nur optisch grundlegend gewandelt hat. Fabian Sollbach präsentiert im historischen Gemäuer in Limburg eine moderne französische Küche. "Aber nichts Extravagantes", sagt der neue Pächter. "Mein Ziel ist ein legeres Gesamtkonzept ohne Verzicht auf Qualität." Wenn die Gäste weiter in so großen Scharen kommen und nachher so begeistert vom Essen schwärmen, wie in den beiden ersten Wochen, dann hat der Wahl-Limburger offensichtlich die von ihm gesuchte Marktlücke gefunden.

Neue Gastronomie in Limburg: Gehobene Küche und entspannte Atmosphäre

Fabian Sollbach betont im Gespräch mehrfach, dass er auf keinen Fall nach den (kulinarischen) Sternen strebe - obwohl er ebenso wie die beiden Mitarbeiter in seiner Küche langjährige Erfahrung in Sterne-Restaurants hat und das "Margaux" edel ausgestattet ist. Verschiedene Accessoires und das Porzellan sind vom Allerfeinsten.

"Wir wollen alles etwas entspannter haben", bekräftigt der 33-Jährige. Das gelte für die Atmosphäre, den Service und für die Gerichte. Die Küche soll gehoben, aber nicht abgehoben sein. An der Qualität werde er allerdings keine Abstriche machen. "Wir verwenden hochwertige Produkte und kochen selbstverständlich alles frisch", sagt der Patron. Die bisherigen Besucher bestätigen, dass die schmackhaften Speisen handwerklich einwandfrei zubereitet, sinnvoll kombiniert und gekonnt gewürzt sind. Die kleine Brigade mit Jacob Liebmann und Fabian Sohl zeigt sich zum Start in großer Form.

Limburg: Gastronomie "Margaux" bietet Gästen eine flexible Karte

Der Unterschied zu den meisten Gourmetlokalen besteht unter anderem auch darin, dass die Gäste im "Margaux" kein großes Menü bestellen müssen, sondern sich mit einem oder zwei Gängen begnügen können. "Menüs erfordern in der Regel viel Zeit und Geld", sagt Fabian Sollbach. "Das soll bei uns anders sein." Flexibilität ist ihm wichtig. In jeder Hinsicht. "Es gibt keinen festen Rhythmus für den Wechsel der Karte; einzelne Positionen können sich schon nach ein paar Tagen ändern. Wir kaufen ein, was gerade verfügbar und gut ist", erklärt der Küchenchef.

Mittags bietet er vier Gerichte von 14 bis 20 Euro; das teuerste ist aktuell Kalbstafelspitz mit Bohnen, Rahmpolenta und Kalbsjus. Dazu ein Dessert (Cheesecake mit Kirsche, Verbene und Streusel für 8 Euro) und einen Gang aus der Abendkarte (Wolfsbarsch mit Sellerie, Aprikose und Pfifferlingen für 34 Euro). Die Fleisch-Alternative zum Dinner - Onglet und Short Rib vom U.S. Beef mit Artischocke, Tomate und Olive - kostet 38 Euro. Für Vegetarier gibt's Burrata Ravioli mit Basilikum und Tomatenkompott für 23 Euro.

Die in der Anfangszeit noch überschaubare Weinkarte listet mehrere empfehlenswerte Gewächse zu moderaten Preisen auf. Ein Chateau Margaux, einer der besten Rotweine der Welt, steht bewusst nicht darauf, liegt aber im Keller und wird auf besonderen Wunsch von den beiden Damen im Service entkorkt.

Limburg: Gastronom des "Margaux" hat schon gerne mit der Oma gekocht

Der Name des Restaurants leitet sich übrigens nicht von der berühmten Domäne im Bordeaux, sondern von der ersten in der Chronik des Hauses erwähnten Frau ab (Margarethe).

Fabian Sollbach ist glücklich, dass er sich seinen Traum von der Selbständigkeit in diesem besonderen Objekt erfüllen kann. Der gebürtige Dreikirchener, der seit sechs Jahren in Limburg wohnt, kochte schon als Junge gerne mit der Oma und war mit 13 fest entschlossen, Koch zu werden. Er wechselte deshalb in diesem Alter auf die Hauswirtschaftsschule in Montabaur, machte mit 15 sein erstes Praktikum und nach der Mittleren Reife eine Ausbildung im Kempinski Falkenstein in Königstein. Dort schnupperte er in der benachbarten Villa Rothschild erstmals exquisiten Küchenduft. Erste Station war das mit zwei Michelin-Sternen geadelte "Beckers" in Trier. Danach arbeitete Sollbach vier Jahre als Sous-Chef im "Bären" in Balduinstein. In den vergangenen sechs Jahren kochte er für die Geschäftsführung des Keramikherstellers ASA in Höhr-Grenzhausen und bei Events.

Limburg: Neue Gastronomie in Traditionsgaststätte "Zum Goldenen Löwen"

"Goldener-Löwe"-Inhaber Achim Kramb fragte ihn vor zwei Jahren, ob er in dem von Grund auf restaurierten Patrizierhaus aus dem Jahr 1341 das Restaurant übernehmen wolle, so dass Sollbach am Entstehungsprozess mitwirken und bei der Einrichtung mitreden konnte. Der Investor hat hier ebenso wie im nicht weit entfernten "Weinhaus Schultes" nicht gekleckert und guten Geschmack bewiesen.

Das braune Gebäude sticht auf dem Kornmarkt von weitem heraus, weil es erst im kommenden Frühjahr gestrichen wird, wenn die Lehmschicht getrocknet ist. Bei gutem Wetter sitzen die Gäste im Freien und genießen abends an einem der schönsten Plätze der Stadt eine wohltuende Atmosphäre wie im Urlaub.

Der schmale und hohe Raum mit 42 Plätzen, davon acht auf der Galerie, wirkt auf den ersten Blick schlicht; wer genauer hinschaut, entdeckt im klaren Interieur viel Kostbares. Das fängt mit den massiven Eichendielen am Boden an und hört mit den wertvollen Pendelleuchten über den Eichenholztischen und den Lampen an der Decke noch lange nicht auf. Für die exklusive Tafelkultur hat der Pächter tief in die Tasche gegriffen: Limoges-Porzellan und Steingutgeschirr sind ein außergewöhnlicher Blickfang - aber nur eine schöne "Bühne" für die "Hauptdarsteller". (Joachim Heidersdorf)

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