Die Sehnsucht nach dem Dom spiegelt sich auch an der Wand des Büros von Dr. Marius Hahn wider.
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Die Sehnsucht nach dem Dom spiegelt sich auch an der Wand des Büros von Dr. Marius Hahn wider.

Bürgermeister feiert Geburtstag

Limburg: Noch viele Projekte zu Ende führen

  • Sebastian Semrau
    VonSebastian Semrau
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Bürgermeister Dr. Marius Hahn wird 50

Limburg -Den für ihn bedeutendsten Tag des Jahres hat Bürgermeister Dr. Marius Hahn bereits hinter sich. Und das, obwohl er am Samstag, 11. September, seinen 50. Geburtstag feiert. Damit meint der Jubilar seine Wiederwahl am 28. März, bei der er auf knapp 54 Prozent der Stimmen gekommen ist. "Es wäre schade gewesen, wenn ich die zweite Halbzeit nicht hätte antreten dürfen", sagt er. Schließlich seien viele Projekte, "die wir sehr gut begonnen haben", zu Ende zu führen.

Ob diese Situation 2027 noch einmal eintreten wird? "Ich plane noch nicht über die Legislaturperiode hinaus", sagt Hahn, der seinen Dienst am 2. Dezember 2015 antrat und auf Martin Richard (CDU) folgte, der zuvor 18 Jahre im Amt war und den heutigen Rathauschef bei der Wahl 2009 noch geschlagen hatte. Seine fast 40 Prozent seien damals dennoch ein Erfolg gewesen, sagt Hahn. Sechs Jahre später gewann er mit gut 53 Prozent gegen den Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU). Der ist auch heute noch im Amt und die Zusammenarbeit lobt Hahn ausdrücklich. Überhaupt sagt er: "Es gibt hier eine große Einmütigkeit in der Politik. Das finde ich gut."

Denn es gebe viel zu tun, sagt Hahn, der von einem "Traumjob" spricht, für die eigene Stadt arbeiten zu dürfen. Vorher war er nach dem Abitur an der Tilemannschule und dem zweiten Staatsexamen in Jura an der Uni in Gießen zwar ein Jahr Rechtsanwalt in Limburg, dann aber zog es ihn zu den Finanzbehörden - nach Wetzlar, Wiesbaden und Frankfurt. "Das bedeutete 15 Jahre pendeln."

Froh über Zeit mit der Familie

Mehr Zeit mit der Familie hat aber erst die Corona-Krise gebracht - "ein positiver Aspekt", sagt Hahn. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt sei zu sehen gewesen. "Das macht Hoffnung", sagt der Sozialdemokrat, der 1993 in die Partei, der schon sein Vater und sein Großvater angehörten, eingetreten ist. Seinen Vater Erich Hahn, der leider schon im Alter von 60 Jahren verstorben ist, habe Willy Brandt begeistert, ihn Helmut Schmidt. Und Erich Hahn, selbst SPD-Fraktionschef und Stadtrat, hat seinen Sohn auch mit der Kommunalpolitik "infiziert". 1997 ging es für Marius Hahn in den Kreistag, 2006 folgte der Wechsel in die Stadtverordnetenversammlung.

Mit der gilt es nun zusammenzuarbeiten, wenn es um die vielen Themen geht, die Limburg bewegen. "Die Stadt aus der Krise zu führen, ist eine spannende Aufgabe", sagt der Bürgermeister. Und längst nicht die einzige: So bleibe ein solide Finanzpolitik wichtig. Da würden die nächsten beiden Jahre nicht einfach. "Aber wir kommen aus einer Position der Stärke."

Froh ist Hahn über die nun bestehende politische Mehrheit für eine Wohnungsbaugesellschaft. "Wir haben den Grund und Boden." Nun müsse gesamtstädtisch, auch in den Stadtteilen, geschaut werden, wo Geschosswohnungsbau möglich sei. Vor allem jungen Familien will er es so ermöglichen, in Limburg eine Wohnung zu finden.

Dauerthema Verkehr

Um das Thema Verkehr kommt in der Domstadt natürlich niemand herum. Der Bürgermeister ergänzt es gleich noch um Klimapolitik und nennt dafür als Beispiel das als "Schwammstadt" geplante Neubaugebiet in Blumenrod. "Es geht auch nicht nur darum, ein Dieselfahrverbot zu verhindern, sondern um Lebensqualität und moderne Mobilität", sagt Hahn. Dass er das Fahrverbot ablehnt, hat er erst vor acht Tagen mit den Magistratskollegen deutlich gemacht. Eine "super Sache" nennt er den zum 1. Oktober startenden "Lahn Star". "Das ist der nächste Schritt zu einem individuellen ÖPNV-Angebot." Radfahrrouten, Ladeinfrastruktur, Wasserstoff oder E-Car-Sharing ("meine Idee") nennt er als weitere Schritte. Dass auch das Land, der Landkreis und die umliegenden Kommunen mitmachen müssen, um den Verkehr in Limburg zu reduzieren, ist ihm bewusst. "Da müssen wir überzeugen", so Hahn, der ergänzt: "Jüngere Leute werden solche Angebote künftig erwarten." Und bei denen im reiferen Alter, zu denen er sich durchaus zugehörig fühlt, sagt er: "Ein Umdenken muss stattfinden."

Früher noch sei Klimaschutz "links" gewesen, doch das passe nicht mehr in die heutige Zeit. Mit Blick auf die Bundestagswahl und die SPD sagt Hahn auch: "Wir wollen gleiche Chancen für alle. Da gibt es in Deutschland viel zu tun." Dass ihm dabei der pragmatische und eher in der Mitte zu verortende Olaf Scholz als künftiger Kanzler die liebste Wahl wäre, ist natürlich keine Überraschung.

Für Hahn, bekennender Fan von Bruce Springsteen und Eintracht Frankfurt, aber bleibt Limburg der zentrale Ort. "Die Stadt hat eine Riesenperspektive", ist er sicher. In diesem Jahr war er gar nicht im Urlaub und wenn er einmal weg ist, sagt er: "Spätestens nach zwei Wochen sehne ich mich nach dem Blick auf den Dom." Den wird er von seinem Büro auf der Dietkircher Höhe auch die nächsten sechs Jahre haben. Offiziell beginnt die zweite Amtszeit erst am 2. Dezember.

Eins bleibt aber Voraussetzung: die Gesundheit. Daher ist diese für ihn und die Familie der größte Wunsch. Gemeinsam aus der Krise zu kommen, schließt er noch. "Das hat mich als Vater von zwei Kindern, 17 und 13 Jahre alt, sehr beschäftigt." Gefeiert wird nur klein. Der Magistratsempfang aus Anlass des Geburtstags wird recht überschaubar sein, die private Feier noch kleiner. "Es gibt da eine Vorbildfunktion." Nächstes Jahr hofft er gemeinsam mit seiner Frau auf ein größeres Fest.

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