Das Foto zeigt einen Teil der Fläche, die bebaut werden soll - mit Blick auf den Mensfelder Kopf.
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Das Foto zeigt einen Teil der Fläche, die bebaut werden soll - mit Blick auf den Mensfelder Kopf.

Viele offene Fragen

Limburg: Der Ortsbeirat braucht Zeit und mehr Antworten

  • vonNadja Quirein
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Mehrheit hat noch Beratungsbedarf bei 2,5-Hektar-Wohnprojekt in Blumenrod

Limburg -"Viel Grün, Innenhofgestaltung, eine Mischung aus Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Geschosswohnungsbau, ein erkennbares Quartierzentrum": So könne sich das neue Wohnquartier von Blumenrod entwickeln, hieß es bereits im vergangenen Jahr bei der Präsentation zweier ausgewählter Entwürfe eines von der Stadt Limburg ausgeschriebenen Wettbewerbs für die Gestaltung neuen Wohnraums für Limburg in Blumenrod. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sprach damals von einer behutsamen und naturnahen Weiterentwicklung.

Es war bereits im vergangenen Jahr von einer nachhaltigen Stadtentwicklung, zukunftsweisende Wohnformen mit qualitätsvollem Wohnraum, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und Schaffung eines familien- und kinderfreundlichen Quartiers bei ressourcenschonender und energieeffizienter Bauweise die Rede. Demnach stand auch dieses seit Jahren diskutierte Thema, das auf den Bereichen Blumenrod V und Blumenrod VI neuen Wohnraum auf einer Fläche mit etwa 25 Hektar Umfang schaffen soll, bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstag gleich mit mehreren Punkten auf der Tagesordnung.

Aktive Beteiligung

weiter möglich

Doch sicher hätten sich die Beteiligten außerhalb des Ortsbeirates das Ergebnis dieser Sitzung anders gewünscht. Denn statt breiter Zustimmung war sich die Mehrheit der Anwesenden einig, dass sie noch weitere Zeit und Antworten benötigen. Sechs von elf anwesenden Ortsbeiratsmitgliedern sprachen sich in den drei Tagesordnungspunkten für einen zweiten Beratungsgang aus. Sie bräuchten noch etwas Zeit um sich einzuarbeiten, hieß es seitens der CDU-Fraktion. Wegen kleineren Projekten hätte es in der Vergangenheit mehrere Sitzungen gegeben, dann wolle er sich ungern zu einem solch umfangreichen Projekt schon jetzt äußern, sagte Boris Frohne von der CDU, zumal noch einige Fragen offen seien.

Es hätten Infoveranstaltungen stattgefunden, und auch in Zukunft gebe es genug Möglichkeiten für den Ortsbeirat ebenso für die Bürger sich aktiv zu beteiligen, urteilte Annelie Bopp-Simon über das Vorhaben.

Sie nahm auch Stellung zu den Fragen bezüglich der Optik der geplanten Wohnhäuser. Ein Gestaltungshandbuch solle zu einem harmonischen Gesamtbild beitragen, was Farben, Formen und Material betreffe, auch wenn den zukünftigen Mietern kein Bild übergestülpt werden soll. Bevor die Abstimmung über den zweiten Beratungsgang erfolgte, gab es von den Ortsbeiratsmitgliedern kritische Fragen, denen sich Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und Annelie Bopp-Simon von der Stadtentwicklung und Bauleitplanung der Stadt Limburg stellten und der Ortsbeirat diskutierte.

Vorkaufsrecht für

Limburger?

Frohne (CDU) sprach seine Bedenken zur Vergabe der geplanten Bauplätze an. Ihm sei der Bezug zu Limburg wichtig und wünsche sich, dass Limburger beim Erwerb bessere Chancen hätten. Er wisse aus eigener Erfahrung wie schwierig es sei, ein Grundstück in Limburg zu bekommen. Auch wenn die vorhandenen Vorgaberichtlinien gelockert worden seien, so stecke man doch leider in einem rechtlichen Korsett, nahm der Bürgermeister dazu Stellung. Doch nicht nur Teile der Planung, sondern gleich das ganze Projekt stellte die Frage aus dem Ortsbeirat, ob es denn nicht sinnvoller sei, die Ortskerne zu beleben statt neue Flächen zu erschließen.

Dazu habe es in der Vergangenheit Programme gegeben, die allerdings nur spärlich genutzt wurden, so Hahn. "Das Projekt ist eine runde Sache", fand Oliver Schrangs (SPD). Dass die Stadt Eigentümerin der Fläche sei, habe enorme Vorteile, betonte er. Auch Fragen bezüglich der Planung beispielsweise eines Friedhofes, eines Kindergartens oder auch der Polizei standen im Raum. Die Zufahrt zu der zukünftigen Baustelle und die Regelung des Baustellenverkehrs bereitete vor allem Nicola Bischoff von der CDU-Fraktion Sorge.

Nachfolge von Sigi Wolf: Wahl verschoben

Die Wahl eines Nachfolgers für die verstorbene Ortsvorsteherin Sigi Wolf fand sich nicht auf der Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung. Der stellvertretende Ortsvorsteher Jochem Holzhäuser (SPD) hatte bereits seit längerem angekündigt, für dieses Amt kandidieren zu wollen und betonte das in der Sitzung - bei der zwei Ortsbeiratsmitglieder fehlten - nochmals deutlich. Abgesehen davon, dass eine Änderung der Tagesordnung diesbezüglich kaum umsetzbar gewesen wäre, fände er den Zeitpunkt so kurz nach dem Tod der Ortsvorsteherin nicht passend für eine Neuwahl, sagte er und kündigte an, diese Wahl bei der nächsten Sitzung durchführen zu wollen. Die CDU-Fraktion teilte mit, ebenfalls einen Kandidaten ins Rennen zu schicken und Sascha Schermet zur Wahl antreten zu lassen. (Nadja Quirein)

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