1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Limburg

Limburg: Ortsbeirat will kürzeren Verkehrsversuch

Erstellt:

Von: Stefan Dickmann

Kommentare

Vermutlich noch bis November ist die alte Lahnbrücke Baustelle. Nach der Sanierung wird der Gehweg links wieder komplett hergestellt. Auf der rechten Seite werden auf gleicher Höhe zur Fahrbahn ein Gehweg und ein separater Radweg entstehen, die dann rechts am Brückenturm vorbeigeführt werden. Die dafür vorgesehene Fläche wird verbreitert.
Vermutlich noch bis November ist die alte Lahnbrücke Baustelle. Nach der Sanierung wird der Gehweg links wieder komplett hergestellt. Auf der rechten Seite werden auf gleicher Höhe zur Fahrbahn ein Gehweg und ein separater Radweg entstehen, die dann rechts am Brückenturm vorbeigeführt werden. Die dafür vorgesehene Fläche wird verbreitert. © Sebastian Semrau

Einbahn-Regelung auf alter Lahnbrücke soll nach Wunsch von CDU nur sechs Monate getestet werden

Nach der seit April laufenden Sanierung der alten Lahnbrücke, die spätestens Mitte November beendet sein soll, plant der Magistrat einen einjährigen Verkehrsversuch. Zwölf Monate lang soll die alte Lahnbrücke dann zur Einbahnstraße stadteinwärts werden. Der Ortsbeirat Innenstadt ist mit einem solchen Versuch zwar mit den Stimmen von CDU und SPD grundsätzlich einverstanden, während die beiden Grünen in dieser Frage im Ortsbeirat gespalten sind, aber bei der Dauer des Versuchs gehen die Meinungen deutlich auseinander. Auf ausdrücklichen Wunsch der CDU-Fraktion im Ortsbeirat gab es eine knappe Mehrheit dafür, den Versuch maximal sechs Monate lang laufen zu lassen. Die jeweils zwei Vertreter von SPD und Grünen stimmten dagegen - ihrer Meinung nach könnte der Versuch auch ein Jahr lang laufen. Der Vertreter der FDP enthielt sich der Stimme, weil ihm die sechs Monate noch zu lang sind.

Zuvor hatte die Leiterin des Stadtplanungsamts, Eva Struhalla, den zwölfmonatigen Verkehrsversuch damit begründet, alle saisonalen Verkehre hinterher auswerten zu wolle. Sollte es während des Versuchs massive Verkehrsprobleme geben, könne der Versuch jederzeit abgebrochen werden, weil die derzeit laufende Sanierung der Brücke so erfolge, dass auch anschließend noch gegenläufiger Verkehr möglich sei. Im Jahr 2017 hatte es bereits einen ersten Verkehrsversuch gegeben, der allerdings nur sechs Wochen lang lief und aus Sicht der Magistrats erfolgreich war.

Was ist mit den Mofa-Fahrern?

Nicht durchsetzten konnte sich die SPD-Fraktion mit dem Vorschlag, die Einbahnstraßen-Regelung während des Versuchs einmal am Tag zu wechseln - also morgens in Richtung Innenstadt und abends in Richtung Brückenvorstadt. Das macht nach Struhallas Angaben keinen Sinn, weil doppelt so viele Autofahrer die alte Lahnbrücke benutzen, um in die Stadt zu fahren wie heraus. Der Grund dafür sei einfach: Wer auf der Grabenstraße stadtauswärts fährt, könne in Höhe des Kreisels am Katzenturm direkt auf die Lichfieldbrücke fahren und die Stadt so viel schneller verlassen, als noch vor mindestens einer Ampel (am Brückenturm) gegebenenfalls stehen bleiben zu müssen.

Allerdings sagte sie auf Wunsch von Oliver Schrangs (SPD) eine Prüfung zu, ob Mofafahrer mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h während des Versuchs die alte Lahnbrücke stadtauswärts nutzen dürfen und damit Radfahrern gleich gestellt werden können, die sie in beide Richtungen befahren dürfen.

Barbara Sylla-Belok (Grüne) erklärte, sie stimme einem Versuch persönlich zu, weil es nur ein Versuch sei. Sie sei bei der schon vor Jahren geführten Diskussion über eine Einbahn-Regelung auf der alten Brücke zunächst dagegen gewesen. Aber solange das nur getestet werde und anschließend wieder geändert werden könne, sei aus ihrer Sicht alles in Ordnung. Ihre Fraktionskollegin Angelika Seip (Grüne) enthielt sich der Stimme. Sie fahre täglich über die Brücke, weil ihre Mutter in der Brückenvorstadt wohne. Nach ihrer Wahrnehmung funktioniert der Verkehr in beide Fahrtrichtungen. Ihr erschließe sich deshalb nicht der Sinn eines Verkehrsversuchs.

Frank König (FDP) erklärte hingegen, die lange Dauer des geplanten Verkehrsversuchs bereite ihm persönlich Bauchschmerzen. Für ihn sei wichtig, dass der Versuch, sollte er nicht funktionieren, jederzeit gestoppt werden könne. Und wenn der Verkehrsversuch komme, dann müsse dieser "deutlich kürzer" dauern.

Nicola Bischof (CDU) machte für ihre Fraktion den Vorschlag, den Verkehrsversuch auf sechs Monate zu begrenzen. Sie wunderte sich gleichwohl über die vorgeschlagene Verkehrsführung stadteinwärts. Auf der einen Seite habe die Stadt die Parkgebühren in der Innenstadt deutlich erhöht, damit nicht mehr so viele Menschen mit dem Auto in die Stadt fahren, sondern weiter außerhalb parken. Auf der anderen Seite sollten die gleichen Autofahrer aber die alte Brücke nur stadteinwärts benutzen dürfen. "Das verstehe ich nicht."

Der Ortsbeirat ist ein rein beratendes Gremium, das heißt, seine Beschlüsse sind für den Magistrat und damit für die Verwaltung nicht bindend. Als nächstes wird sich der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Montag, 11. Juli, mit dem Verkehrsversuch beschäftigen. Sollte es keinen Wunsch nach Vertagung geben, werden die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause am Montag, 18. Juli, darüber verbindlich abstimmen.

Auch interessant

Kommentare